SACHSELN: Es droht Busse bis zu 20 000 Franken

Die Feuerwehr muss realitätsnah üben, ist für den Luzerner Feuerwehrinspektor klar. Dabei gebe es aber gesetzeskonforme Alternativen.

Matthias Piazza
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Der Brandplatz im Zun in Sachseln ist schon teilweise abgeräumt. (Bild Corinne Glanzmann)

Der Brandplatz im Zun in Sachseln ist schon teilweise abgeräumt. (Bild Corinne Glanzmann)

Matthias Piazza

Der Stall, der am Dienstagabend für die Feuerwehrübung in Brand gesetzt wurde (siehe Ausgabe von gestern), gehörte der Korporation Sachseln, wie Korporationsschreiber Hansruedi Vogler auf Anfrage bestätigte. «Der einsturzgefährdete Stall wurde seit längerem nicht mehr benutzt», hält er fest. «Da er sowieso bald aus Sicherheitsgründen hätte abgerissen werden müssen, stellten wir den Stall der Feuerwehr Sachseln für ihre Brandübung zur Verfügung.»

Ob die Feuerwehr allenfalls den Stall illegal angezündet habe, könne und wolle er nicht beurteilen. Das sei Sache der Polizei.

«Um für den Ernstfall optimal vorbereitet zu sein, muss die Feuerwehr möglichst realitätsnah üben können und trotzdem die strengen Umweltschutzvorschriften einhalten. Das ist für die Brandbekämpfung nicht immer ganz leicht», meint Vinzenz Graf, Feuerwehrinspektor des Kantons Luzern, ohne sich zum Fall Sachseln äussern zu wollen.

In 30 Jahren nie erlebt

Klar ist für ihn, dass sich die Feuerwehren an die Umweltschutzgesetzgebungen halten müssen. Gemäss dem Merkblatt der Abteilung Umwelt und Energie (UWE) des Kantons Luzern etwa dürfen alte Gebäude nicht zu Übungszwecken angezündet werden, «da selbst bei der Verbrennung von scheinbar unbehandeltem Altholz problematische Schadstoffe freigesetzt werden, welche die Umgebung verschmutzen und die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen gefährden können». Widerhandlungen gegen dieses eidgenössische Umweltschutzgesetz können mit einer Busse von bis 20 000 Franken geahndet werden, wie es auf Anfrage beim UWE hiess. «Die Vorschriften thematisieren wir bei Weiterbildungen regelmässig», meint Graf, der sich in seiner über 30-jährigen Feuerwehrkarriere an keinen Fall erinnern könne, wo die Feuerwehr zum Üben ein Gebäude angezündet habe.

Für realitätsnahe Übungen kommen bei den Feuerwehren im Kanton Luzern gasbefeuerte mobile Anlagen zum Einsatz. Geübt werde auch in sogenannten gasbefeuerten Brandhäusern wie demjenigen in Seewen.