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SACHSELN: Obwaldner Teile helfen bei Wracksuche

Maxon Motor stellt Antriebe für Expeditionen in unerforschten Welten her. Nach dem Weltraum nun auch in tiefer See. Die Firma ortet hier noch Potenzial.
Oliver Mattmann
Ein Tauchroboter mit Maxon-Komponenten unterstützt Archäologen bei der Suche nach einem verschollenen japanischen U-Boot. (Bild: PD)

Ein Tauchroboter mit Maxon-Komponenten unterstützt Archäologen bei der Suche nach einem verschollenen japanischen U-Boot. (Bild: PD)

Oliver Mattmann

Berühmt geworden ist Maxon Motor mit Antriebsmotoren in Robotern, welche die US-Raumfahrtbehörde Nasa auf dem Mars einsetzt. Von jenseits der Stratosphäre dringt das Sachsler Unternehmen nun auch in die Tiefen der Meere vor. So standen Motoren-Getriebe-Kompositionen «made in Obwalden» im Einsatz, als vor einigen Monaten ein ferngesteuerter Unterwasserroboter ein U-Boot-Wrack vor der Küste Japans entdeckte. 70 Jahre hatte es in einer Tiefe von 190 Metern vor sich hin geschlummert. Mit 120 Metern Länge und drei Fliegern im Rumpf, die über eine Rampe starten konnten, handelte es sich um das grösste U-Boot, das im Zweiten Weltkrieg gebaut worden war, wie es in der neusten Ausgabe des Maxon-Motor-Magazins «Driven» heisst. Das US-Militär hatte den Koloss nach der Kapitulation Japans versenkt.

Viele Faktoren müssen stimmen

Mit dem Tauchroboter – ausgestattet mit einer hochauflösenden Kamera und LED-Leuchten – war es Wissenschaftlern gelungen, das Wrack aufzuspüren und zu identifizieren. Um den Bedingungen in der Tiefe standzuhalten und sich dennoch problemlos fortbewegen zu können, muss der Roboter aus einem kompakten System bestehen, aber gleichzeitig mit kräftigen Antrieben versehen sein. Hier haben die spezifischen Motoren-Getriebe-Kombinationen des Sachsler Antriebsspezialisten ihren Auftritt. Vier bis sechs solcher Einheiten sind jeweils eingebaut. Zudem werden Maxon-Antriebe für den Greifarm und die Neigungsverstellung der Kamera verwendet.

Die Motoren müssen unter Wasser viel Power liefern, gleichzeitig ist aber auch ein niedriger Geräuschpegel wichtig. Und nicht zuletzt sind enge Toleranzen in den Antrieben entscheidend, damit keine Vibrationen entstehen. «Denn dies kann dazu führen, dass Dichtungen unter Wasser versagen», steht im «Driven».

Zwei Jahre Entwicklungsarbeit

«Auf dem Markt der Unterwasserfahrzeuge wird gegenwärtig noch viel getüftelt», sagt Maxon-CEO Eugen Elmiger. Fertige Lösungen seien selten und daher umso gesuchter. In diese Nische wollen die Obwaldner vorpreschen. «Deshalb haben wir ganz neue Antriebspakete entworfen», so Elmiger weiter. Zwei Jahre Entwicklungsarbeit habe man dafür investiert und dabei auch mit dem Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz zusammengearbeitet.

Verschiedene Grössen geplant

Der Gleichstrommotor inklusive Getriebe, Gehäuse, Propeller und Controller ist so konzipiert, dass er im Meerwasser dem Druck in 6000 Metern Tiefe standhält und zudem korrosionsbeständig ist. Dafür verwendet Maxon Motor Titan und Kunststoff. Für den Anschluss einer Steuerungselektronik sind Steckverbindungen am Antrieb vorhanden.

Das erste Modell soll noch in diesem Jahr als Standardprodukt erhältlich sein, weitere Grössen mit unterschiedlichen Durchmessern seien in Planung. Unter anderem ist die in Kanada beheimatete Firma Seamor Marine, die sich der Herstellung von Inspektionsfahrzeugen unter Wasser widmet, Abnehmerin von Maxon-Motoren für ihre Tauchroboter.

Der Tauchroboter wird ins Wasser gelassen. (Bild: pd)

Der Tauchroboter wird ins Wasser gelassen. (Bild: pd)

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