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SACHSELN: Namensvetter feiert mit Bruder Klaus zusammen Geburtstag

Der nationale Gedenktag mit ökumenischem Gottesdienst zog rund 600 Leute in und vor die Sachsler Pfarrkirche. Darunter auch eine Geburtstaggesellschaft aus der Ostschweiz.
Matthias Piazza
Den Gottesdienst am Sonntag verfolgten vor der vollen Pfarrkirche gegen 250 Besucher und Zaungäste auf einer Grossleinwand bei schönstem Wetter. (Bild: Markus von Rotz (Sachseln, 24. September 2017))

Den Gottesdienst am Sonntag verfolgten vor der vollen Pfarrkirche gegen 250 Besucher und Zaungäste auf einer Grossleinwand bei schönstem Wetter. (Bild: Markus von Rotz (Sachseln, 24. September 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Nach dem Familiengottesdienst bei der unteren Ranftkapelle am Samstag stand der gestrige Sonntag im Zeichen des ökumenischen Gottesdienstes. Nicht nur in der Pfarrkirche Sachseln, die bereits um 9.45 Uhr, eine Viertelstunde vor Beginn, mit rund 350 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt war, auch auf dem Dorfplatz verfolgten rund 250 Leute über eine Grossleinwand die rund einstündige Messe zu Ehren des Nationalheiligen Bruder Klaus, der vor 600 Jahren auf die Welt kam. An der Feier nahm auch die Schweiz teil – der Gottesdienst wurde im Fernsehen übertragen.



Kardinal Kurt Koch und der evangelische Pfarrer Gottfried Locher würdigten mit besinnlichen Worten das Wirken des Niklaus von Flüe. Gottfried Locher strich insbesondere den Verzicht und die Besinnung auf Wesentliches als nachahmenswerte Tugenden hervor. «Wir leben in einem goldenen, vollgestopften Käfig und haben den Schlüssel verloren», lautete sein Befund zur heutigen Zeit. Kurt Koch bezeichnete Niklaus von Flüe als Menschen- und Gottesfreund. In einer szenischen Darbietung setzten sich Hanspeter Müller-Drossaart, der einen Katholiken spielte, und Stine Durrer, die die Rolle einer Reformierten einnahm, auch kritisch mit dem ehemaligen Bauern auseinander, der Frau und seine zehn Kinder verliess und im Ranft zum Einsiedler wurde.

Die ganze Verwandtschaft nach Sachseln eingeladen

Einer der zahlreichen Gäste auf dem Dorfplatz reiste aus einem ganz speziellen Grund von der Ostschweiz an. Niklaus Jung aus Zuzwil SG feierte mit der ganzen Verwandtschaft den Tag seines Namensvetters in Sachseln – und seinen eigenen 70. Geburtstag. Er sei nämlich nicht zufällig Niklaus getauft worden, wie er am gut besuchten Volksapéro auf dem Sachsler Schulhausplatz erzählte. «Ich kam 1947 auf die Welt – als Niklaus von Flüe heiliggesprochen wurde. Das inspirierte meine Eltern dazu, mich Niklaus zu taufen», erklärte er. «Die Verwandten fanden es anfänglich einen ‹Spleen›, als ich ihnen von der Idee erzählte, dass ich sie alle nach Sachseln einlade», erzählte er. «Doch je näher der Termin rückte, desto mehr waren sie davon angetan. Und heute waren sie ganz begeistert.» Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde der vorgezogene Geburtstag – Niklaus Jung kam am 28. Oktober zur Welt – mit einem Besuch im Ranft abgeschlossen, bevor die Gesellschaft mit dem Car wieder die Heimreise in die Ostschweiz antrat. Der Vorname und die Heiligsprechung 1947 seien aber nicht die einzige Verbindung zu seinem Namensvetter: «Schon oft habe ich Bruder Klaus in kritischen Situationen als Fürbitter angerufen», erzählte Niklaus Jung weiter. Der Ostschweizer und seine Gäste hatten aber bei weitem nicht den längsten Anfahrtsweg, selbst ein Erzbischof aus Indonesien war am Volksapéro anzutreffen (siehe Kasten).

Eine sehr würdige Form gefunden

Kardinal Kurt Koch bestätigte nach dem Gottesdienst, dass Bruder Klaus auch im Vatikan eine sehr hohe Bedeutung habe. Ob der Feier in Sachseln war er des Lobes voll. «Für den 600. Geburtstag wurde eine sehr würdige Form gefunden.» Koch selbst würdigte Bruder Klaus als jemand mit Gottesliebe und Menschenliebe. Er selber habe einen grossen Bezug zur Wirkungsstätte des Nationalheiligen, komme immer wieder in den Ranft. «Bruder Klaus gibt mir Kraft», brachte er den Bezug auf den Punkt.

«Es ist für mich eine sehr grosse Ehre, als Frau Landammann den Feierlichkeiten rund um den 600. Geburtstag von Niklaus von Flüe beizuwohnen», freute sich eine gemäss eigenen Angaben vollständig genesene Obwaldner Regierungsrätin Maya Büchi-Kaiser, die zusammen mit weiteren Mitgliedern des Ob- und Nidwaldner Regierungsrates anwesend war.

