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SACHSELN: Velonummer anno 1942 als kuriosester Fund

Auch ein See braucht einen Frühjahrsputz. Gestern legten sich 40 Schüler der 1. Integrierten Oberstufe Sachseln gemeinsam mit Senioren und Schülern der Stiftung Rütimattli ins Zeug. Insgesamt fischten sie 17 Tonnen Material aus dem See.
Marion Wannemacher
Mit vereinten Kräften wird der Stamm an Land gezogen. (Bild: Marion Wannemacher (Sachseln, 22. März 2018))

Mit vereinten Kräften wird der Stamm an Land gezogen. (Bild: Marion Wannemacher (Sachseln, 22. März 2018))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ obwaldnerzeitung.ch

Mit «Hau-Ruck» und «Hau-Hopp» legen sich alle ins Seil. Am anderen Ende hängt ein veritabler Schwemmholzstamm. Mit vereinten Kräften gelingt die Aktion: Der Stamm wird ans Ufer gezogen und landet mit einem dumpfen Laut auf dem Gras. Es ist Seeputzete in Sachseln. Auf Initiative der Schule drücken die 40 Buben und Mädchen der ersten Integrierten Oberstufe einen Tag lang mal nicht die Schulbank, sondern tragen Schwemmholz und Abfall aus dem Seeuferbereich zusammen. Ebenfalls mit dabei: 20 Senioren aus Sachseln, unter ihnen Gemeindepräsident Peter Rohrer, sowie zwölf Schüler der Stiftung Rütimattli und der Gemeindedienst Sachseln.

«Ich finde es wichtig, dass die Schule, die ein Teil vom Dorf ist, aktiv mithilft, das Seeufer von Schwemmholz und anderem zu räumen», betont David Schmid, Leiter der Schule Sachseln. Patrick Berwert, Projektverantwortlicher von der Schule, begrüsst, dass sich die Jugendlichen, bei denen gerade die Berufswahl ansteht, mit praktischen Arbeiten befassen. «Sie sind viel am See, nutzen die Grillplätze. So werden sie sensibilisiert, darauf zu achten, dass diese schön aufgeräumt sind. Das ist eine Win-Win-Situation», sagt Berwert.

Schüler Benj Ettlin bestätigt: «Im Sommer bin ich fast täglich am See. Zu meinen Lieblingsplätzen gehören die Badi, der Steini­bach und der Bereich am Zollhaus.» Es sei ihm wichtig, dass es am See ordentlich ist, betont der 12-Jährige. Und wenn gepicknickt wird? «Dann kommt der Abfall in den Rucksack und wird am nächsten Abfalleimer entsorgt», sagt er mit einer Selbstverständlichkeit. Die Seeputzete findet er eine gute Aktion: «Ich finde es schön, mit den Kollegen da zu arbeiten. Es macht Spass, dass man Kraft anwenden kann und bei schönem Wetter was zu machen, was gut für die Gemeinde ist», so Benj Ettlin.

Bewältigte Arbeit gibt Selbstvertrauen

Erstmals sind auch Schüler der Stiftung Rütimattli dabei. Luca Ettlin zeigt Patrick Berwert voller Stolz einen Baum, den er allein aus dem Wasser gezogen hat. Zuvor hat er ein Plastikkissen mit Ösen und Tauen gefunden, das möglicherweise von einem Boot stammt. Die Gruppe beschliesst, es nicht zu entsorgen.

Die Oberstufenschülerinnen Aimée Gamma und Jana Burch reiben sich die Hände. Das Wasser ist eiskalt, das glitschige Holz auch, trotzdem loben beide die Seeputzete. Beim Znüni mit Punsch und Schoggibrötli können sie sich wieder aufwärmen.

Velonummer hat Ehrenplatz erhalten

Als ehemaliger Jungwachtleiter versteht es Senior Hans von Atzigen, die Schüler mit anzuleiten. «Sie müssen sich einbringen können, es muss etwas laufen.» Von Atzigen ist bereits seit 14 Jahren bei der Seeputzete dabei, die seit zwei Jahren von der Schule Sachseln koordiniert wird. «Wir haben bei den Aktionen Velos, Flaschen und Plastiktaschen aus dem See gezogen.» Sein kuriosester Fund: «Eine alte Velonummer aus Metall mit meinem Jahrgang 1942», schmunzelt er. Diese hat daheim einen Ehrenplatz.

Übrigens: im Vorjahr wurden 13 Tonnen Material zusammengetragen. Das Schwemmholz wird in Alpnach entsorgt. Bilanz des gestrigen Tages: 17 Tonnen Material, ein Hut, ein Kickboard, zwei Liegestühle. Ausserdem wurde zur Freude aller ein Dachs gesichtet, der am Gleis spazierte.

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