SACHSELN: Marsrover denkt nicht ans Aufhören

Der Marsrover Opportunity hat inzwischen eine Marathon-Distanz zurückgelegt. Dies freut auch den Mikromotorenlieferanten, die Maxon Motor AG.

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Der Marsrover Opportunity - ausgestattet mit Maxon-Teilen - ist seit elf Jahren auf dem Mars unterwegs. (Bild Nasa/JPL)

Der Marsrover Opportunity - ausgestattet mit Maxon-Teilen - ist seit elf Jahren auf dem Mars unterwegs. (Bild Nasa/JPL)

Interview Marion Wannemacher

Ursprünglich hätte sein Einsatz nur drei Monate dauern sollen. Nun ist der Marsrover Opportunity, der mit verschiedenen Messgeräten und Werkzeugen für die Marsforschung ausgestattet ist, bereits seit elf Jahren auf dem Roten Planeten. Laut der US-Raumfahrtbehörde Nasa hat er kürzlich geschafft, was noch keinem Roboter vor ihm auf einem anderen Planeten gelungen ist: Er hat inzwischen die Marathon-Distanz von 42,195 Kilometern zurückgelegt.

Im Marsrover sorgen 39 Mikromotoren der Firma Maxon Motor AG für den Antrieb. Wir fragten Geschäftsführer Eugen Elmiger nach der Bedeutung des Ereignisses für das Sachsler Unternehmen.

Die Marsmission interessiert auch in Ihrer Firma. Haben Sie den Marathon gefeiert?

Eugen Elmiger: Im kleinen Rahmen, ja. Natürlich freuen wir uns darüber.

Der Marsrover steht viel länger im Einsatz als geplant. Welche Aufgaben hat er heute überhaupt noch?

Elmiger: Von Anfang an ging es darum, nach Beweisen für Leben auf dem Mars zu suchen. 2014 fand Opportunity Wasserspuren in den untersuchten Gesteinsschichten des Endeavor-Kraters. Die Daten zeigen, dass dort vor mehreren Milliarden Jahren wohl ein See existiert hat mit durchaus guten Voraussetzungen für Lebensformen.

Wie wird der Roboter vor Ort eigentlich gewartet?

Elmiger: Es gibt keine Möglichkeiten, mechanisch einzugreifen. Das heisst, dass unsere Motoren geliefert werden und dann halten müssen. Deshalb wird jedes Teil im Vorhinein ausgiebig getestet. Heute haben wir jedoch gute Daten von früheren Marsmissionen, die uns bei der Auslegung der Antriebe helfen.

Welche Probleme ergeben sich hauptsächlich auf dem Mars?

Elmiger: Die spezielle Atmosphäre, Sandstürme und Temperaturschwankungen von minus 120 bis plus 25 Grad Celsius. Sind die Solarzellen mit Sand bedeckt, gibt es nur die Möglichkeit, den nächsten Wind abzuwarten.

Welche Schlüsse ziehen Sie aus dem bisherigen Einsatz?

Elmiger: Wir können unsere Produkte aufgrund dieser Einsätze optimieren. Vor allem die ersten Monate sind spannend. Natürlich geht es bei der Mission nicht darum, dass Opportunity möglichst lang fährt, aber auch eine Langzeitstudie bringt uns sehr viel.