OK-Präsident Anton Amrhein zog gestern eine überaus positive Zwischenbilanz zu den bisherigen Feierlichkeiten. «Das Fest mit dem gehalt- und stimmungsvollen ökumenischen Gottesdienst verlief bis jetzt wunderbar.» Mit den rund 600 Besuchern seien die Erwartungen absolut erfüllt. Auch die Stimmung in Flüeli-Ranft am Familiengottesdienst vom Samstag sei einzigartig gewesen. Der ganz grosse Ansturm blieb gestern allerdings aus. So fiel auf, dass nicht alle Tischgarnituren belegt waren, dass man in den Restaurants immer einen Platz fand und der Shuttlebus zwischen dem Parkplatz der Maxon Motor und der Pfarrkirche nicht zum Einsatz kam.

Stimmen aller vier im Telefonbuch findbaren
(Ni)Klaus von Flüe der Schweiz

«Ich bin ein echter Nachkomme von Bruder Klaus in 13. Generation. Ich sage immer, er sei mein Grossvater. Ich habe viele davon. Im Ranft bin ich jedes Jahr, heuer schon zweimal. Er bedeutet mir viel. Dann sitze ich in der Zelle aufs Bett und denke etwas nach. Ich bin überzeugt, dass mein älterer Sohn dank ihm gehen kann. Er kam mit einem Geburtsfehler auf die Welt, und die Ärzte gaben ihm keine Chance.»

Niklaus von Flüe, 69, Landwirt, Luthern


«Ich wuchs im Melchtal auf und habe noch Verwandte in Ob- und Nidwalden. Als Kind war ich oft mit den Eltern im Ranft, heute etwa einmal im Jahr. Der 25. September ist für mich aber ein ganz normaler Tag.»

Niklaus von Flüe, 53, Klärmeister, Klingnau AG


«Für mich ist der Ranft ein Wohlfühlort, vor allem an Silvester ist dort eine einmalige Stimmung. Mit zunehmendem Alter fühle ich mich Bruder Klaus mehr verbunden. Es zieht mich regelmässig in den Ranft, vor allem bei Problemen.»

Klaus von Flüe, 63, Feinmechaniker, Merenschwand AG


«Ich sah ihn nie als Heiligen an und gehe ihn nicht anbeten. Aber er ist mir ein riesengrosses Vorbild als Mensch, Staatsmann und Christ. Mancher Manager oder Politiker könnte von ihm etwas übernehmen, auch wenn er in einer anderen Zeit lebte. Das Bruder-Klaus-Gebet sagt viel über ihn aus, wie er lebte und betete. Ich bin im 17. Grad direkt mit ihm verwandt, haben mir meine Eltern überliefert.»

Niklaus von Flüe, 56, Lastwagenchauffeur, Kerns

Montag, 25.09.2017, am Bruder-Klausen-Tag

  • 8.45 Uhr: Feierlicher Einzug in die Pfarrkirche Sachseln, 9 bis 10.30 Uhr: Katholischer Festgottesdienst mit Bischof Vitus Huonder und Festprediger Pater Peter Spichtig. Musikalisch umrahmt durch Kantorei Sachseln und Kirchenchor Cäcilia Alpnach. Liveübertragung auf den Vorplatz der Kirche. Anschliessend Festzug zum Volksapéro auf dem Mattli-Schulhausplatz.
  • 9.30 Uhr: Eucharistiefeier auf dem Feierplatz in Flüeli-Ranft mit dem Jodlerklub Flüeli-Ranft. Anschliessend Volksapéro im Mehrzweckgebäude. 12 bis 14 Uhr: Mittagspause. Verpflegungsmöglichkeiten vor Ort, inklusive Picknickplätze.
  • 15 Uhr: Nachmittagsfeier in der Pfarrkirche Sachseln mit der Kantorei Sachseln und dem Kirchenchor Cäcilia Alpnach.
  • 18 Uhr: Zum Abschluss der Gedenktage läuten die Glocken der Kirchen und Kapellen in Obwalden. Anschliessend Betruf und Alphornklänge in Flüeli-Ranft.

Hinweis

Alle Artikel zum Jubiläumsjahr finden Sie auf www.obwaldnerzeitung.ch/gedenkjahr

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Im Uhrzeigersinn von links: Das Cantus Vocal Ensemble bei der Feier in Flüeli-Ranft, überwacht von Bruder Klaus. Die Musikgesellschaft führt den Zug zum Volksapéro an, wo Niklaus Jung ein besonderes Fest feierte. Die Nidwaldner Regierung war mit Othmar Filliger, Karin Kayser und Res Schmid vertreten, angeführt von Landweibel Edi Amstad.

Im Uhrzeigersinn von links: Das Cantus Vocal Ensemble bei der Feier in Flüeli-Ranft, überwacht von Bruder Klaus. Die Musikgesellschaft führt den Zug zum Volksapéro an, wo Niklaus Jung ein besonderes Fest feierte. Die Nidwaldner Regierung war mit Othmar Filliger, Karin Kayser und Res Schmid vertreten, angeführt von Landweibel Edi Amstad.

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