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Regisseur der Engelberger Karl-May-Freilichtspiele verlangt Disziplin

Eine Grossproduktion mit rund 90 Schauspielern und 15 Pferden gelingt nur mit einem eingespielten Team. Jean Grädel, der alte und neue Regisseur der Karl-May-Freilichtspiele, schwor die Komparsen auf das kommende Stück «Der Ölprinz» ein.
Philipp Unterschütz
Der Regisseur Jean Grädel gibt den Winnetou-Komparsen seine Vorstellungen bekannt. (Bild: Philipp Unterschütz (Engelberg: 19. Januar 2019))

Der Regisseur Jean Grädel gibt den Winnetou-Komparsen seine Vorstellungen bekannt. (Bild: Philipp Unterschütz (Engelberg: 19. Januar 2019))

Man kann sie fast an einer Hand abzählen, die Regisseure im deutschsprachigen Raum, die eine derartige Erfahrung haben - insbesondere mit Freilichtspielen - wie Jean Grädel. Der 75-jährige hat schon bei über 200 Produktionen Regie geführt. Eine davon war vergangenen Sommer das Stück «Winnetou 2 - Ribanna und das Kriegsbeil der Poncas» in Engelberg. Für das neue Stück «Der Ölprinz», das vom 6. Juli bis am 10. August an den Karl-May-Freilichtspielen aufgeführt wird, nimmt Grädel erneut das Regiezepter in die Hand. Am Samstag stellte er sich in Engelberg im Restaurant Wasserfall über 40 Komparsen vor. Für viele war es ein Wiedersehen, weil sie schon bei Winnetou 2 dabei waren.

«Ich bin ein strenger Regisseur, der aber immer den Rank findet mit den Leuten», gab Grädel bekannt. «Spiellust, Disziplin und Pünktlichkeit sind zentral.» Das Ganze funktioniere nur als Team, es komme auf jeden Einzelnen an. So gehe es gar nicht, Proben auszulassen. «Wenn man hier zugesagt hat, dann ist das dann das Wichtigste.»

Er habe von Anfang an einen Film im Kopf. Trotzdem seien aber die Ideen von allen gefragt, motivierte Jean Grädel seine Laiendarsteller. Sie würden schliesslich alle eigene Figuren darstellen. «Auch Komparsen können eigene Geschichten erfinden. Ich hasse es, Kleiderständer auf der Bühne zu haben», sprach der Regisseur Klartext.

Jean Grädel liebt das Breitbildformat

Dass er die Regie erneut übernommen habe, sei nicht zuletzt deswegen, weil ihm die Arbeit in Engelberg im vergangenen Jahr viel Spass gemacht habe, sagte Jean Grädel zu unserer Zeitung. «Es werden zudem Verbesserungen, die ich gewünscht habe, umgesetzt und ich habe auch mehr Einfluss auf das Drehbuch.» Und ein ganz wichtiger Grund sei schliesslich auch die tolle Naturbühne beim Wasserfall in Engelberg, meinte der Regisseur - und mit einem Lächeln: «Ich liebe halt das Breitbildformat.» Dass er die Bühne und ihre Wirkung vom Vorjahr her bestens kenne, sei natürlich ein Vorteil. So werde er beispielsweise Szenen näher bei der Tribüne spielen lassen. «Und es ist auch förderlich, dass ich die meisten Leute bereits kenne - und auch ihre Macken.» Die familiäre Atmosphäre werde der Arbeit keinesfalls abträglich sein. «Ich bin der Chef, bei der Disziplin gibt es keine Ausnahmen und keine ‹Spezialbrötchen›.»

Ensemble umfasst 90 Darsteller und 15 Pferde

Disziplin ist zum Gelingen der Produktion auch nötig. Immerhin steht in den 20 Vorführungen des «Ölprinz» wieder ein grosses Ensemble auf der Freilichtbühne: etwa 90 Schauspieler und rund 15 Pferde werden es sein. Mit einigen der 13 Profischauspieler sei man momentan noch in Verhandlungen, deshalb gab Produktionsleiter Tom Volkers am Samstag noch keine Namen bekannt. Immerhin verriet er unserer Zeitung, dass darunter auch einige seien, die man von Winnetou 2 kenne. «Und wir stehen in Verhandlungen mit zwei Schweizer Schauspielern, die aus Film und Fernsehen bestens bekannt sind.» Die genaue Besetzung wird im März vorgestellt.

Komparse Lorenz Killer aus Gelterkinden am Casting für eine Sprechrolle bei Produktionsleiter Tom Volkers und Regisseur Jean Grädel. (Bild: Philipp Unterschütz (Engelberg: 19. Januar 2019))

Komparse Lorenz Killer aus Gelterkinden am Casting für eine Sprechrolle bei Produktionsleiter Tom Volkers und Regisseur Jean Grädel. (Bild: Philipp Unterschütz (Engelberg: 19. Januar 2019))

Rund 50 Komparsen haben sich bis jetzt gemeldet. Sie wurden am Samstag bereits provisorisch in verschiedene Gruppen wie Reiter, Krieger oder Tänzer und Tänzerinnen eingeteilt. Die definitive Zuteilung findet Ende März statt, wenn das Drehbuch fertig ist. Momentan stehen rund zwei Drittel davon. «Obwohl der Zeitaufwand für sie gross ist, haben wir keine Probleme Komparsen zu finden», sagt Tom Volkers. Gesucht seien jetzt nur noch 25 bis 30 Männer zwischen 18 und 60 Jahren als Indianerkrieger.

Bis Ende Monat gibt es Rabatt für Frühbucher auf die Tickets. www.winnetou.ch

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