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SACHSELN: Hotel Belvoir muss Wohnungen weichen

Ende 2017 gibt das Wirtepaar Mike und Monika Zumstein ihr Hotel Belvoir auf. Eine Eberli-Tochterfirma plant an seiner Stelle eine Wohnüberbauung.
Romano Cuonz
2018 fahren beim Hotel Belvoir wohl die Bagger auf. (Bild: Romano Cuonz / Neue OZ)

2018 fahren beim Hotel Belvoir wohl die Bagger auf. (Bild: Romano Cuonz / Neue OZ)

Das von einheimischen wie von ausländischen Gästen geschätzte Wirtepaar Mike und Monika Zumstein hat den Familienbetrieb verkauft. Neue Besitzerin ist mit der Seidenhof AG ein Tochterunternehmen der Eberli Sarnen AG. Mit ihr wurde vereinbart, dass die Familie Zumstein und ihr Team das Hotel Belvoir noch bis Ende 2017 weiterführen. 2018 aber werden wohl die Bagger auffahren. Das Hotel muss weichen.

Ein Obwaldner Pionierbetrieb

«Eine herrliche Aussicht über den Sarnersee und das Gebirge erwartet sie im Hotel Belvoir in Sachseln», verheisst das Hotel via Internet. In der Tat: Seit 1958 wird das «Belvoir» seinem Namen gerecht. Vorerst war es nur eine kleine Pension. Zehn Jahre später ging diese in den Besitz von Lisbeth und Klaus Zumstein über. Die beiden bauten die Pension zu einem Hotel aus. Für Obwalden pionierhaft war die Diskothek Down Down (unter dem Parkplatz errichtet). Es wurde zum Treffpunkt Jugendlicher. Ja, es machte das «Belvoir» weit über die Zentralschweiz hinaus bekannt. Gleichzeitig legte die Familie Zumstein grossen Wert auf ein gediegenes Ambiente und auf eine gute Küche. 1985 baute sie den Hotelbetrieb auf 27 Zimmer und Appartements aus.

Kurz darauf erfolgte der Generationenwechsel: Seit 1988 sorgen Mike und Monika Zumstein-Lauber dafür, dass der Familienbetrieb an Renommee noch gewann. Aus der Jugenddisco Down Down wurde vorerst ein Event- und Partylokal. Seit 15 Jahren aber führt dort Beppi Baggenstos mit grossem Erfolg das Kleintheater Obwalden. Dies mit vielen attraktiven Eigenproduktionen.

Nachfolgereglung nicht möglich

«Weil innerhalb unserer Familie eine Nachfolgeregelung nicht möglich war, haben wir uns dazu entschieden, die Liegenschaft zum Kauf anzubieten», sagt Mike Zumstein. Leicht gefallen sei dieser Entscheid der Familie nicht. Doch Zumstein hält fest: «Um das Hotel, das heute eine kritische Grösse aufweist, weiterzuführen, hätten wir es komplett umbauen müssen.» Diese Investition aber sei finanziell nicht im Bereich des Möglichen gelegen. Zudem seien in den letzten Jahren die Bustouristen aus Deutschland und England mehr und mehr ausgeblieben. Ein Verlust, der trotz zahlreicher Gäste aus Asien und Osteuropa nie mehr ganz kompensiert werden konnte. So sei denn der Entschluss, das Hotel aufzugeben, die einzig vernünftige Entscheidung gewesen. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Eines aber ist gewiss: Sowohl Mike Zumstein (64) als auch seine Frau Monika (54) werden weiterarbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Toni Bucher, Verwaltungsratspräsident der Eberli Sarnen AG, macht kein Hehl daraus, was die neue Besitzerin mit der Liegenschaft vorhat. «Dort, wo das Hotel steht, wird eine Überbauung mit Wohnungen in attraktiver Lage am See entstehen», sagt er. «Wir haben ein in jeder Hinsicht hervorragendes Projekt im Köcher.» Mehr will und kann er allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten.

Baggenstos sucht Kleintheater

Eines aber ist ganz gewiss: Ein Hotel wird an diesem Platz nicht mehr gebaut. Damit aber verliert ab 2018 auch das Kleintheater Obwalden seine Räumlichkeiten. Theatermacher Beppi Baggenstos dazu: «Wir sind auf der Suche nach einem neuen Standort für das Kleintheater Obwalden!» Ein Auge habe man auf den Landenberg in Sarnen oder auf die «Pfistern» in Alpnach geworfen. In der Nähe beider Orte gäbe es möglicherweise geeignete Räume für ein Theaterlokal. Noch aber sei es nicht möglich, eine pfannenfertige Lösung des Problems zu präsentieren.

Romano Cuonz

Das Wirtepaar Monika und Mike Zumstein. (Bilder Romano Cuonz)

Das Wirtepaar Monika und Mike Zumstein. (Bilder Romano Cuonz)

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