SACHSELN: Wenn Wasser und Feuer zu Tönen werden

Neue Dirigentin und viele neue Gesichter – das deutet auf einen Neuanfang bei der Musik Eintracht hin. Und wie ihr Jahreskonzert bewies, sind die Musikanten so richtig im Element.

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Die Musik Eintracht mit Dirigentin Silvia Riebli. (Bild: Primus Camenzind (Sachseln, 7. Mai 2017))

Die Musik Eintracht mit Dirigentin Silvia Riebli. (Bild: Primus Camenzind (Sachseln, 7. Mai 2017))

Die Musik Eintracht lud am vergangenen Wochenende zum Jahreskonzert. Die beiden Aufführungen waren treffend betitelt: «Im Element – Erde, Wasser, Luft, Feuer». Tatsächlich, das stattliche Blasorchester mit den vielen neuen, zum Teil jungen Gesichtern und die in Sachseln wohnhafte Dirigentin Silvia Riebli liessen von Beginn weg keine Zweifel offen, dass das Ensemble sowohl thematisch als auch an der musikalischen Leistung gemessen voll im Element war.

Ausreichend Potenzial für eine veränderte Klangkultur

Ein harmonisches Zusammenspiel der Register, gepaart mit einem wohligen Klang und präziser Rhythmik, prägte von Beginn weg des Geschehen auf der ­Bühne des Mattlisaals. Diese ­Attitüden und feine solistische Sequenzen liessen die Werke überzeugend rüberkommen. «Stormchasers» (Sturmjäger), ein effektvolles Eröffnungsstück des US-Komponisten Larry Neeck, liess aufhorchen, weil die Sachsler Eintracht unter Silvia Riebli mit einer – zu ihrem Vorteil – veränderten Klangkultur musiziert. Diese Tatsache galt genauso bei den nachfolgenden Werken «Pompeji» des Schweizers Mario Bürki, «From These Ashes» (Chuck Elledge, USA) und besonders ausgeprägt bei «Mother Earth» des in der sinfonischen Blasmusik ausserordentlich geschätzten Amerikaners David Maslanka.

«Ich kannte die Musik Eintracht schon Jahre, bevor ich hier als Dirigentin verpflichtet wurde. Mir war und ist auch klar, dass ausreichend Potenzial vorhanden ist, um das Ensemble klanglich und spielerisch weiter zu verbessern», erklärte Silvia Riebli unserer Zeitung im persönlichen Pausengespräch. Damit sei auch ihr persönliches Ziel bei der Arbeit mit der «Sachsler Muisig» gegeben, betonte sie.

In der Jungmusik wartet der Nachwuchs

Die Werke, welche sie ihrem Orchester für das erste Jahreskonzert vorlegte, seien für die vielen neuen Mitglieder des Vereins anfänglich etwas ungewohnt gewesen. «Im Element» sei geprägt von Musik szenischer Art mit zahlreichen Sequenzen der Tonmalerei und mit unterschiedlichen, durch die Instrumentalisten zu erzeugenden Geräuschen. «Die Herausforderungen wurden angenommen, und inzwischen zeigt sich bereits auch das erwähnte Potenzial des Blasorchesters», so Riebli weiter.

Der zweite Konzertteil begann mit einem tollen Auftritt der Jungmusik Sachseln – wegen einer anderweitigen Verpflichtung für einmal nicht von Anne Stauffer, sondern ebenfalls von Silvia Riebli geleitet. Die Kinder gaben mit erstaunlicher Spielkultur einige Hits zum Besten. «Ds Hippigschpängschtli» von Peter Reber entpuppte sich dabei als «Abräumer». Riebli ist zuversichtlich, dass aus dieser stattlichen Gruppe bei der notwendigen Sorgfalt Nachwuchs für die Eintracht hervorgeht.

Mit «Heaven’s Light» («Lichter des Himmels» von Steven Reineke) stimmte das Blasorchester vorerst leise, von Marimba- und Vibrafon geprägte Töne an. Auf diese Ruhe bestimmten die Elemente unserer Natur wieder das musikalische Geschehen. Aufziehende Stürme auf hoher See und unheimliche Vorgänge im Weltall gipfelten im Sinken eines Luxusdampfers, eines Fischerbootes, oder sie endeten mit dem Einschlag eines Asteroiden. «Etwas gar viele Katastrophen», meinte die Dirigentin dazu. «Aber die Sachsler haben vor allem bei Hochwasser gelernt, damit umzugehen.»

Finale mit neuen Elementen

Sei’s drum, der offizielle Konzertteil endete mit «Sparkling Samba» von Gilbert Tinner (Schweizer Komponist, geboren 1961). Bei der hervorragenden Wiedergabe dieses rhythmischen Feuerwerks brachen bei den Musikantinnen und Musikanten plötzlich ganz andere, von purer Lebensfreude beherrschte Elemente hervor. Und mit «Rock That September» der Funkgruppe Earth, Wind and Fire setzte die Eintracht noch einen drauf.

Die Zukunft des Sachsler Blasorchesters lässt also noch einige Optionen offen.

Primus Camenzind

redaktion@obwaldnerzeitung.ch