SACHSELN: Die neuen Hotelprojekte ernten Lob

Am Jahresbot des Innerschweizer Heimatschutzes kamen neue Hotelprojekte zur Sprache. Und sie kamen gut weg.

Drucken
Teilen
Das Hotel Paxmontana könnte schon bald ganzjährig geöffnet sein. (Archivbild Josef Reinhard/Neue OZ)

Das Hotel Paxmontana könnte schon bald ganzjährig geöffnet sein. (Archivbild Josef Reinhard/Neue OZ)

Gleich drei Prädikatsstempel verteilte der Fachmann für die geplanten Hotelbauten in Engelberg, Melchsee-Frutt und den Umbau des «Paxmontana». «Alle drei Projekte haben eine hohe architektonische Qualität», bescheinigte Giovanni Danielli, Raumplaner und Dozent am Institut für Tourismuswirtschaft der Hochschule Luzern, am Jahresbot des Innerschweizer Heimatschutzes am Wochenende im Hotel Paxmontana in Flüeli-Ranft.

In einem Vortrag hatte er zuvor auf die verheerenden Auswirkungen des Zweitwohnungsbaus hingewiesen: zersiedelte Landschaften, explodierende Baulandpreise und «eine Kannibalisierung der Hotellerie». Der Tourist von heute in der Innerschweiz wolle Natur pur erleben, sich mit Wellness, gesunder Ernährung und Bewegung erholen.

Ein Ensemble in Engelberg erschaffen
Als «Riesendurcheinander an architektonischer Umgebung» bezeichnete der Zürcher Architekt Joseph Smolenicky die Vorgaben für das Hotel am Kurpark. Er, der das neue Hotel am Kurpark entworfen hat, sei entsetzt gewesen, als er den heutigen Zustand des Areals verglichen habe mit einem Bild der Jahrhundertwende.

Sein Hauptanliegen für das geplante Projekt: ein Ensemble mit dem benachbarten Hotel Europe aus der Belle Epoque und dem Kurpark zu schaffen, «eine Anlage». Der grossformatige Baukörper soll für seine Umgebung den Eindruck der Ruhe erzeugen. Den benachbarten Park bezieht der Architekt mit ein. Die Zimmer selbst sind zweigeteilt in einen abgetrennten Wellness- und einen Aufenthaltsbereich.

Massives Hotel mit zwei Restaurants auf der Frutt
Als «architektonischen Akzent in der Landschaft» bezeichnete Tourismusexperte Giovanni Danielli die geplante Frutt Lodge. Der neue Bau soll das 2004 unter dramatischen Umständen abgebrannte Kurhaus ersetzen. Und tatsächlich: Klotzig kommt der viergeschossige Bau auf dem Frutthügel oberhalb vom Melchsee daher.

Man habe sich inspirieren lassen von «dem Trutzigen, Massiven des bestehenden Hotels Reinhard», so der Luzerner Architekt Thomas Lussi. Zusammen mit diesem und der Bergstation bilde das neue Hotel ein Dreieck. Das Hotel verfügt im Wesentlichen über zwei Bereiche: Einen Apartmentteil mit 16 geplanten Apartments und das Hotel mit zwei Restaurants und einer Kapazität von 50 Betten.

Das Hotel Paxmontana könnte bald ganzjährig geöffnet sein
An einem Wendepunkt befinde sich das Hotel Paxmontana, machte die Zürcher Architektin Rita Schiess deutlich. Zwar kämen noch Massenbesucher nach Flüeli-Ranft, immer mehr aber auch Einzeltouristen. Während der letzten Winterpause hatte sie Mustersanierungen von sechs Zimmern vorgenommen.

Auf diesen Erfahrungen können Überlegungen für einen späteren Umbau des ganzen Hauses erfolgen. Sollten die Kalkulationen bis zum Winter ergeben, dass sich der Umbau in dieser Weise rentiere, ist sogar eine Ganzjahresbewirtschaftung möglich.

Marion Wannemacher

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Obwaldner Zeitung.