SACHSELN: Der Tunnel soll für Unfälle sicherer werden

Er ist der drittlängste Auto-Strassentunnel der Schweiz. Und laut TCS zu wenig sicher. Wie der Sachsler A 8-Tunnel sicherer werden soll, ist allerdings offen.

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23. Juni 2005: Die Frontalkollision zwischen einem Lastwagen und einem Auto im Tunnel Sachseln forderte einen Toten. (Bild Daniel Reinhard/Neue OZ)

23. Juni 2005: Die Frontalkollision zwischen einem Lastwagen und einem Auto im Tunnel Sachseln forderte einen Toten. (Bild Daniel Reinhard/Neue OZ)

Sachseln wird seit zehn Jahren im drittlängsten Nationalstrassentunnel der Schweiz umfahren. Auf den 5,2 Kilometern sind zwar genug breite Fahrspuren und Pannenbuchten vorhanden. Und der Tunnel wird dauernd mit Video überwacht, automatische Brandmelder erkennen Brände, schalten die Lüftung ein und sperren den Tunnel.

Gefahrengüter dürfen uneingeschränkt durch die Röhre
Und dennoch: Der Tunnel ist nicht sicher. Nur «ausreichend», wie ein Test des TCS ergab. «Die Voraussetzungen für eine effektive Selbstrettung im Brandfall sind unzureichend.» Die Notausgänge sind zu weit auseinander, die Leistung des Lüftungssystems ist beschränkt, und die Beleuchtung ist auch für die Video-Überwachung zu schwach.

Die Tester sprechen von einem mittleren Risiko für Autofahrer. Sie begründen das mit der Länge und dem hohen Lastwagensnteil von 6,6 Prozent an den 8400 Fahrzeugen pro Tag. Zudem dürfen Gefahrengüter uneingeschränkt durch den Tunnel transportiert werden, anders als etwa am Gotthard.

«Es ist nicht überall maximale Sicherheit möglich»
Das Bundesamt für Strassen (Astra) ist an der Planung einer umfassenden Sanierung des 1997 eröffneten Tunnels. Geprüft wird der Bau eines parallelen Sicherheitsstollens mit Querstollen im Abstand von 300 Metern samt einer Totalsanierung und einem Ersatz der Betriebs- und Sicherheitsausrüstungen. Ob und wann ein solcher Stollen gebaut wird, ist allerdings laut Projektleiter Paul Kurmann vom Bundesamt für Strassen noch offen. Mit Bauarbeiten ist nicht vor 2012 zu rechnen», sagt Kurmann.

Man nehme beim Bund die TCS-Tests «sehr ernst», sagt Kurmann. Gleichwohl müsse man mit den beschränkten finanziellen Mitteln haushälterisch umgehen. «Es ist nicht überall maximale Sicherheit möglich.» Mit der kleinen Frequenz von 8400 Fahrzeugen pro Tag sei der Tunnel Sachseln «ein Grenzfall», sagt Kurmann.

Die ausreichende Sicherheit des Tunnels wird auch in der TCS-Untersuchung relativiert, gab es doch in den Jahren 2004 bis 2006 im Schnitt nur zwei Pannen, einen Unfall und gar keinen Brand im Sachsler Tunnel. Und, das streicht der TCS auch hervor: Kurze Anfahrtswege für die Feuerwehr und eine eigene Löschwasserversorgung würden im Brandfall einen effizienten Einsatz ermöglichen.

Markus von Rotz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Obwaldner Zeitung.