Sachseln
Hotelgäste checken im «Kreuz» künftig rund um die Uhr am Automaten ein

Das Hotel Kreuz in Sachseln wird am ersten April als Self-Check-in-Hotel wiedereröffnet. Eberli hat es an eine Liechtensteiner Hotelkette verkauft.

Marion Wannemacher
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Das Hotel Kreuz in Sachseln hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Das Geschäft mit den Hotelgästen rentierte zuletzt nicht mehr. Die Auslastung war in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen. So hatte deren bisherige Besitzerin, die Firma Eberli in Sarnen, im März 2019 beschlossen, die Hotelzimmer in Wohnungen umzuwandeln. Man wolle das traditionsreiche Haus an erster Lage nicht einfach stilllegen, hatte Alain Grossenbacher, CEO von Eberli, argumentiert. Angedacht waren Studios und Kleinwohnungen bis hin zu Dreieinhalb-Zimmer-Wohnungen.

Das Hotel Kreuz in Sachseln.

Das Hotel Kreuz in Sachseln.

Bild: Archiv Obwaldner Zeitung (12. Juni 2015)

Ende des vergangenen Jahres hat Eberli das Hotel an die Liechtensteiner Holding b_smart selection verkauft, die in der Schweiz und in Liechtenstein dreizehn Self-Check-in-Hotels und -Motels betreibt, darunter das Hotel Rebstock in Wolhusen. «Das Betreiben eines Hotels ist nicht unser Kerngeschäft», sagt Alain Grossenbacher zu den Gründen, warum sich Eberli vom Kreuz getrennt hat. Der jetzige Besitzer habe das Unternehmen kontaktiert. Zu den ursprünglichen Plänen sagt Grossenbacher:

«Die Wohnungen waren lediglich eine Konzeptidee als Möglichkeit. Wir haben nie ausgeschlossen, dass das Kreuz ein Hotel bleiben könnte.»

Der primäre Anspruch sei nie gewesen, dass Eberli damit ein Bauprojekt umsetzen muss, sondern dass es «eine gute Lösung für das Haus gibt».

Statt bedienter Rezeption ein Automat

Das Unternehmen habe den Verkauf eingehend geprüft und sei vom Leistungsausweis des neuen Besitzers überzeugt. Auch sei wichtig, dass der Gast die Möglichkeit habe, ins Restaurant zu gehen, erklärt CEO Grossenbacher. Ende vergangenen Jahres war der Pachtvertrag mit Bruno Della Torre ausgelaufen. Dieser hatte sich entschieden, sich auf die Führung des von seinen Eltern übernommenen Betriebs, der Rose in Kerns, zu konzentrieren. Die Hotel Kreuz AG meldete im Dezember Konkurs an.

Seit sieben Jahren führen die Liechtensteiner Unternehmer Hotels und Motels. Tamara Weishaupt vom Marketing erläutert das Prinzip des Self-Check-in:

«Es funktioniert ähnlich wie auf dem Flughafen und ist so einfach wie Geld aus einem Bankautomaten zu beziehen.»

Die Hotelgäste checken also am Automaten ein, zahlen mit Geld- oder Kreditkarte ein, registrieren sich und entnehmen die Schlüsselkarte fürs Zimmer. Man kann rund um die Uhr einchecken und spart am Abreisetag die Wartezeit fürs Auschecken, weil die Karte einfach per Einwurf abgeben werden kann.

Gespräche mit den ehemaligen Mitarbeitern laufen

Im Hotel Kreuz wird es also künftig keine bediente Rezeption mehr geben. Die Gäste sollen bei Problemen Hilfe durch Mitarbeiter oder per Telefon erhalten. Der Restaurantbetrieb soll unter ähnlichem Konzept wie bisher beibehalten werden, Hotel und Restaurant werden als ein Betrieb geführt. In der Medienmitteilung ist die Rede davon, dass die langjährigen Mitarbeiter übernommen werden sollen. Auf die Frage nach der Anzahl erklärt Tamara Weishaupt, dass dazu bislang keine Details feststehen. Aktuell liefen die Gespräche mit den ehemaligen Mitarbeitern und das Team werde zusammengestellt.

Auch weiterhin soll das Hotel über 23 Zimmer für die Gäste verfügen. Diese würden nach Angaben der Sprecherin neu möbliert, auch würden die Oberflächen aufgearbeitet, frische helle Farben sollen dominieren. Im Restaurant brauche es dringend eine Schalldämmung.

Die Zielgruppe ändert sich nicht. Als Hotelgäste erwarten die neuen Besitzer Feriengäste, Seminarteilnehmer, Geschäftsreisende, fürs Restaurant hofft man weiterhin auf Einheimische. Als Marke bleibt der Name Hotel Kreuz erhalten, das Unternehmen ist sich des Wertes historischer Häuser mit ihrer ureigenen Geschichte bewusst.