RECHNUNG: Obwalden schliesst Jahr 2012 im Minus

Die Staatsrechnung 2012 des Kantons Obwalden kann sich dem generellen Trend verschlechternder öffentlicher Finanzen nicht entziehen. Das operative Ergebnis fällt mit einem Minus von 7,2 Millionen Franken besser aus als budgetiert.

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Die Rechnung des Kantons Obwalden schliesst besser ab als erwartet. Blick auf das Rathaus in Sarnen. (Bild: Archiv Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Die Rechnung des Kantons Obwalden schliesst besser ab als erwartet. Blick auf das Rathaus in Sarnen. (Bild: Archiv Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Diese Entwicklung wurde seit längerer Zeit erwartet und entsprechend budgetiert. Erfreulich sei, dass die Entwicklung insgesamt nicht so drastisch ausgefallen ist. Dank der in den Vorjahren gehäufneten Schwankungsreserve von 51 Millionen Franken und des vorhandenen Eigenkapitals von 202 Millionen Franken wird es zudem möglich sein, auch in den kommenden Jahren ein praktisch ausgeglichenes Ergebnis zu halten sowie weiterhin eine stabile und verlässliche Finanzpolitik zu betreiben, teilt der Kanton Obwalden mit.

Ursachen für die Entwicklung sind u.a. ein tieferer Bundesfinanzausgleich (-9,4 Mio. Fr. gegenüber Vorjahr), der tiefere Anteil am Reingewinn der Nationalbank (-4,3 Mio. Fr.) sowie höhere Abschreibungen aufgrund der hohen Investitionen (+ 2,0 Mio. Fr.). Als weitere Faktoren für die markante Ergebnisverschlechterung sind gestiegene Ausgaben, namentlich im Bereich der ausserkantonalen Spitalfinanzierungen (Anstieg um 2,4 Mio. Fr. oder um 25%) sowie bei den Kosten für die Sonderschulung zu erwähnen.

Schwankungsreserven angezapft

Bei der Budgetierung für das Jahr 2012 ging der Regierungsrat von einem Aufwandüberschuss von zwei Millionen Franken in der Erfolgsrechnung aus. Dies nach Vornahme einer Auflösung von zehn Millionen Franken aus der Schwankungsreserve. In der Erfolgsrechnung wird nun das Ergebnis mit einem Defizit von 2,2 Millionen Franken ausgewiesen. Aus der Schwankungsreserve mussten - dank einem um knapp fünf Millionen Franken besseren operativen Ergebnis – nur fünf Millionen Franken entnommen werden. Die Schwankungsreserve dient dazu, die infolge der Medienmitteilung STK 2/3 gestiegenen Ressourcenstärke weiter rückläufig ausfallenden Finanzausgleichsbeträge des Bundes teilweise auszugleichen. Nach der Entnahme von fünf Millionen Franken beträgt die Schwankungsreserve noch 46 Millionen Franken.

Die Investitionsrechnung zeigt Gesamtausgaben von 72,9 Millionen Franken und Nettoinvestitionen von 21,3 Millionen Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei 27 Prozent. Die nach wie vor sehr starke Investitionstätigkeit des Kantons führte dazu, dass der Selbstfinanzierungsgrad erstmals seit 1997 unter 100 Prozent liegt. Als grösste Einzelinvestition werden die begonnen Arbeiten am Bettentrakt des Kantonsspitals aufgeführt.

pd/shä