SACHSELN: Bürger wehren sich mit Flugblatt gegen Pelletheizung

Die Idee, das Mehrzweckgebäude Flüematte künftig mit Pellets zu beheizen, stösst auf Kritik. Nicht das erste Mal.

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Das Mehrzweckgebäude Flüematte in Sachseln
soll eine Pelletheizung erhalten. (Bild Christoph Riebli)

Das Mehrzweckgebäude Flüematte in Sachseln soll eine Pelletheizung erhalten. (Bild Christoph Riebli)

Das Geschäft scheint auch diesmal umstritten zu sein. Ein Flugblatt, das vor kurzem in die Sachsler Haushalte flatterte, ruft zu einem Nein zur Pelletheizung auf, über welche die Sachsler am 28. Februar abstimmen (siehe Ausgabe vom 8. Februar). Es empfiehlt eine moderne Holzschnitzelheizung, welche ihre 24-jährige Vorgängerin ersetzen würde, die bis anhin das Mehrzweckgebäude Flüematte auf Flüeli-Ranft beheizte. Begründet wird die Haltung unter anderem mit den 50 Prozent Energieholz (Hackholz), das bei der Pflege des Sachsler Schutzwaldes anfalle und für Holzschnitzelfeuerungen bestens geeignet sei.

Zudem würden Holzschnitzel – als einheimische Energie vor Ort – ohne aufwendige Umwege mit geringstem Energieaufwand in die Heizanlage gelangen. Und: «Mit der Wärmegewinnung durch Holzschnitzel tragen wir aktiv zur Pflege des Sachsler Schutzwaldes bei», heisst es im Argumentarium des Flugblattes weiter. Unterzeichnet ist es von «mit dem Sachsler Wald besonders verbundenen Mitbürgern». Die Korporation Sachseln bestätigte, dass diese Mitbürger grösstenteils aus ihrem Umfeld stammen, wollte sich aber auf Anfrage nicht weiter dazu äussern.

Störungsfreier und günstiger

«Eine Holzschnitzelheizung ist störungsanfälliger und teurer als eine Pelletheizung, darum haben wir uns dagegen entschieden», erklärte Vizegemeindepräsident Anton Amrhein auf Anfrage. Die Rede ist von 50 000 Franken höheren Investitionskosten (213 000 Franken). Und: «Die Schnecke, welche die Holzschnitzel transportiert, verursachte immer wieder Störungen.»

Zu bedenken gab er auch, dass nur zwei Prozent der gelieferten Holzschnitzel, welche die Gemeinde von der Korporation beziehe, für die Flüematthalle benutzt würden. Ausserdem kämen auch die Pellets grösstenteils aus der Region. Pellets werden als Abfallprodukte aus der Holzverarbeitung gewonnen.

Zweiter Anlauf

Im Mai 2015 wurde das Geschäft an der Gemeindeversammlung zur Überarbeitung zurückgewiesen. Anton Amrhein ist zuversichtlich, dass die Vorlage im zweiten Anlauf durchkommt – «zumal eine Urnenabstimmung auch die Haltung der Bevölkerung besser abbilden kann als eine Gemeindeversammlung. Und meinem Eindruck nach geniesst das Geschäft einen breiten Rückhalt im Volk.»

Sagen die Sachsler am 28. Februar Ja zum Kredit über 163 000 Franken, wird unter anderem der bestehende Holzschnitzelkessel durch einen Pelletheizkessel ersetzt. Bei einem Nein käme wieder eine Holzschnitzelheizung zum Einsatz.

Matthias Piazza