SACHSELN: Sachseln: Die Unsicherheit liegt in der Stärke der SVP

Die SVP hat 2010 mit einem markanten Zuwachs an Stimmen die CSP verdrängt. Das zu ändern dürfte für die kleinste Partei schwierig sein.

Markus von Rotz
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6,48 Prozent betrug die Parteistärke (siehe Kasten) der CSP vor vier Jahren noch. Das reichte bei sieben Sitzen der Gemeinde im Kantonsrat nicht einmal für einen halben. 2002 und 2006 hat es noch für einen Sitz gereicht, letztmals mit 14 Prozent Parteistärke. Der Wert von 2010 war der Tiefpunkt dieser Partei seit 1986.

1998, damals noch ohne SVP, hatte ihre Parteistärke noch bei 29 Prozent gelegen. Die CSP-Kandidaten von 2006 lagen in ihren Einzelresultaten alle ziemlich weit zurück. Die Aufgabe für die Dreierliste dieser Partei wird am 9. März darum nicht einfach sein. Die Hürde, um einen Sitz zurückzuholen, ist hoch.

Nur ein Rücktritt

Anna Schälin Nussbaum (CVP) ist das einzige aktuelle Mitglied, das nicht mehr zu den Wahlen antritt. Die restlichen sechs Bisherigen wollen es noch einmal wissen im Rennen um einen der sieben Sitze. CSP und SP stellen je drei Kandidaten zur Wahl, die SVP vier, davon zwei, die schon 2006 die Wahl nicht geschafft haben. CVP und FDP treten je mit fünf Kandidaten an. Ein Drittel der Kandidaten sind Frauen, verteilt über alle Parteien ausser der SVP.

Büchi rutschte nach

Interessant ist auf der FDP-Liste die Kandidatur von Maya Büchi, die auch zu den Regierungsratswahlen antritt. 2010 holte sie hinter Hans-Melk Reinhard zwar parteiintern den zweiten Platz, mit 439 Stimmen lag sie jedoch von allen Gewählten klar auf dem letzten Platz. Deutlich geschlagen worden war sie auch schon 2006, konnte dann aber 2008 für Ruedi Hinter nachrutschen.

Zwei Restmandate

2010 verteidigte die CVP ihren dritten und die FDP ihren zweiten Sitz dank je einem Restmandat (siehe Kasten). Angesichts ihrer grossen Parteistärke von 37 Prozent – der Wert lag seit 1998 nie unter 35 Prozent – dürfte die CVP ihre zwei Sitze wieder sichern können. Nicht zuletzt dank Lucia Omlin, die vor vier Jahren mit Abstand das beste Einzelergebnis machte.

Was schafft die SVP?

Ein Sitzgewinn der SVP wäre in Sachseln eher eine Überraschung und dürfte wohl nur über ein Restmandat möglich sein, zumal zwei der vier Kandidaten bereits 2010 angetreten und nicht gewählt worden sind. Allerdings hat die Partei 2010 mit ihrem markanten Stimmenzuwachs, der ihr erstmals einen Sitz einbrachte, wohl alle überrascht: Ihre Parteistärke stieg auf 18 Prozent, 2006 und 2002 hatte sie noch 6 beziehungsweise 8 Prozent betragen.

Kein Gemeinderat mehr

2010 schickten CVP (Margrit Freivogel) und FDP (Werner Dreyer) noch je einen Gemeinderat ins Rennen um einen Kantonsratssitz. Beiden blieb die Wahl verwehrt – sie landeten auf den ersten Ersatzplätzen. Inzwischen rutschte Freivogel nach und der frühere Kantonsratspräsident Paul Vogler (CVP) hat seinen Sitz mit dem des Gemeindepräsidenten getauscht. Aktuell kandidiert kein Gemeinderat mehr für das Kantonsparlament. Vor vier Jahren war Florian Spichtig, heute auch Gemeinderat, noch auf der Wahlliste der SP anzutreffen.