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SACHSELN/ERIZ: Schüler schuften in Berner Bergen

Die komplette 2. IOS hat diese Woche ihren Unterricht auf zwei Bergbauernhöfe in Eriz oberhalb Steffisburg verlegt. Klassenlehrer Patrick Berwert zieht eine positive Bilanz. Alle haben motiviert mitgearbeitet.
Marion Wannemacher
Sachsler Schüler vergraben eine Wasserleitung. Von links: Sarina Schälin, Marius Burch, Sophie Koch. (Bild: Patrick Berwert (Eriz, 30. August 2017))

Sachsler Schüler vergraben eine Wasserleitung. Von links: Sarina Schälin, Marius Burch, Sophie Koch. (Bild: Patrick Berwert (Eriz, 30. August 2017))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ obwaldnerzeitung.ch

Nur noch einen halben Tag arbeiten, packen, Lagerhaus putzen und dann wieder zurück ins heimatliche Obwalden. «Die meisten freuen sich auf ihre ­Badewanne oder ihre Dusche daheim», erzählt Klassenlehrer Patrick Berwert am Telefon. «Gefeiert» wird der letzte gemeinsame Lagerabend der 2. Integrierten Oberstufe (IOS) bei hausgemachter Pizza und einem Discoabend. Eine anstrengende Woche liegt hinter den 36 Jugendlichen aus Sachseln. Auf ­Initiative ihrer beiden Klassenlehrer Patrick Berwert und Martin Müller fand diese Woche der Unterricht auf zwei Bio-Bergbauernhöfen in der Nähe von Eriz oberhalb Steffisburg im Kanton Bern statt.

«Mein Kollege und ich wollten das Lager Anfang der achten Klasse organisieren, damit der Klassengeist davon profitieren kann. Dieses Jahr starten die Jugendlichen in die Berufsbildung, im Frühjahr gehen sie in Betriebe schnuppern, deshalb passt das vom Thema her gut», erklärt Patrick Berwert. Martin Müller sei erst seit zwei Wochen in Sachseln Lehrer, Berwert selbst kenne die meisten Schüler bereits von der 4. Klasse an, die er damals selbst als Klassenlehrer leitete. Vermittelt bekamen sie die Bergbauernhöfe über die Stiftung Umweltbildung.

Lauter Profis mit der Sense am Steilhang

Der Einsatz von Montag bis gestern Freitag war kein Zuckerschlecken: «Wir haben mehrere Flächen am Steilhang von Farn freigeschnitten, und zwar am Steilhang, das war recht mühsam.» Der Lehrer lobt die Fähigkeiten seiner Schüler: «Sie können nun mit der Sense relativ gut umgehen.» Ausserdem verlegten diese eine Wasserleitung von 200 Metern Länge.

Das Wetter habe – wie in ­Obwalden auch – am Donnerstag umgeschlagen. «Es hat den ganzen Tag geregnet. Wir mussten Erlenstauden auf einer ­Wiese zurückschneiden.» Die ­Zweige landeten am Schluss auf einem grossen Feuer, das habe den Schülern Freude gemacht.

Bilder zeigen die Schüler im Schlamm. Punkto Motivation seien alle 36 meistens voll dabei gewesen. «Klar hat auch mal jemand ausgerufen, aber wenn die Arbeit mal gelaufen ist, haben sie gut gearbeitet», freut sich der Klassenlehrer. Zu ihren Einsatzgebieten konnten die etwa 14-jährigen Schülerinnen und Schüler nicht die ganze Strecke fahren. Sie mussten jeden Tag ­einen Weg von 30 bis 45 Minuten zu Fuss gehen – am Morgen und am späten Nachmittag. Drei der Schüler stammen selbst von Höfen in Sachseln und brachten gar eigenes Werkzeug mit, zum Beispiel Motorsensen. «Aber so eine ‹Chrampferei› auf einem Bergbauernhof könnten sie sich für immer nicht vorstellen – das haben sie klar geäussert», erzählt Patrick Berwert. Höhepunkt der Woche sei unumstritten für alle die Taufe eines Stiers gewesen. «Dieser heisst jetzt Nemo und hat sogar sein eigenes Namensschild im Stall bekommen», erzählt er augenzwinkernd. Für den Namen, der eigentlich der Comicfigur eines Clownfischs entlehnt ist, hätten vor allem die Meitli gestimmt.

Für die Woche in Eriz zieht Patrick Berwert eine positive ­Bilanz ziehen. «Es war das erste Mal, dass wir so ein Projekt gemacht haben. Unsere Schülerinnen und Schüler haben in die Arbeitswelt hineingeschnuppert, und das gemeinsame Erlebnis war prima für die Klassenbildung geeignet. Das nächste Mal können wir uns so ein Klassenlager gut wieder vorstellen.»

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