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Rezepte statt Ausweichen

Franziska Herger schreibt im «Blitzlicht » über Lohngleichheit.
Franziska Herger
Franziska Herger.

Franziska Herger.

Die Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau sei ein «Phantom», hiess es am Nationalratspodium unserer Zeitung. «Man hört immer wieder von der unerklärlichen Ungleichheit, und bis jetzt kann man es nicht nachweisen», sagte SVP-Kandidatin Monika Rüegger auf eine Frage aus dem Publikum. «Wenn wir sie hätten, wüssten wir das ja. Ist die Ungleichheit also wirklich da?»

Sie ist. Laut dem zuständigen Bundesamt verdienten Frauen 2016 bei der zuletzt publizierten Erhebung 19,6 Prozent weniger als Männer. Dass ein Teil dieser Differenz sogenannt unerklärt ist – 43 Prozent im privaten Sektor, im Schnitt 657 Franken pro Monat – heisst nicht, dass die Lohnungleichheit mit einem Schulterzucken auf eine reine Glaubensfrage reduziert werden kann.

Unerklärt heisst, dass ein Teil der Lohnungleichheit nicht durch strukturelle Faktoren wie Alter, Ausbildung, Dienstjahre oder die Position in der Hierarchie begründet werden kann. Der Gedankenschritt, dass konservative Geschlechterrollen oder schlicht Diskriminierung etwas damit zu tun haben könnten, ist kein weiter. Es sei denn, man will ihn auf keinen Fall gehen, sonst müsste man ja etwas unternehmen.

Aber nochmals: Die Hälfte der Bevölkerung verdient ohne objektiven Grund 20 Prozent weniger als die andere Hälfte. Da wären von Nationalratskandidaten – auch den Männern, die wenig bis nichts auf die Frage sagten – Rezepte statt Ausweichen gefragt.

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