SACHSELN: Jugendliche schnuppern Gastroluft

Ein ganzes Hotel stand zur Verfügung. Im «Kreuz» in Sachseln übten 22 Jugendliche für eine Zukunft im Hotelfach und Gastgewerbe.

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Die Jugendlichen wurden im Schnuppercamp voll in den Hotelbetrieb integriert. (Bild Kurt Liembd/Neue OZ)

Die Jugendlichen wurden im Schnuppercamp voll in den Hotelbetrieb integriert. (Bild Kurt Liembd/Neue OZ)

Da staunten einige Hotelgäste, als sie erfuhren, dass sie während fünf Tagen von Schnupperlehrlingen beraten, bedient, verwöhnt und bekocht werden sollten. Doch die anfängliche Skepsis wich sofort, als sie spürten, mit welchem Elan die 22 Schnupperlehrlinge ihre Aufgaben anpackten. 16 Mädchen und sechs Knaben aus neun Kantonen absolvierten ein von Hotelleriesuisse organisiertes Schnuppercamp in den Berufen Koch, Hotelfach, Restaurationsfachmann/-fachfrau (früher Serviertochter/Kellner) und Kauffrau oder Kaufmann.

Besucher im Hotel Kreuz in Sachseln merkten sofort, dass die jungen Leute zwischen 13 und 15 Jahren nicht nur zuschauen durften. «Die Jugendlichen sollen das Arbeitsumfeld in der Hotelbranche unter ganz realistischen Umständen kennen lernen,» so Projekteiter Alex Supersaxo. Dazu gehöre eben auch, dass sie dem üblichen Zeitdruck unterworfen seien, dass sie mit Gästen in Kontakt kommen und dass sie Arbeitszeiten von 8 bis 9 Stunden pro Tag haben.

«Was die alles hinkriegen!»
«Es macht mega Spass», sagt Oliver Schmitt (13) aus Stansstad, der einzige Schnupperlehrling aus Ob- und Nidwalden. Er schnuppert als Kaufmann und erlebt dabei viel Neues. «Ich durfte an der Réception arbeiten, was mir speziell gut gefallen hat.» Weitere Arbeiten sind Menüs schreiben, Hotelzeitung verfassen, Organisieren und vieles mehr. Das Hotelfach scheint Oliver zu liegen, denn seine Lieblingsfächer sind Hauswirtschaft, Englisch und Informatik. Will er denn nach der Schule ins Hotelfach einsteigen? Auf diese Frage studiert er lange und verrät dann: «Eigentlich schon, aber mein Traumberuf wäre eigentlich Lokführer.»

Die Motivation ist riesig und die Erfolgserlebnisse auch. Vor allem wenn die Reaktionen der Gäste so positiv ausfallen wie in Sachseln. «Ich staune schon, was die alles hinkriegen», sagt ein älterer Hotelgast. Voll des Lobes ist auch das Hoteldirektionspaar Beatrice und Olaf Reinhardt. «Das Schnuppercamp war für uns zwar etwas Ungewohntes, aber wir haben mit den jungen Leuten durchwegs positive Erfahrungen gemacht», sagt Beatrice Reinhardt.

Kurt Liembd

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Obwaldner Zeitung.