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SACHSELN/STANS: Drei runde Zahlen sind genug

Zehn Jahre lang hat Urs Sibler im Museum Bruder Klaus den Nationalheiligen einem breiten Publikum stets neu vermittelt. Nun tritt er als Museumsleiter zurück.
Romano Cuonz
Kurator und Leiter Urs Sibler im Museum Bruder Klaus. (Bild: Romano Cuonz (Sachseln, 15. Dezember 2017))

Kurator und Leiter Urs Sibler im Museum Bruder Klaus. (Bild: Romano Cuonz (Sachseln, 15. Dezember 2017))

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Auch im Museum Bruder Klaus haben wir den 600. Geburtstag des Mystikers gefeiert, ich durfte das Haus nun 10 Jahre leiten und bin selber eben 70 geworden», sagt der Innerschweizer Kulturpreisträger und Museumsleiter Urs Sibler. Dann fügt er – mit einem zufriedenen Blick zurück und einem zuversichtlichen nach vorn – hinzu: «Drei runde Zahlen! Für mich der richtige Zeitpunkt, nochmals etwas Neues anzupacken.» Wenn das Museum am Palmsonntag – nach der Winterpause – seine Türen wieder öffnet, wird dann neu die 40-jährige Geschichtsvermittlerin und Projektmanagerin Carmen Kiser die Leitung in den Händen haben. Und der Stanser Sibler ist zutiefst überzeugt, dass sich sein Erbe in guten Händen befindet und weitergeführt wird.

Wunschbesetzung fürs Museum

Es ist einer der letzten schönen Tage im Dezember. Die Sonne taucht das herrschaftliche Sachsler Bürgerhaus von 1784, in dem sich das Museum Bruder Klaus befindet, in helles Licht. Urs Sibler steht im französischen Barockgarten, schaut hinüber zum Haus, das er nun während zehn Jahren prägen und bespielen durfte. Erinnerungen werden wach: etwa, wie es 2007 überhaupt dazu gekommen war. «Es war ein Riesengeschenk, als der Vorstand mir die Möglichkeit bot, dieses Museum mit einem Heiligen als Kunstanimator zu leiten», bemerkt er.

Unbekannt war ihm das Haus nicht: Bereits mit dem Mitinitianten Alois Spichtig hatte Urs Sibler eine enge Freundschaft gepflegt. Später – unter seinen Vorgängern Urs Beat Frei und Patrick Deicher als Leiter – durfte er thematische Ausstellungen mitkonzipieren. So gesehen war Sibler 2007 die eigentliche Wunschbesetzung für den Leiterposten. Noch in lebhafter Erinnerung geblieben ist dem Kunstvermittler sein Einstand. «Damals stand ich vor der Herausforderung, in den historischen Räumen die reiche kantonale Kunstsammlung zu präsentieren», erzählt er. Dazu habe er dann selbst die letzten Ecken und Winkel des alten Hauses erkundet und kennen gelernt. Noch wichtiger aber waren zwei Erfahrungen, die er damals machte. Sie sollten sein ganzes zehnjähriges Schaffen prägen. «Zum einen ­erkannte ich, welch immense Kunstschätze der Kanton Obwalden birgt», sagt Sibler. Zum andern habe er beglückt festgestellt, mit welch grosser Offenheit Künstlerinnen und Künstler ihm begegneten. «Judith Albert zum Beispiel stellte für die Präsentation ihre Arbeiten eigens neu zusammen», erinnert er sich.

Zusammenführen vieler Partner

Damals – wie über die ganzen zehn Jahre hinweg – sei es gelungen, aus dem doch eher kleinen Museum mit beschränkten Möglichkeiten ein Optimum herauszuholen. Etwa 2012 bei der Neugestaltung der Grundausstellung mit Jürg Spichiger und Jos Näpflin. Oder auch bei den rund zwanzig thematischen Ausstellungen, mit denen Sibler Besucher zu stets neuen Entdeckungen animierte. «Es war eine Erfolgsgeschichte, weil stets alle zusammenspannten», stellt der Kurator fest.

Die erste Ausstellung, zu der Urs Sibler die Idee hatte, trug den Titel «Alles Gold». Dabei setzte der Kunstvermittler auch erstmals jenes Konzept um, dem er bis zuletzt treu geblieben ist. Zum einen holte er historische Gegenstände aus der Versenkung hervor. Stellte diese wieder ins Licht: Goldgewänder etwa, welche die Obwaldner Regierung 1947 zur Heiligsprechung von Bruder Klaus in Sachseln spendiert hatte. Mit dieser Idee suchte er Partner für eine Zusammenarbeit. Aber immer auch Künstler, die sich vom Thema inspirieren liessen. «Eine schöne Wiederentdeckung war etwa der Zürcher Heinrich Eichmann mit symbolhaften, an Mandalas erinnernden Bildern», bemerkt Sibler.

Erinnerungen und Zukunftspläne

Das wohl wichtigste Merkmal bei seinen Ausstellungen war die enge Zusammenarbeit mit vielen Leuten. Alle trugen sie gemeinsam zum Erfolg bei. Da war etwa die IG Baukultur, der Heimatschutz, die Denkmalpflege, die Hochschulen Luzern für Technik und Architektur oder Kunst. Und da waren auch Historiker, Musiker oder Literaten, die zu jedem Kunstereignis den passenden Rahmen schafften. «Bei allen Ausstellungen ging es mir darum, dem Publikum Impulse zu geben und es bei Führungen selber in die Thematik einzuführen», erzählt Sibler.

Zahllose schöne Erinnerungen an die Zeit in Sachseln werden Urs Sibler für immer bleiben. Da war etwa die Begegnung mit dem Basler Bischof Felix Gmür, der die Ausstellung «Ins Zentrum» mit grösstem Interesse angeschaut und viele Fragen gestellt hatte. Und da sind auch zahllose Einträge unbekannter Besucherinnen und Besucher im Gästebuch. Ein Martin Imhof schreibt da: «Ein sehr eindrückliches Haus mit tollen Ausstellungen, es ladet zum Meditieren und Verweilen ein.»

Und was hat sich Urs Sibler für die Zukunft ohne «sein Museum» vorgenommen? «Mit andern Leuten zusammen werde ich weitere Ausstellungen und Rahmenprogramme planen», verrät er. Schon aufgegleist sei für den nächsten Sommer eine Freilichtausstellung in Sins mit zehn Kunstschaffenden, Musik, Literatur und Theater. Müde ist der aussergewöhnliche Kunst- und Kulturförderer noch lange nicht.

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