SACHSELN/SARNEN: Bahnanbindung nächster Schritt?

Die neue Postautolinie zwischen den beiden Bahnhöfen hat einen guten Start erlebt. Mit ein paar Anpassungen könnte es noch besser sein, meint einer der Initianten der neuen Verbindung.

Markus von Rotz
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Ein Postauto ausgangs von Sarnen unterwegs zum Bahnhof in Sachseln. (Bild: PD)

Ein Postauto ausgangs von Sarnen unterwegs zum Bahnhof in Sachseln. (Bild: PD)

Markus von Rotz

markus.vonrotz@obwaldnerzeitung.ch

Die Gemeinde Sachseln wollte die neue Postautolinie erst nicht finanzieren beziehungsweise nicht einen permanenten Betrieb ohne Versuchsphase starten. Doch da hatte der Gemeinderat die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Nachdem Jürgen Mayer, seines Zeichens Verwaltungsratspräsident der Maxon AG, mit Kollegen zusammen 200 Unterschriften gesammelt hatte, kam die Gemeinde auf das Thema zurück und stellte beim Kanton ein Wiedererwägungsgesuch.

Seit Mitte Dezember 2016 ist nun für das Postauto auf der Strecke Flüeli–Sachseln nicht mehr Endstation beim Bahnhof Sachseln, sondern es fährt eine Zusatzschlaufe via Seehof/Brüggi und Seefeld/Kantonsspital zum Bahnhof Sarnen. Beat Wiget, Leiter von Postauto Zentralschweiz, zieht nach den gut zwei Monaten ein positives Fazit: «Auf dem neuen Abschnitt zwischen Sarnen und Sachseln sind pro Werktag rund 70 Personen unterwegs. Die am besten frequentierte Haltestelle ist das Wohngebiet Brüggi Sachseln mit mehr als 20 Ein- und Aussteigenden pro Tag.»

Bereits vergleichsweise gute Werte erzielt

Wiget ist von der in seinen Augen recht guten Nachfrage nicht überrascht, sondern sie bestätige seine Erwartungen: «Wir haben gehofft, dass da etwas läuft. Es kamen ja auch vermehrt Begehren aus der Bevölkerung, und es freut mich, dass das Angebot nun auch genutzt wird.» Das Ergebnis lasse sich sehen: «Wenn ich mit den Strecken nach Wilen oder Stalden vergleiche, sind das bereits gute Werte.» Gleichzeitig relativiert er: Man erwarte die grossen Frequenzen vor allem im Sommer, wenn mehr Pilger nach Sachseln kommen, vor allem im aktuellen Jubiläumsjahr, und auch die Badi in Sarnen offen ist.

Ergänzung statt Konkurrenz zur ZB

Der zuständige Gemeinderat Florian Spichtig hatte im Vorfeld der Eröffnung betont, die neue Strecke dürfe die Rentabilität der bisherigen Linie ins Flüeli nicht gefährden. Dafür gibt es laut Wiget aktuell keine Anzeichen. Man habe die Linie ohne grosse zusätzliche Fixkosten verlängern können, weil der Chauffeur bisher am Bahnhof Sachseln eine Wartepause einlegen musste. Also müssten nur die paar zusätzlichen Kilometer finanziert werden, «und mehr Reisende bringen ja auch mehr Einnahmen». Auch eine Konkurrenz zur parallel fahrenden Zentralbahn sieht er nicht, sondern eher eine gegenseitige Bereicherung. Beide Verkehrsträger könnten dazu beitragen, dass mehr Leute den öffentlichen Verkehr nutzen.

Freude an der grossen Nachfrage hat auch der damalige Petitionär Jürgen Mayer. «Unser Einsatz hat sich auf jeden Fall gelohnt.» Er wohnt selber im Bereich Brüggi und stellt fest, dass gerade dort viele ältere Leute lebten, die sehr froh seien um das Postauto. «Ich fahre selber auch regelmässig mit dem neuen Kurs, und ich habe viel gutes Echo erhalten. Leute dankten für unsere Petition und sagten, das sei eine flotte Leistung gewesen.»

Anschluss an den Zug noch nicht garantiert

Aus seiner Sicht gibt es aber noch Verbesserungspotenzial. Zum einen müsste man die Bushalte­stelle im Brüggi noch etwas besser platzieren, um den Weg zu Fuss zu verkürzen. Und dann sollte der Anschluss an die Züge in Sarnen gewährleistet sein. «Das ist im Moment nicht optimal. Wir sind aber bereits mit der Regierung in Kontakt, um das auf den nächsten Fahrplanwechsel hin zu optimieren», sagt Mayer.

Aktuell fahren auf der neuen Route werktags elf Kurspaare, am Sonntag ist das Postauto zehnmal in beide Richtungen unterwegs. Der Pilotbetrieb ist auf drei Jahre ausgelegt. Sarnen und Sachseln teilen sich die nicht vom Kanton bezahlten Kosten im Verhältnis eins zu zwei auf.