Regierungsrat Hans Hofer tritt zurück

Der amtsälteste Obwaldner Regierungsrat, der 64-jährige Hans Hofer, tritt auf Ende Juni 2009 zurück. Der Christlichsoziale (CSP) wurde 1990 in die Exekutive gewählt und leitete seither das Bildungs- und Kulturdepartement.

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Der abtretende Hans Hofer. (Archivbild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Der abtretende Hans Hofer. (Archivbild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Hans Hofer wurde von der Landsgemeinde 1990 in den Regierungsrat gewählt. Er übernahm das Erziehungsdepartement, welches er – in einer umfassenden Departementsreorganisation 1999 zum Bildungs- und Kulturdepartement umgewandelt – bis heute leitet. In seiner bald 19-jährigen Amtszeit bekleidete er viermal das Amt des Landammanns: 1998/99, 2000/01, 2002/2003 und 2007/2008, wie die Staatskanzlei Obwalden mitteilt.

Bildungsgesetz erarbeitet
Vor seiner Wahl in den Regierungsrat wirkte er von 1986 bis 1990 als Mitglied der CSP-Fraktion im Kantonsrat. Während seiner Amtszeit als Regierungsrat wurde insbesondere die Volksschule von Grund auf erneuert. Zeitgemässe integrative Schulmodelle wurden entwickelt, erprobt und eingeführt und der Fremdsprachenunterricht in Französisch und Englisch hielt in der Primarschule Einzug. Bereits 1992 erfolgte eine umfassende Schulgesetzrevision. 1999 erarbeitete er in seinem Departement ein Bildungskonzept. Dieses war in der Obwaldner Bildungspolitik erstmalig und wurde vom Parlament zustimmend verabschiedet.

Höhepunkt der jahrelangen intensiven Bemühungen um ein modernes Obwaldner Bildungsangebot sei die Annahme des neuen Bildungsgesetzes durch die Stimmberechtigten im Jahr 2006 gewesen, wie es weiter heisst. Dieses neue Gesetz stützt sich auf das erwähnte Bildungskonzept ab und brachte verschiedene Neuerungen: Einführung der Qualitätssicherung und -entwicklung und damit verbunden die gesetzliche Verankerung der Schulleitungen in den Gemeinden, Aufgabenentflechtung zwischen Kanton und Gemeinden und Einführung eines Lastenausgleichs Schule, die Förderung von schulergänzenden Tagestrukturen, umfassende Blockzeiten, Kindergartenobligatorium und damit verbunden die Verlängerung der Schulpflicht auf zehn Jahre, Stärkung der Berufsbildung, Angebotsobligatorium für die Gemeinden bei den Musikschulen, Aufhebung des Erziehungsrats und Schaffung einer Bildungskommission.

Engagement in der Spitex
Regierungsrat Hans Hofer stellte seine Erfahrung und Schaffenskraft überdies in den Dienst verschiedener Institutionen, namentlich der Spitex-Bewegung. Als Bildungs- und Kulturdirektor nahm er Einsitz in den entsprechenden Direktorenkonferenzen sowie in den beiden Konkordatsräten Fachhochschule Zentralschweiz (FHZ) und Pädagogische Hochschule Zentralschweiz (PHZ), welche den Obwaldner Studierenden im Rahmen von Vereinbarungen zur Verfügung stehen. Zurzeit ist er Mitglied des Vorstands der Schweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK). Zudem präsidiert er die Bildungsdirektorenkonferenz Zentralschweiz (BKZ) und die Interkantonale Spitexstiftung Wilen. Als Datum für die Ersatzwahl nimmt der Regierungsrat den 22. März 2009 in Aussicht.

Die Obwaldner Regierung setzt sich zurzeit aus je zwei CVP- und CSP-Vertretern sowie einer FDP-Vertreterin zusammen. Nach Hofer ist sein Parteikollege Hans Matter der einzige noch von der Landsgemeinde gewählte Regierungsrat. 1998 wurde die Landsgemeinde abgeschafft und 1999 mit Hans Wallimann (CVP) erstmals ein Regierungsrat an der Urne gewählt. 

scd/sda