Sachseln
Die Plattform für Dorfkultur kommt gut an

Ein Monat voller lebendiger Kultur geht in Sachseln zu Ende. Die «Offene Dorfbühne» auf dem Dorfplatz lud zum imposanten Finale ein.

Primus Camenzind
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Offene Dorfbühne 2021 in Sachseln – das Finale präsentieren die verschiedenen Sachsler Chöre gemeinsam.

Offene Dorfbühne 2021 in Sachseln – das Finale präsentieren die verschiedenen Sachsler Chöre gemeinsam.

Bild: Primus Camenzind (Sachseln,
11. September 2021)

Viel Volk fand sich auf dem Dorfplatz ein, um den letzten Tag der neuen Sachsler Veranstaltungsreihe der «Offenen Dorfbühne» zu erleben. Seit dem frühen Samstagnachmittag, 11. September, gaben sich die verschiedensten Ensembles und Formationen auf der Bühne ein unterhaltsames Stelldichein. Noch bevor um 19.30 Uhr zum grossen Finale aufgerufen wurde, zog der Sachsler Gemeinderat und Kulturbeauftragter Renato Gerig Bilanz über das Geschehen zwischen dem 13. August und dem 11. September.

Die Idee «Offene Dorfbühne» nahm bereits im November 2020 anlässlich eines Brainstormings Gestalt an. «Im Frühling nahmen wir – Gemeinderat und Kulturkommission – die Organisation der Veranstaltungen an die Hand», gab Gerig zu verstehen. Das Interesse der Dorfvereine und der Bevölkerung an der Veranstaltungsreihe sei von Beginn weg recht gross gewesen. «Die Gemeinde stellte die Infrastruktur zur Verfügung und die Mitwirkenden genossen die Freiheit, ihr Bühnenprogramm zu erarbeiten. Ausserdem durften sie das Publikum bewirten und so etwas in die eigene Kasse wirtschaften», erklärt Gerig. In den vergangenen vier Wochen fanden rund 20 Vorstellungen aller Art statt.

Zur Freude der Kulturschaffenden

«Das Feedback ist äusserst positiv – man möchte das Ganze im nächsten Sommer wieder erleben», freut sich Gerig. Die Freude der Kulturschaffenden, endlich wieder aufzutreten, sei offensichtlich.

Weil es sich bei der Dorfbühne 2021 um eine Premiere handelte, sei die Kulturkommission sehr offen gewesen, wer mitmachen konnte. «Allerdings war es kein ‹Je-ka-mi› im herkömmlichen Sinn, denn das Niveau war mehrheitlich recht hoch, vielseitig und unter den Mitwirkenden befanden sich immer wieder auch Profis», so Gerig.

Zwei Drittel der Darbietungen seien folkloristischer Natur gewesen, «aber wenn so was geboten wurde, hatten wir ‹Full House›». Auch junge Bands, Jazz-, Brass-Formationen und Blasmusiken waren angesagt. Der Publikumsaufmarsch bewegte sich nach Aussagen von Gerig zwischen 50 Personen bis zu rund 400 Personen. Für die wahrscheinliche Zukunft der «Offenen Dorfbühne» im Sommer 2022 müsste die Infrastruktur – Licht und Bühne – allenfalls geringfügig angepasst werden, meinte der Gemeinderat zu Schluss.

Text für das Sachsler Dorf leicht angepasst

Inzwischen machten sich die Vereine und Formationen zum finalen Gesamtchor bereit. Sie alle hatten das Lied «Mittelpunkt vo de Schwiiz» aus dem Repertoire der Obwaldner Jung Juizer vorbereitet. Der Text, welcher sich im Original auf die Älggialp fokussiert, wurde leicht angepasst – mit dem Ziel, auch das Sachsler Dorf gebührend zu besingen. Der weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannte Sänger und Chorleiter leitete die Ansammlung von Chören, Musikanten und weiteren «Finalistinnen und Finalisten».

Über 400 Personen genossen das Finale auf dem Sachsler Dorfplatz.

Über 400 Personen genossen das Finale auf dem Sachsler Dorfplatz.

Bild: Primus Camenzind (Sachseln,
11. September 2021)

Das Alphorntrio Astelhorn, die Obwaldner Jung Juizer, die Kantorei Sachseln, das Männerensemble, Teile des Gospelchors, der Jodlerklub Arnigrat und die Ländlermusik Peter Berchtold bevölkerten die Bühne, während die gängige Melodie auch von gegenüber erklang, wo sich auf einem Balkon die Musik Eintracht und auf Dorfplatzhöhe die «Hobby-Muisig» mit dem Schwyzerörgeliduo Theres und Dres Gehör verschafften. Zudem setzten sich die Trachtengruppe Sachseln und die Line Dancers optisch in Szene. Wohlklang und Begeisterung erfüllten den Dorfplatz.

Neue CD anstelle von Konzerten

Am Freitagabend, einen Tag vor dem Finale der sommerlichen Sachsler Veranstaltungsreihe, präsentierten die Geschwister Rohrer mit den Obwaldner Jung Juizern im Rahmen der «Offenen Dorfbühne» und eines volkstümlichen Abends ihren neuen Tonträger. Das Jodelduett Geschwister Rohrer teilt in einer Medienmitteilung mit, weshalb die CD-Produktion zu Stande kam. «Unsere Auftritte mit dem Chor mussten aufgrund der Coronapandemie laufend abgesagt werden. Die Kinder und Jugendlichen bedauerten diese Zeit der Perspektivlosigkeit.» Ausserdem feierten die beiden Schwestern Andrea Rohrer und Petra Vogler im vergangenen Jahr mit ihrem Jodelduett das 30-Jahr-Jubiläum. Damit gab es ausreichend Gründe, diese Zeit ohne Konzerte mit der Produktion einer CD zu überbrücken.

Auf dem brandneuen Tonträger wirken folgende Formationen mit: die Obwaldner Jung Juizer – der im Jahr 2006 gegründete Chor für junge Sängerinnen und Sänger. Auch das Jodelduett Geschwister Rohrer ist zu hören, die zwei singenden Schwestern, welche als Vorjodlerinnen und Solistinnen seit drei Jahrzehnten im In- und Ausland singen und «juizen». Ausserdem sind auf der CD das Ländlertrio Ächerligruess, das Jodelduett Steffi & Steffi, das Jodelterzett Rohrer Wenger und die Jung Juizermuisig mit Alphorn und Jodel zu hören. (cam)

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