SACHSELN: Bio-Familia schafft Platz für ihre Mitarbeiter

Mehrere Millionen investiert der grösste Schweizer Müesli-Hersteller in ein neues Bürogebäude – ein Bekenntnis zum Standort Obwalden. Die auch erfolgsbedingte «Platznot» gehört damit ab nächstem Sommer der Vergangenheit an.

Christoph Riebli
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Beim «Anstechen» (v. l.): Gemeindepräsident Peter Rohrer, Planer Christoph Zaugg, Holzbauer Daniel Schuwey, Projektleiter Martin Ettlin und Geschäftsführer Peter Odermatt. (Bild: Christoph Riebli (2. Juni 2017))

Beim «Anstechen» (v. l.): Gemeindepräsident Peter Rohrer, Planer Christoph Zaugg, Holzbauer Daniel Schuwey, Projektleiter Martin Ettlin und Geschäftsführer Peter Odermatt. (Bild: Christoph Riebli (2. Juni 2017))

Christoph Riebli

christoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch

Im Sachsler Dorf liegt ein süsslich-nussiger Geruch in der Luft: Die Produktion des grössten Schweizer Müesli-Herstellers läuft auf Hochtouren. Und damit das so bleibt, investiert die Bio-Familia AG gegen 6 Millionen Franken in den Firmenstandort an der Brünigstrasse. Bis im nächsten Mai entsteht auf dem Parkplatz westlich der 2010 erweiterten Produktionsstätte ein neues Administrationsgebäude: dreigeschossig, mit Büros für 40 Arbeitsplätze, einem repräsentativen Empfang, einem dreimal so grossen Fabrikladen im Erdgeschoss wie bis anhin sowie einer modernen Kantine für die Mitarbeitenden.

Und die stehen im Sachsler Traditionsbetrieb im Mittelpunkt: «Unsere Mitarbeiter bekommen etwas Schönes. Denn wenn man sich wohlfühlt, färbt das auf die Leistungsfähigkeit und Firmenkultur ab», sagte Geschäftsführer Peter Odermatt am gestrigen Spatenstich. Und zum Handlungs­bedarf: Die Platzverhältnisse hätten sich in den letzten zehn Jahren kontinuierlich verknappt, die Firma sei von 125 auf 187 Angestellte angewachsen. Die Buchhaltung musste deshalb schon vor einiger Zeit in eine Wohnung im Dorf ziehen.

Aus Papierberg wird Beton- und Holzbau

Doch Besserung ist in Sicht: Als Obwaldner Unternehmen investiere man vor Ort und damit auch in die Arbeitsplätze, die es zu sichern und auszubauen gelte. «Ich strahle wie ein Maikäfer», setzte Odermatt anlässlich des Startschusses für die rund zwölfmonatige Bauphase hinzu. Seit rund vier Jahren sei man mit viel Herzblut am Planen. «Die Baubewilligung konnten wir diese Woche abholen gehen. Wir wollten nämlich sehen, was alles drinsteht.» Keine böse Überraschung: Odermatt dankte denn auch Gemeinde und Kanton für ihre Unterstützung.

Als «Perle» bezeichnete Gemeindepräsident Peter Rohrer die Bio-Familia: «Auch dank ihr bin ich wohl so gross geworden, denn meine Mutter arbeitete hier und brachte immer auch die Produkte mit nach Hause», scherzte er und zeigte sich zugleich stolz, einen solch erfolgreichen Betrieb in der Gemeinde zu haben.

«Wir haben bisher Berge von Papier produziert, jetzt wird es Zeit, dies alles in Beton zu giessen und in Holz zu schnitzen», blies auch Projektleiter Martin Ettlin zum Aufbruch. Über eine Fläche von 2300 Quadratmeter und ein Volumen von 9400 Kubikmeter verfügt der Holzhybridbau mit Minergie-A-Zertifizierung dereinst. Da die Ökologie bei Bio-Familia seit je im Vordergrund steht, wird wo immer möglich mit Schweizer Holz gebaut. «270 Kubikmeter Holz à 200 Elemente sind dafür nötig», erklärte Daniel Schuwey von der Erne AG Holzbau. Eine Randnotiz: Innert 15 Minuten sei diese Holzmenge in den Schweizer Wäldern wieder nachgewachsen, so der Holzbauer aus dem Aargauischen.

Für die Architektur ist die Kundert Planer AG zuständig, eine auf die Lebensmittelindustrie spezialisierte Firma aus Zürich, die schon die Produktionserweiterung von 2010 leitete. Die Ingenieurleistungen stammen vom Obwaldner Ingenieurbüro ZEO AG. Diverse weitere Aufträge sollen zudem noch an das lokale Gewerbe vergeben werden.

Das Bürogebäude mit dem Erweiterungsbau. (Bild: Visualisierung: PD)

Das Bürogebäude mit dem Erweiterungsbau. (Bild: Visualisierung: PD)