SACHSELN: Steuererhöhung wird unterstützt

Die Standort Promotion in Obwalden war auch 2017 auf Kurs. Erfolg ist auch künftig budgetiert, doch die Diskussionen um die Finanzstrategie 2027+ des Kantons machen die Arbeit aufwendiger.
Präsident Andreas Amschwand (links) mit Geschäftsführerin Martha Bächler und dem scheidenden Vizepräsidenten Niklaus Bleiker. (Bild: Robert Hess (Sachseln, 8. Mai 2018))

Präsident Andreas Amschwand (links) mit Geschäftsführerin Martha Bächler und dem scheidenden Vizepräsidenten Niklaus Bleiker. (Bild: Robert Hess (Sachseln, 8. Mai 2018))

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Rund 90 Vereinsmitglieder und Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung trafen sich am Dienstag zur GV der Standort Promotion in Obwalden bei Fanger Kies + Beton in der Industriezone Sachseln. Vor der Versammlung erhielten sie einen Einblick ins Unternehmen. Aus der 1940 als Einzelfirma von Paul Fanger gegründeten Bauunternehmung ist eine AG mit heute rund 100 Mitarbeitern geworden. Das von Verwaltungsratspräsident Fredy Fanger geführte Unternehmen arbeitet heute schweizweit in der Gewinnung und Aufbereitung von Kies-Beton- und Recyclingprodukten sowie in Produktion und Montage von Fertigelementen.

Vereinspräsident Andreas Amschwand spannte dann zu Beginn der GV den Bogen von der erfolgreichen Firma Fanger zur Standort Promotion: «Gemäss dem Leistungsziel, das wir mit der Regierung festgelegt haben, ist unser Verein jährlich massgeblich an Ansiedlungsprojekten beteiligt, welche mindestens einen zusätzlichen Steuerertrag von 875000 Franken erzielen.» Der Präsident berichtete, «dass wir diese Zielsetzung mit einem Faktor zwei erneut klar übertroffen haben. Der Erfolg erklärt sich vor allem durch die täglich harte Arbeit unseres Verkaufsteams unter Leitung von Geschäftsführerin Martha Bächler.» Amschwand gab weiter bekannt, dass die Zielsetzung für 2018 neu 900000 Franken betrage. «Wir planen wieder ein Ergebnis mit einem Faktor von zirka zwei», sagte der Präsident. «Holen, halten und entwickeln ist als Kern unserer Strategie gefestigt», und bei allen Ansiedlungen achte man «stets auf Qualität, denn jede Ansiedlung soll für den Kanton eine Wertschöpfung generieren.»

Steuerdiskussion führt zu Verunsicherung

Amschwand räumte aber auch ein, dass die politischen Diskussionen um die Finanzstrategie 2027+ der Regierung und die Steuervorlage 2017 «bei unsern Kunden zu einigen Verunsicherungen geführt hätten und den Ansiedlungsprozess aufwendiger machten». Strukturelle Defizite des Kantons bedeuteten in den Augen vieler Zielkunden latente künftige Steuererhöhungen. «Wünschenswert ist, dass das Problem der kantonalen Defizite mit der Finanzstrategie gelöst wird.» Zentrales Anliegen des Vereins sei aber, «dass die steuerliche Wettbewerbsfähigkeit gegenüber unsern Zielkunden erhalten bleibt». Amschwand plädierte für «eine massvolle Steuererhöhung, die wir im Rahmen eines Gesamtpaketes unterstützen.» Verhindert werden müsste eine «steuerliche Salamitaktik.»

Geschäftsführerin Martha Bächler unterstützte in ihrem Jahresbericht die «klare und messbare Umschreibung der Ziele an die Standort Promotion.» Wichtig sei neben «ihrem sehr motivierten und kundenorientierten Team» auch die gute Zusammenarbeit mit kantonalen und kommunalen Stellen. Der Start sei dieses Jahr «sehr ruhig gewesen», dann hätten die Anfragen zugenommen und einige Ansiedlungen seien Tatsache geworden.

Daniel Wyler kommt für Niklaus Bleiker

Ohne Gegenanträge wurden die Geschäfte abgehandelt. Praktisch ausgeglichen ist die von Martha Bächler vorgelegte Jahresrechnung. Der Ertrag von 880000 Franken setzt sich vollständig aus den Beiträgen der rund 140 Mitglieder zusammen.
Zu einigen Veränderungen kam es im Vorstand: Für den Sarner alt Gemeindepräsidenten Paul Küchler wurde Nachfolger Jürg Berlinger gewählt. Nachfolgerin des langjährigen Vorstandsmitgliedes Christa Rohrer wurde Maria Müller, und Natalie Joller ersetzt Jürg Blattner. Schliesslich tritt der neu gewählte Volkswirtschaftsdirektor Daniel Wyler im Verein die Nachfolge des zurückgetretenen Niklaus Bleiker an.

Mit launigen Worten blickte Niklaus Bleiker auf die Entstehung und Geschichte der Standort Promotion zurück. «Es ist eine wirkliche Erfolgsgeschichte wie vieles im Kanton Obwalden.» Vor 14 Jahren habe der Kanton eine Nettoverschuldung von über 100 Millionen Franken aufgewiesen, heute seien 150 Millionen Franken Eigenkapital vorhanden. Er zeigte auf, wie aus der früheren Wirtschaftsförderung die Standort Promotion – nicht zuletzt auch mit dem Schwung der neuen Steuergesetzgebung und mit grosser Unterstützung der Wirtschaft – entstanden sei. Mit der Berufung von Martha Bächler als Geschäftsführerin habe die notwendige Professionalität Einzug gehalten. «Ich freue mich, dass ich in diesen Jahren meinen Teil zum heute so erfolgreichen Verein leisten durfte», sagte der scheidende Vizepräsident Niklaus Bleiker.

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