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SACHSELN: Bruder Klaus als philatelistisches Phänomen

Am 2. März gibt es den Ersttagsstempel zur neuen Sonderbriefmarke mit Niklaus von Flüe. Philatelisten-Präsident Chris Dove beweist, dass keinem anderen Schweizer so viele Marken und Stempel gewidmet sind.
Chris Dove präsentiert die neue Bruder-Klausen-Sonderbriefmarke. (Bild: Romano Cuonz (Sachseln, 28. Februar 2017))

Chris Dove präsentiert die neue Bruder-Klausen-Sonderbriefmarke. (Bild: Romano Cuonz (Sachseln, 28. Februar 2017))

«Im Ganzen gibt es heute siebzehn Briefmarken mit Sujets aus Obwalden. Davon haben fünf mit Bruder Klaus zu tun», sagt Chris Dove, der Präsident der Obwaldner Philatelisten. Voll Stolz präsentiert er die neuste Marke zum 600. Geburtstag des Heiligen. Ab dem morgigen 2. März ist sie gültig. Es ist eine Sonderbriefmarke nach einem alten Bild im Wert von hundert Rappen. Gestaltet hat sie der gebürtige Kernser Grafiker Markus Bucher (wir berichteten).

Der wichtigste Tag im «Leben» jeder Briefmarke ist der Ausgabetag. Ersttagsstempel – wenn möglich vom Ort des Sujets – besitzen für jeden Sammler einen besonderen Wert. Deshalb richten Chris Dove und der Philatelisten-Verein Obwalden morgen vor der Poststelle Sachseln einen Stand ein. Zu kaufen gibt es dort neben den neuen Marken auch ein einfach, aber schön gestaltetes Sondercouvert.

Komplizierter Entscheid aus Bern

Der Sarner Chris Dove hat – wenn auch im Hintergrund – mitgeholfen, dass Obwalden dieser Tage nochmals zu einer Marke mit Bruder Klaus gekommen ist. «In einem neunseitigen Gesuch an die Post musste man ganz genau begründen, warum es Sinn macht, nochmals eine Marke zu Bruder Klaus herauszugeben», erzählt Dove. Weil zahlreiche Orte und Institutionen gerne Briefmarken hätten, sei das Auswahlverfahren höchst kompliziert und aufwendig. Wie dann aus Bern der bejahende Entscheid eintrifft, sind alle sehr erfreut und überrascht. «Wenn man bedenkt, dass es zum Reformator Ulrich Zwingli erst eine Marke gibt, ist das erstaunlich», sagt der Sarner Sammler.

Chris Dove ist gebürtiger Brite und wegen Polio seit der Kinderzeit gehbehindert. Als Sozialpädagoge der Gloria-Stiftung Rüti­mattli ist er nach Obwalden gekommen. «Passionierter Phila­telist bin ich, weil man dieses Hobby auch sitzend ausüben kann», sagt er.

Briefmarken erzählen Geschichte

Auf den Ausgabetag der neuen Marke hin stellt Chris Dove sechs Albumblätter vor, die er Bruder Klaus widmet. «Farbige Papierchen» und Stempel beginnen zu erzählen! Die erste Marke von Bruder Klaus erscheint 1929 und wird vom Obwaldner Künstler Anton Stockmann gestaltet. Mit Tell, Pestalozzi und Dunant gehört Bruder Klaus zu den ersten Schweizer Persönlichkeiten, die auf einer Marke abgebildet werden. Nicht genug: 1937, zum 450. Todestag des Heiligen, erscheint eine violette Pro-Juventute- Marke mit seinem Porträt. Schliesslich gibt es noch das symbolische Bild von Bruder Klaus als Mittler an der Tagsatzung zu Stans. Diese 5-Franken-Marke von 1938 wird in drei Auflagen gedruckt und besitzt unbeschränkte Gültigkeit. Nur 1987, zum 500. Todestag von Bruder Klaus, will die Post – trotz offizieller Anfrage der Regierung – keine weitere Marke herausgeben. Nun aber springt Liechtenstein ein und gibt eine sehr schöne Sondermarke (Wert Fr. 1.10) heraus. Das sind aber noch nicht alle philatelistischen Besonderheiten zu Bruder Klaus: Hinter einem Obwaldner Trachtenmädchen (Pro Juventute, 1929) ist das Geburtshaus von Bruder Klaus zu sehen, und auf einer Pro-Patria-Marke von 1929 mit einer alten in Obwalden geprägten Silbermünze ist Niklaus von Flüe abgebildet.

Interessant ist auch die Geschichte der Werbestempel mit Bildern von Bruder Klaus. Der erste stammt aus Flüeli-Ranft und wurde vom Verkehrsverein Sachseln bezahlt. Er war bis 1966 im Einsatz. Dann folgte ein Nachfolger mit Postleitzahl: 6073, Flüeli-Ranft. Seit 2001 ist die Poststelle Flüeli geschlossen. Nun stempelt man Bruder-Klausen-Marken in Sachseln ab. Es gibt übrigens noch zwei Marken ohne Frankaturwert: Mit der einen konnten Wehrmänner während des Krieges ihre Feldpost-briefe verschönern. Die andere half, den Bau des Bruder-Klausen-Brunnens ins Sachseln zu finanzieren. All diese und noch viele weitere interessante Geschichten erzählen die Albumblätter von Chris Dove zum Bruder-Klausen-Jahr 2017.

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Sondermarke «600 Jahre Bruder Klaus» und Couvert: Verkauf vor der Post Sachseln am 2. März von 9–18 Uhr. Ausstellung der Sammlung «Bruder Klaus und die Phila–telie» vor der Post und später im Museum Bruder Klaus, Sachseln, und im Historischen Museum Obwalden in Sarnen.

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