Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SACHSELN: Dreijähriger Test für Bus nach Sarnen

Die Verlängerung der Buslinie Flüeli–Sachseln–Sarnen kommt doch zu Stande – den Anstoss dazu lieferte ein Komitee. Für die Gemeinde bedeutet das Mehrkosten.
Christoph Riebli
Ein Postauto biegt zur heutigen Endstation beim Bahnhof Sachseln ein. (Bild Martin Uebelhart)

Ein Postauto biegt zur heutigen Endstation beim Bahnhof Sachseln ein. (Bild Martin Uebelhart)

Von 2017 bis 2019 soll der Flüeli-Bus nicht länger in Sachseln Endstation machen, sondern die Lücke zwischen Sarnen und Sachseln mit den Haltestellen «Sarnen, Seefeld-Park/Spital» und «Sachseln, Seehof/Brüggi» und täglich 11 Kurspaaren schliessen. Zum dreijährigen Pilotbetrieb ab Dezember hat sich der Gemeinderat – mit einem Wiedererwägungsgesuch beim Kanton – durchgerungen. Im Bestellverfahren zum Fahrplan 2016/17 hatte er eine Linienverlängerung noch abgelehnt (wir berichteten). Dies, obwohl der Kanton als Ideengeber und auch die Gemeinde Sarnen grünes Licht gaben.

Zu hoch seien die Investitionskosten, lautete das Gegenargument aus dem Sachsler Gemeindehaus. Nun hat die Gemeinde 27 350 Franken pro Jahr an die verlängerte Buslinie zu zahlen – das Fünf- bis Zehnfache der regulären Bestellkosten. Der Grund: Der Kanton hat sein ÖV-Budget inzwischen ohne diese Verbindung geschnürt. Er zahlt bis 2019 anstelle der üblichen 90 Prozent «nur» die Hälfte. Den Rest teilen sich Sarnen (ein Drittel) und Sachseln (zwei Drittel).

Kein voreiliges Präjudiz

«Im Nachhinein ist man immer schlauer. Zumindest wenn es um die Finanzen geht», kommentiert der zuständige Gemeinderat Florian Spichtig zur Situation. Die ursprüngliche Absage durch den Gesamtgemeinderat habe sich auf die Kurserweiterung per Dezember 2015 bezogen. «Wir wollten nicht direkt in einen permanenten Betrieb übergehen und zuerst klare Bewertungskriterien definieren», erklärt Spichtig weiter. Der nun aufgegleiste Pilotbetrieb «ermöglicht uns in den nächsten drei Jahren, das Potenzial der Linie sorgfältig zu ermitteln». Auf keinen Fall dürfe nämlich die Verlängerung die Rentabilität der Verbindung Flüeli–Sachseln gefährden – in einem solchen Fall würde das finanzielle Engagement des Kantons schwinden, dasjenige der Gemeinde weiter anwachsen.

Auch die Zentralbahn (ZB) gelte es nicht zu konkurrenzieren. Konkret: «Der Schnellzugshalt hat oberste Priorität für Sachseln», sagt Spichtig. Diesbezügliche «Alarmsignale» der ZB hätten sich inzwischen aber wieder verflüchtigt. Ausserdem habe der Gemeinderat mit der Linienverlängerung Sachseln–Sarnen kein voreiliges Präjudiz schaffen wollen: «Das Bedürfnis nach einer besseren Busanbindung ist in jedem Quartier vorhanden. Wir können diese Ansprüche jedoch nicht alle abdecken.»

«Ein echtes Kundenbedürfnis»

Kein Verständnis für das anfängliche Hadern des Gemeinderats hat Jürgen Mayer, Brüggi-Anwohner und Verwaltungsratspräsident der Maxon Motor AG: «Man hätte die Buslinie wesentlich billiger bekommen, wenn man sofort auf das Angebot des Kantons eingegangen wäre. Darum muss man jetzt argumentieren.»

Als Mayer und Gleichgesinnte von der ablehnenden Haltung des Sachsler Gemeinderats in der Zeitung lasen, gründeten sie kurzerhand ein Komitee, sammelten 200 Unterschriften und verlangten so von der Gemeinde, ihren Entscheid zu korrigieren. «Hätten wir uns nicht eingeschaltet, hätte man die Verbindung nach Sarnen nicht realisiert», ist er überzeugt. Und auch davon, dass «das Bedürfnis für die neuen Haltestellen gegeben ist». Gerade im Brüggi-Quartier wohnten viele ältere Menschen, die auf eine solche Busverbindung angewiesen seien.

Als «ein echtes Kundenbedürfnis» wertet Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker die Linienverlängerung. Er rechnete den Verantwortlichen noch in der heissen Phase des ÖV-Bestellprozesses – in einem uns vorliegenden Brief – vor: «Der Kantonsanteil hätte 77 315 Franken betragen» – also 90 Prozent der Gesamtkosten. Das Volkswirtschaftsdepartement machte gar Vorschläge, wie für die beiden neuen Haltestellen die Kosten gesenkt werden können.

Christoph Riebli

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.