SACHSELN/PERU: Ein Obwaldner forstet in Perus Wüste

Forstwart Michael Rohrer arbeitete unentgeltlich auf dem Guts­betrieb eines Schweizer Kinderhilfswerkes in Peru. Er lehrte dort das Holzfällen.

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Michael Rohrer bei seiner Arbeit an peruanischen Bäumen und unterwegs mit Jugendlichen. (Bild: PD)

Michael Rohrer bei seiner Arbeit an peruanischen Bäumen und unterwegs mit Jugendlichen. (Bild: PD)

pd/red. Der 22 jährige Michael Rohrer aus Sachseln erledigte im Rahmen der Vorbereitungen auf «el Nino» anspruchsvolle Fällarbeiten und instruierte peruanische Bauern im korrekten Umgang mit der Motorsäge und vermittelte verschiedene Techniken, um Bäume sicher zu fällen. Rohrer hatte im Juni 2014 erfolgreich seine Berufslehre als Forstwart abgeschlossen. Nach der Rekrutenschule in Frauenfeld. «Nach so viel Schule und Ausbildung wollte ich endlich etwas von der Welt sehen, aber ohne Geld kann man ja nicht einfach auf Reisen gehen», sagt er dazu. So suchte er nach Möglichkeiten, ohne viel Geld im Sack aufbrechen zu können, und er wurde fündig im Kinderhilfswerk «Fraternitas del Peru». Dieses Hilfswerk hat zwei Häuser in der Ortschaft Casma, wo 24 Waisenkinder untergebracht sind. Einige werden von «Fraternitas del Peru» auch betreut, weil deren Eltern lange Gefängnisstrafen verbüssen müssen, oft wegen Bagatelldelikten.

Instabile Bäume als Gefahr

Das Kinderhilfswerk hat ausserhalb des Ortes Casma einen Landwirtschaftsbetrieb (Fundo) – als sicherer Rückzugsort und Ernährungsgrundlage. Im Fundo stehen alte Mango-, Avocado- und Pinienbäume, welche instabil sind und beim drohenden Wetterphänomen El Nino gefährlich werden könnten. «Das Fachwissen zum Fällen von grossen Bäumen ist an der Küste Perus nicht vorhanden. Die Bauern zünden solche Bäume meistens an, was sehr gefährlich sein kann», weiss Rohrer zu berichten.Seine Hilfe aus der Schweiz kam darum für beide Seiten genau zum richtigen Zeitpunkt. Die Bauern lernten in einem kurzen Theorieteil und in praktischen Lerneinheiten das Wichtigste über Schutzkleidung, technische Aspekte und Wartung der Motorsäge, Arbeitssicherheit und Fälltechnik.

Insgesamt mussten 16 Bäume unter anspruchsvollen Bedingungen gefällt werden. Der Baum war ein uralter Mangobaum mit einem Durchmesser von mehr als drei Metern. Und Mangoholz ist ausserordentlich hart. Die Beschaffenheit der Holzarten, das erbarmungslose Wüstenklima und die fremde Sprache und Kultur der Peruaner waren für Michael Rohrer Herausforderung und vor allem eine grosse Bereicherung. Alle bestaunten dessen Präzision und solide Arbeitsweise. Rohrer selber blickt mit Befriedigung auf den Einsatz zurück: «Die Zeit hier waren meine Wanderjahre als Berufsmann, ich gehe bereichert nach Hause und werde ganz sicher wieder kommen. Die Temperatur der Menschenherzen ist einfach noch warm hier. Ich durfte wohl behütet in der Schweiz aufwachsen, und diese Kinder haben unsere Hilfe mehr als verdient.»

pd/red.

Kinder sollen Ausbildung erhalten

Fraternitas Humana wurde im Mai 1983 in Solothurn gegründet und ist politisch und konfessionell unabhängig. Zweck des Vereins ist die ideelle und materielle Unterstützung des eigenen Kinderhilfswerks in Peru. Casma liegt in der Provinz Ancash und ist eine Kleinstadt mit rund 30 000 Einwohnern. Der Verein besitzt dort zwei Wohnhäuser und einen mittelgrossen Bauernhof (18 Hektaren landwirtschaftlich nutzbares Land). Dort steht auch ein weiteres Wohnhaus für Knaben ab 12 Jahren zur Verfügung.

Vertrauen gewonnen

Der Verein nimmt Kinder auf, deren Eltern nicht in der Lage sind, für ein Aufwachsen in würdigen Umständen zu garantieren. Die anvertrauten Kinder sollen in geordneten Verhältnissen gross werden, eine geeignete Ausbildung erhalten und so zu selbstständigen Erwachsenen heranreifen. Gemäss eigenen Angaben hat das Werk in «den vielen Jahren seit Bestehen das volle Vertrauen der peruanischen Sozialbehörden erworben».

Der Sachsler Fostwart begegnet Kindern. (Bild: pd)

Der Sachsler Fostwart begegnet Kindern. (Bild: pd)

Michael Rohrer lässt die Motorsäge dröhnen. (Bild: pd)

Michael Rohrer lässt die Motorsäge dröhnen. (Bild: pd)