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Sachseln: So sieht die 18-Millionen-Schulhaus-Baustelle aus

Der Rohbau des neuen Türli-Schulhauses hat bereits die volle Geschosshöhe erreicht. Budget und Baufortschritt liegen im Plan. Die Fassade wird Künstler Christian Kathriner mit den Portraits von 66 Sachsler Schülern gestalten.
Marion Wannemacher
Gemeinderat Florian Spichtig (links) mit Architekt Reto Durrer auf der Baustelle. (Bilder: Pius Amrein, Schaeln, 2. Mai 2019)

Gemeinderat Florian Spichtig (links) mit Architekt Reto Durrer auf der Baustelle. (Bilder: Pius Amrein, Schaeln, 2. Mai 2019)

Was für eine Aussicht! Vom Klassenzimmer im vierten Geschoss aus sieht man den Sarnersee und die Schwendi, nach Norden die Dorfansicht mit der Kirche und den schönen alten Häusern rund um den Sachsler Dorfplatz. Drei Panoramafenster hat so ein Klassenzimmer. Es wirkt hell und freundlich.

Mit dem Baufortschritt zeigen sich Florian Spichtig, Vizepräsident der Gemeinde und Präsident der Baukommission, und Architekt Reto Durrer von der Durrer Architekten GmbH aus Luzern hochzufrieden. Spichtig zeigt eine Zusammenfassung des Projektstatus nach Ampelschema. Punkto Stand der Arbeit, Kosten, Termine und Risikomanagement weist dieses vier Mal Grün auf. «Das Dach ist aufgerichtet», steht da unter anderem zu lesen.

Mit dem üblichen Getöse fuhrwerken Baumaschinen rund um den Rohbau herum. «Diese Woche werden noch der Kanalisationsanschluss und die Stromleitung für die Nutzergemeinschaft mit dem Gemeindehaus gelegt», ergänzt Spichtig. Diese soll dereinst von der Energie der Fotovoltaik-Anlagen auf den 5 Süddächern des Arni-Schulhauses profitieren. «Die Anlage wird über 25 Jahre amortisiert und noch zusätzlich einen Gewinn von rund 68'000 Franken erwirtschaften», schätzt er.

Solarstrom für Turnhalle, Gemeindehaus und Schule

In einer zweiten Etappe wird das Arni ab Sommer 2020 gebaut werden. Der Präsident der Baukommission zeigt sich optimistisch, was den Zeitplan anbelangt. Bis 2020 soll das Türli und bis 2021 das Arni bezugsfertig sein. Auch das Budget könne voraussichtlich eingehalten, möglicherweise auch unterschritten werden, hofft er.

Das Projekt Türli und Arni ist auf 17,7 Millionen Franken budgetiert. Voraussichtlich 25 Jahre lang werden die Sachsler Einwohner eine Zwecksteuer von 0,25 Einheiten zahlen. Knapp 56 Prozent der Stimmbürger hatten im September 2017 Kredit und Zwecksteuer an der Urne gutgeheissen.

Eine Aussenansicht der Baustelle.

Eine Aussenansicht der Baustelle.

Das Bauen der beiden neuen Schulhäuser in Etappen war und ist der Plan der Gemeinde, vor allem um Kosten für Provisorien zu sparen. Haarscharf passen das alte und das neue Türli aneinander. Sogar ein Teil des bestehenden Dachs des alten Türli musste entfernt werden, um der südöstlichen Ecke des Neubaus Platz zu machen. Nach Fertigstellung des neuen Türli wird der alte Bau abgerissen werden, die Schüler werden ins neue moderne Schulhaus zügeln. «Die Herausforderung des Projekts liegt darin, dass der Bau bei laufendem Schulbetrieb mit allen Zufahrten und Wegfahrten der Baufahrzeuge unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen erfolgen muss», betont Architekt Durrer.

Separate Nutzung ausserhalb der Schule

Fast ein bisschen mit Besitzerstolz führen er und Florian Spichtig durch den Bau. So kompakt dieser von aussen wirkt, so offen, hell und freundlich zeigt er sich durch eine grosszügige Erschliessung von innen. Eine breite Treppe vom Erdgeschoss teilt sich nach dem Treppenabsatz nach rechts und links ins erste Geschoss. Ein acht Meter langer und zwei Meter breiter Lichtschacht im Vierschilddach sorgt für natürliches Licht im Gebäude.

Eine Galerie mit Betonsäulen am Eingang des neuen Türli bietet den Schülern einen gedeckten Pausenbereich. Zur Edisriederstrasse hin findet der Singsaal im Parterre Platz. Er wird von dieser Seite her mitsamt WC-Anlagen erschlossen werden und kann so auch ausserhalb des Schulbetriebs genutzt werden. Ebenfalls im Parterre befinden sich die Lehrerzimmer und die Räume für Kleingruppen und logopädischen Unterricht.

Architekt Reto Durrer.

Architekt Reto Durrer.

Das Untergeschoss ist wie ein Souterrain nur zur Hälfte ins Erdreich gebaut. Dort sind Lagerräume sowie drei Räume zum Werken und textilen Gestalten untergebracht. Beide oberen Geschosse bieten Platz für gesamthaft 12 Klassenzimmer, je 6 pro Etage. Jeweils ein Gruppenraum kann von zwei Klassenzimmern aus genutzt werden. Eine Luftkühlung soll durch im Beton verlegte Rohre dafür sorgen, dass es im Sommer immer wieder nachts automatisch abkühlt. Reto Durrer freut sich anderseits:

«Im Winter wird nicht viel geheizt werden müssen.»

Während des Betriebs werden die Schüler mehr Wärme produzieren als durch die Gebäudehülle entweicht», betont er. Dies ermögliche vor allem eine gute Dämmung, erklärt der Architekt.

Einheimische Unternehmen arbeiten Hand in Hand

Kunst am Bau plant der Sarner Künstler Christian Kathriner für die Fassade. Er hat 66 Kinder vom Kindergarten bis in die vierte Klasse fotografiert. Die Schüler wurden aus einer Gruppe von 130 Freiwilligen per Los ausgewählt. Mit einem speziellen Verfahren werden nun ihre Portraits auf die Betonelemente der Fassade gedruckt. In verschiedenen Graustufen werden sie von der Fassade des Türli lächeln. «So sind sie als Zeitzeugen verewigt», hebt Florian Spichtig hervor.

Die Baukommission habe mit Freude zur Kenntnis genommen, dass viele Aufträge an einheimische Unternehmen vergeben werden konnten. Die Bauleitung hat der Sachsler Architekt Daniel Bäbi. Als Bauunternehmung ist die B+B Bau AG aus Sachseln engagiert, die Holzkonstruktion der Dächer stammt von der Rohrex Flüeli-Ranft, die Betonfassade von der Fanger AG aus Sachseln, die Stromarbeiten wird die Elektro Furrer AG übernehmen.

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