Härtestes Rennen kommt auf den Titlis

Über mehr als 1100 Kilometer im Alpenraum liefern sich 32 Extremsportler ein Rennen, das ihnen körperlich und mental alles abverlangt. Zum ersten Mal führt die «Red Bull X-Alps» von Salzburg nach Monaco auch über den Titlis-Gipfel.

Philipp Unterschütz
Drucken
Teilen
Am Red-Bull-X-Alps-Rennen müssen die Teilnehmer über 1100 Kilometer im Alpenraum von Salzburg nach Monaco per Gleitschirm oder zu Fuss zurücklegen. Im Bild ein Teilnehmer an der Red Bull X-Alps in Verbier 2017. (Bild: PD/Felix Woelk)

Am Red-Bull-X-Alps-Rennen müssen die Teilnehmer über 1100 Kilometer im Alpenraum von Salzburg nach Monaco per Gleitschirm oder zu Fuss zurücklegen. Im Bild ein Teilnehmer an der Red Bull X-Alps in Verbier 2017. (Bild: PD/Felix Woelk)

Es ist das wohl härteste Abenteuerrennen der Welt: Die Red Bull X-Alps verlangt den Athleten nicht nur in körperlicher, sondern auch in mentaler Hinsicht viel ab. Vom Start im österreichischen Salzburg müssen sie zu Fuss und mit dem Gleitschirm über 1100 Kilometer alpines Terrain bewältigen, um nach Monaco zu gelangen. Das Rennen, das alle zwei Jahre stattfindet, dauerte in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 6 und 14 Tagen.

Wenn die Red Bull X-Alps am 16. Juni 2019 offiziell losgeht, werden 32 Athleten aus 20 Ländern alles aus ihren Ausdauer-, Trailrunning-, Berg- und Paragliding-Fähigkeiten herausholen. Dabei werden die mentale Stärke und die Rennstrategie entscheidende Faktoren sein. Wann immer es die Bedingungen erlauben, sind die Sportler mit den Gleitschirmen unterwegs, da ihre Geschwindigkeit in der Luft bis zu 10-mal höher ist. Bevor die Athleten täglich in die Luft gehen, müssen sie die sich ständig ändernden Wetterbedingungen einschätzen und entscheiden, wo und wann sie abheben können.

Das Rennen, das 2019 zum neunten Mal ausgetragen wird und jedes Mal über eine andere Route führt, wird über 13 Wendepunkte die Grenzen von sechs Ländern überschreiten. Die vorgeschriebenen Wendepunkte befinden sich entlang der Alpen, wo die Athleten mit ihrem Namen einchecken müssen, um zum nächsten Wendepunkt zu gelangen. Alle 48 Stunden scheidet der Athlet auf dem letzten Platz aus. Die Wettbewerber kämpfen also nicht nur um den Sieg, sondern auch um den Verbleib im Rennen. Zu den Favoriten zählt auch dieses Jahr wieder der Schweizer Christian «Chrigel» Maurer, der die Red Bull X-Alps die letzten fünf Jahre gewonnen hat.

Zum ersten Mal sind die Extremsportler heuer auch in Engelberg aktiv: Auf dem Titlis liegt diesmal der auf über 3000 Meter höchstgelegene der 13 Turnpoints. Der Titlis befindet sich etwa in der Mitte der Rennstrecke von Salzburg nach Monaco. Anschliessend geht es für die Athleten weiter in Richtung Eiger-Nordwand.

Titlis ist besondere Herausforderung

Laut Peter Reinle von den Titlisbahnen werden die Sportler am Titlis besonders herausgefordert. «Sie kommen von Davos. Selbst bei optimalen Verhältnissen ist es sehr anspruchsvoll, die Thermik so zu nutzen, dass sie direkt beim Turning Point auf dem Gipfel landen können.» Der Lande- und Startpunkt liegt zwischen der Stotzigegg und Südwand-Sattel unterhalb der Bergstation des Ice Flyers. Auf einer Tafel werden die Athleten dort nach der Landung unterschreiben müssen, bevor sie sofort weiterfliegen. «Falls die Landung auf dem Gipfel nicht möglich ist, werden sie versuchen, trotzdem möglichst weit oben zu landen, beispielsweise auf dem Trübsee oder Stand. Von ihrem Landeplatz müssen sie nämlich den Weg zum Turnpoint auf dem Gipfel zu Fuss zurücklegen», erklärt Peter Reinle. Man rechne mit den Ankünften zwischen 20. und 22. Juni. Weil der Rennverlauf unmöglich vorauszusehen sei, habe man auch auf ein Rahmenprogramm verzichtet. Auf der Seite der Veranstalter (siehe Hinweis) kann man das Rennen aber mitverfolgen.

Hinweiswww.redbullxalps.com