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SACHSELN: Alter Munitionsstollen: IG Obwaldner Alpchäs lehnt Lagerangebot ab

Ein alter Munitionsstollen in Alpnach hätte als Käselager dienen sollen. Doch an der GV der IG Obwaldner Alpchäs wurde das Angebot abgelehnt – die Nachteile überwogen.
Richard Greuter
Präsident Erwin Spichtig (links) im Gespräch mit dem neuen Vorstandsmitglied Pia von Rotz und dem scheidenden Vorstandsmitglied Hanspeter von Rotz. (Bild: Richard Greuter (Sachseln, 22. März 2018))

Präsident Erwin Spichtig (links) im Gespräch mit dem neuen Vorstandsmitglied Pia von Rotz und dem scheidenden Vorstandsmitglied Hanspeter von Rotz. (Bild: Richard Greuter (Sachseln, 22. März 2018))

Richard Greuter

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Aus einem ehemaligen Munitionslager der Armee hätte ein Käsekeller entstehen können. Dies war der Gedanke der Korporation Alpnach, die von der Armasuisse ein Kaufangebot erhielt, das unterirdische Munitionslager in der Nähe des Flugplatzes Alpnach zu erwerben. Zu einem jährlichen Mietpreis von 4000 Franken hätte sich für die Mitglieder der IG Obwaldner Alpchäs eine Gelegenheit geboten, ihren Käse tief im Berg zu lagern.

Doch wie Vizepräsident Hans­peter von Rotz an der GV der Organisation am vergangenen Donnerstag im Gasthaus Engel in Sachseln berichtete, wäre die Einlagerung nur über eine 1,2 Meter hohe Rampe möglich. Weder Wasser noch Toiletten seien vorhanden. Für die Pflege der Käselaibe sei aber Wasser unabdingbar. Zudem sei eine «stromfressende Lüftungsanlage» installiert, über deren Kosten kaum etwas zu erfahren gewesen sei. Hanspeter von Rotz rechnete mit Betriebskosten zwischen 8000 und 9000 Franken jährlich. Für die anwesenden Alpkäser waren die Nachteile und auch die Kosten zu hoch. Sie lehnten das Angebot grossmehrheitlich ab. Zum Vergleich: Die Firma Seiler Käserei AG betreibt in Giswil ein unterirdisches Lager in einer ehemaligen Militäranlage, die aber voll erschlossen und mit Lastwagen befahrbar ist.

Marktzugang dank Zertifizierung

In Obwalden gibt es 54 Alpkäsereien, die 180 Tonnen Alpmilch verarbeiten. Vor über 20 Jahren schlossen sie sich zur IG Obwaldner Alpchäs zusammen und legten damit den Grundstein für die regionale Vermarktung von Obwaldner Alpkäse. Damit sie mit ihren Alpprodukten unter dem Label Alp- beziehungsweise Bergkäse weiterhin Zugang zum Markt haben, und sich so die gesamte Wertschöpfung sichern können, liessen sich 37 Alpkäsereien von der OIC (Organisme Intercantonal de Certification) zertifizieren. «Damit hat der Konsument Sicherheit für einwandfreie Produkte und klare Deklaration», sagte Präsident Erwin Spichtig an der Versammlung.

Sämtliche zertifizierten Betriebe würden in den nächsten drei Jahren umfassend kontrolliert. Die Kosten für vier Jahre ­betragen pro Betrieb rund 600 Franken und werden vollumfänglich von der IG Obwaldner Alpchäs übernommen. «Damit geben wir ihnen wieder etwas zurück», begründete Spichtig den Entscheid.

Ehemalige Alpkäser im Verein integrieren

Auch andere Punkte standen an der GV auf der Traktandenliste: Im Jahresprogramm etwa ist wiederum ein Auftritt an der Luga geplant. Zum 25. Mal findet im Herbst zudem der Alpkäsemarkt statt. Nach sechs Jahren trat Vorstandsmitglied und Vizepräsident Hanspeter von Rotz zurück und wurde durch die 40-jährige Pia von Rotz aus Kerns abgelöst. Bei einem Aufwand von 22566 Franken schloss die Rechnung mit einem Minderertrag von rund 700 Franken ab. Da eine Statutenrevision nicht auf der Traktandenliste aufgeführt war, wurde sie auf das nächste Jahr verschoben. Mit dieser Revision wollte die IG ehemaligen Alpkäsern ermöglichen, als Freimitglied am Vereinsgeschehen teilzunehmen.

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