SACHSELN: Ueli Maurer malt Teufel an die Wand

Nicht nur als ein gemütliches Fest präsentierte sich der Sommeranlass der SVP Obwalden. «Gespickt» war er mit mahnenden Worten aus «Bern» und einer Betriebsbesichtigung.

Robert Hess
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Firmenchef Karl Rohrer (rechts) informiert an einer Tischkreissäge über seine Firma: Bundesrat Ueli Maurer, SVP-Gründungspräsident Ruedi Dillier, SVP-Präsidentin Monika Rüegger und Vizepräsident Christoph von Rotz (von links). (Bild: Robert Hess (Sachseln, 9. Juni 2017))

Firmenchef Karl Rohrer (rechts) informiert an einer Tischkreissäge über seine Firma: Bundesrat Ueli Maurer, SVP-Gründungspräsident Ruedi Dillier, SVP-Präsidentin Monika Rüegger und Vizepräsident Christoph von Rotz (von links). (Bild: Robert Hess (Sachseln, 9. Juni 2017))

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Gastrecht für rund 140 Mitglieder, Freunde und Sympathisanten der SVP boten am Freitagabend der Sachsler Unternehmer Karl Rohrer und seine Gattin Heidi in ihrem Betrieb mit Schreinerei und Zimmerei in Sachseln. 1990, im Alter von 25 Jahren, hatte der gelernte Schreiner Karl Rohrer den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. 1997 wurde die Werkstatt beim damaligen schweren Unwetter zerstört, ein Jahr später eröffnete Rohrer einen Neubau am heutigen Standort an der Wichelstrasse 1, wie er in einem kurzen Firmenporträt berichtete. Er beschäftigt rund zwanzig Mitarbeitende, zudem werden derzeit insgesamt fünf Lehrlinge ausgebildet.

SVP-Präsidentin Monika Rüegger, Engelberg, freute sich in ihrer Begrüssung, den Sommeranlass in einem solch innovativen Unternehmen durchführen zu dürfen. Sie hob die Lehrlingsausbildung hervor, «denn solchen Betrieben verdanken wir, dass Obwalden die tiefste Jugendarbeitslosigkeit aufweist». Die SVP Obwalden werde sich auch künftig für eine gute Ausbildung der Jugend einsetzen, betonte sie. Im Weiteren benützte die Parteipräsidentin die Gelegenheit, Plänen für eine Steuererhöhung im Kanton den Kampf anzusagen.

«Ich komme immer gern nach Obwalden»

Offenbar nicht auf leeren Magen wollte sich die SVP-Familie das Referat «unseres Bundesrates und Finanzministers Ueli Maurer» anhören. So wurde das Traktandum «Gut gestärkt mit Wurst und Bier» in der Festwirtschaft vor der grossen Halle der Firma Rohrer den Worten über die aktuelle Finanz- und Politlage vorgezogen. Zu Beginn seines Referates führte Maurer sich dann «als Gast ein, der immer wieder gerne nach Obwalden kommt. Mich fasziniert die Landschaft, aber auch der eigene Schlag der Bewohner.»

«Uns geht es gut, wir leben in einem kleinen Paradies», meinte Bundesrat Maurer. «Dies hängt einerseits mit uns selber zusammen, wir wollen mehr arbeiten als andere, machen vieles gut, sind pünktlich und letztlich auch bescheiden.» Es hänge aber auch mit unserem politischen System zusammen, «denn wir sind beispielsweise die Einzigen, die selber bestimmen können, ob und wie viel Steuern wir zahlen wollen.» Doch «laufen wir Gefahr», warnte Maurer, «dass vieles zu selbstverständlich wird, der Hang zur Bequemlichkeit und rascher Zufriedenheit ist in der Bevölkerung steigend.»

Grosse Probleme: Sicherheit und Zuwanderung

Obwohl die Schweiz bisher von einem Terroranschlag verschont geblieben sei, müssten auch wir das Problem Sicherheit lösen. Grössere Sicherheit schaffen bedeute aber auch mehr finanzielle Mittel dafür einsetzen. «Wir müssen uns entscheiden, ob wir das wollen oder nicht», sagte Maurer.

Das zweite grosse Problem sei die Zuwanderung. In Afrika warteten 400 Millionen Menschen auf die «Flucht» und auf ein besseres Leben in Europa. Und die Schlepper ständen mit finanziellen Mitteln in Milliardenhöhe bereit. Doch auch mit einer prognostizierten Zuwanderung von jährlich «nur» 100 000 Leuten brauche es Unterkünfte, Wohnungen, Schulhäuser, Spitäler und anderes mehr. Wie finanzieren wir das? Weiter stellten sich Fragen der Integration. Unser Land sei seit jeher von der christlichen Tradition und ihren Werten geprägt. Wie aber wird das künftig mit der Zuwanderung aus andern Kulturkreisen sein?

Bundesrat Maurer sagte schliesslich, er habe nun «schon etwas den Teufel an die Wand gemalt. Wir werden die Probleme mit einem gesunden Augenmass lösen», gab er sich optimistisch, «doch äs isch än huerä Chrampf.»