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Sachsler «Kreuz» sucht Mieter statt Hotelgäste

Wohnen statt übernachten: Wegen schlechter Auslastung will sich der Besitzer des Hotels Kreuz von der Hotellerie verabschieden. Der Gemeinderat bedauert diesen Schritt, zeigt aber Verständnis.
Matthias Piazza
Das Hotel Kreuz will sich auf die Restauration konzentrieren. (Bild: Christoph Riebli (Sachseln, 12. Juni 2015))

Das Hotel Kreuz will sich auf die Restauration konzentrieren. (Bild: Christoph Riebli (Sachseln, 12. Juni 2015))

Es steht mitten im Dorf Sachseln und liegt am Weg nach Flüeli-Ranft, der Bruder-Klaus-Pilgerstätte. Das Hotel Kreuz mit seinen 26 Zimmern müsste darum immer gut besucht sein, sollte man meinen. Dem ist aber nicht so, wie einer am Dienstag versandten Medienmitteilung der Besitzerin, der Firma Eberli in Sarnen, zu entnehmen ist. «Uns fehlen genug Hotelgäste für einen rentablen Betrieb, die sich länger in Sachseln aufhalten», sagt auf Anfrage Alain Grossenbacher, CEO und Verwaltungsratspräsident der Eberli Sarnen. «Die Pilger suchen für ihren kurzen Aufenthalt eine günstige Unterkunft.»

Das Viersternehotel mit Zimmerpreisen zwischen 155 Franken pro Nacht (Standard) und 330 Franken (Junior-Suite) spreche die Pilger weniger an. Die Auslastung sei in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen und erlaube keine dauerhaft rentable Führung des Hotels.

Einfach stilllegen wolle man das traditionsreiche Haus aber nicht, sondern im Gegenteil neu beleben. «Unser Haus mitten im Dorf neben einem schönen Park eignet sich hervorragend für Wohnungen», ist Alain Grossenbacher überzeugt. Das Spektrum reiche von Einzimmerwohnungen mit jeweils eigenem Badezimmer, einer Gemeinschaftsküche und gemeinsamem Aufenthaltsraum über Ein- bis Zweizimmer-Studios bis hin zu Kleinwohnungen mit zweieinhalb bis dreieinhalb Zimmern. «Im Visier haben wir eher jüngere Leute mit einem beschränkten Budget, Expats aus den umliegenden internationalen Unternehmen, aber auch Leute im Pensionsalter», umreisst Alain Grossenbacher das Zielpublikum.

Generell würden sich die Mietpreise im unteren Segment bewegen. Für Details, auch zum Zeitplan, sei es aber noch zu früh.

Am Restaurant, das seit Oktober 2015 unter Gastgeber Bruno Della Torre sehr gut laufe, werde man festhalten. Auch die Seminarräume sollen erhalten bleiben. Bruno Della Torre wird ab diesem Frühling parallel das Gasthaus Rose seiner Eltern in Kerns führen. Ob und wie seine rund 20 Mitarbeiter im «Kreuz» weiter beschäftigt werden, sei allerdings noch nicht klar.

Der Gemeinderat habe sich sehr verständnisvoll zu den «Kreuz»-Plänen geäussert, hält Alain Grossenbacher fest.

Gemeinderat ist erleichtert, dass Restaurant bleibt

Dies bestätigt Florian Spichtig, Vizegemeindepräsident von Sachseln und Präsident von Obwalden Tourismus. «Ich begreife, dass die Firma Eberli nach unternehmerischen Kriterien handelt.» Doch die Schliessung eines weiteren historischen Hotels nur zwei Jahre nach dem Ende des Hotels Belvoir sei natürlich schon ein Verlust für Sachseln. «Aber ein Gesundschrumpfen gehört eben zur freien Marktwirtschaft.» Das Übernachtungsangebot in der Region erachtet er trotzdem als ausreichend.

«Erleichtert bin ich, dass das hervorragende Restaurant, das einzige übrigens, das am Montagabend im Sachsler Dorf offen hat, erhalten bleibt. Das ist wichtig für den Tourismus und das Dorfleben.» Die Umnutzung von Hotelzimmern zu Wohnungen betrachtet er mit Wehmut, aber als verständlichen Schritt. «In Zeiten von immer mehr Einpersonenhaushalten ist der Bedarf nach zusätzlichen Studios und Wohnungen, wie sie Eberli plant, auch in Sachseln vorhanden.»

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