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SACHSELN: Zittrige Hände sind hier fehl am Platz

Spektakulärer Einsatz an der Kirchenmauer: Zwei Arbeiter haben in ­luftiger Höhe die Blitzschutzanlage ausgebessert. Dies für gewittrige Zeiten.
Marion Wannemacher
In schwindelerregender Höhe bringen Roger Christen und Roman Spichtig die erweiterten Blitzableiter an. (Bild Marion Wannemacher)

In schwindelerregender Höhe bringen Roger Christen und Roman Spichtig die erweiterten Blitzableiter an. (Bild Marion Wannemacher)

Ein solches Bild bekommen die Sachsler nicht häufig zu sehen. Bei blendendem Sonnenschein machten sich gestern zwei an Seilen gesicherte Arbeiter am 52 Meter hohen Kirchturm zu schaffen. Grund für den spektakulären Einsatz: «Trotz der bestehenden Schutzanlage gab es bei Gewittern immer wieder Probleme mit Blitzen», erklärt Beat Rohrer, Inhaber der beauftragten Dachdeckerfirma aus Sachseln. Dadurch sei es in der Pfarrkirche immer wieder zu Ausfällen in der Elektronik gekommen, beispielsweise an der Lautsprecheranlage oder der Liedanzeige.

Gemäss Vorschrift nachgerüstet

Nach den Normen des Verbandes schweizerischer Elektro-Installationsfirmen und der Vereinigung kantonaler Feuerversicherungen müsse in der Schweiz an jeder Ecke eines Turms eine Ableitung vorhanden sein, so Rohrer. Dies ist nun seit gestern in Sachseln der Fall.

Beat Rohrer zog zwei externe Höhenarbeiter bei, die als Leiter einen 8 Millimeter starken Kupferdraht an der Turmkuppel anbrachten und mit der Erdleitung verbanden. «Den Turm einzurüsten, wäre viel zu kostspielig gewesen. So können wir den Auftrag in eineinhalb Tagen erledigen», sagt der diplomierte Blitzschutzexperte. Das gute Wetter kam den Fachleuten entgegen. Bei Regen hätten die beiden Arbeiter Fussabdrücke an der Fassade hinterlassen.

Respekt, aber keine Angst

Für Roman Spichtig, der in Stans lebt, war es der erste derartige Auftrag auf einem Kirchendach. «Ich mache das gern, weil es speziell ist.» Angst empfinde er an seinem für andere schwindelerregenden Arbeitsplatz keine, «höchstens Respekt». Roger Christen, mit dem er in Sachseln zum ersten Mal zusammenarbeitete, hat Routine. Er ist Bergführer und wohnt in Hasliberg. «Jedes Mal, wenn man frisch ans Seil geht, kontrolliert man vorher, ebenso vor jeder Lastenübergabe.» Gesichert waren beide an den Holzbalken im Kirchenturm.

Ohrenschutz gehört dazu

Ab 7 Uhr morgens standen die beiden Höhenarbeiter im Einsatz. Allein das Einrichten des Arbeitsplatzes dauerte zwei Stunden. Dabei seien sie vielen Turmbewohnern begegnet, erzählen Mitarbeiter von Beat Rohrer, welche die Höhenarbeiter zu dritt unterstützten. «Wir haben eine Fledermaus aufgescheucht.» Roman Spichtig und Roger Christen trugen einen Gehörschutz bei sich. «Wenn man innen im Turm arbeitet, sind die Glocken sehr laut», berichten sie.

Willkommene Stärkung zum Mittag

Zittrige Beine hatten sie am Mittag erstaunlicherweise nicht. Allerdings sei es eine Herausforderung gewesen, sich beim Bohren in eine entsprechende Position zu bringen, ohne sich abstützen zu können, erklärte Christen. «Dazu muss man erst mal Körperspannung aufbauen, das ist anstrengend.» Bei diesem Kraftakt kam ihnen der Teller Pasta zum Zmittag gerade recht.

Marion Wannemacher

Der Einsatz ist nichts für schwache Nerven. (Bild Marion Wannemacher)

Der Einsatz ist nichts für schwache Nerven. (Bild Marion Wannemacher)

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