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Sachsler Wärmeverbund stellte sich Skeptikern

Am 10. Februar stimmt das Volk über 1,7 Millionen Franken für die Teilerneuerung der Wärmeverbund-Heizzentrale ab. Auch wenn einige Leute von «Schnitzeln» die Nase voll haben: Die Fachleute versprechen «eine richtig gute Anlage».
Romano Cuonz
Sie versprechen einen immissionsärmeren Holzschnitzel-Wärmeverbund (von links): Gemeinderat Florian Spichtig, Qualitätsmanager Patrick Küttel und Projektplaner Fredy Rhein. (Bild: Romano Cuonz (16. Januar 2019))

Sie versprechen einen immissionsärmeren Holzschnitzel-Wärmeverbund (von links): Gemeinderat Florian Spichtig, Qualitätsmanager Patrick Küttel und Projektplaner Fredy Rhein. (Bild: Romano Cuonz (16. Januar 2019))

Die technischen Anlagen der Heizzentrale sind mittlerweile 20 Jahre in Betrieb. Indessen seien schon vor zehn Jahren Überschreitungen der Immissionsgrenzwerte festgestellt worden. Dies gestand Marco Dusi von der kantonalen Dienststelle für Umweltschutz am Informationsabend vom Mittwoch auf kritische Fragen des Anwohners Heinz Della Torre. Zwar habe man versucht, die Immissionen mit betrieblichen Massnahmen zu minimieren. Die Frist für eine nachhaltige Sanierung aber laufe erst im Herbst ab. Eine wirksame technische Neuerung mit spürbaren Verbesserungen sei aber nur mit einer solchen möglich.

«Heute sind an die Heizzentrale des Holzschnitzel-Wärmeverbundes Sachseln 92 öffentliche und private Liegenschaften mit insgesamt 377 Wohnungen angeschlossen», informierte Gemeindevizepräsident Florian Spichtig die vielen Zuhörer. Und einmal mehr betonte er: «Dafür wurden neben 81000 Litern Heizöl auch 6250 Kubikmeter Holzschnitzel aus einheimischen Wäldern verwendet. Für die Korporation keine Kleinigkeit.»

Eine gute Anlage soll es werden

«Wir haben unsere Hausaufgaben sorgfältig gemacht», meinte ein seiner Sache sicherer Florian Spichtig. Ziel einer geplanten technischen Teilerneuerung der Heizzentrale sei es gewesen, die Anlage entsprechend heute gültigen Vorschriften auf den neusten Stand der Technik zu bringen und den Anteil an erneuerbaren Energien nochmals zu erhöhen. Fredy Rhein (Basler und Hofmann) konnte besorgt nachfragende Bürgerinnen und Bürger beruhigen. Es gebe garantiert Verbesserungen, sagte er auf direkte Fragen aus der Versammlung. So werde man den ungenügenden Holzkessel durch zwei leistungsstarke neue ersetzen. Ein dritter höherer Kamin soll unmittelbar benachbarte Liegenschaften vor Immissionen besser schützen.

Entscheidend für die Einhaltung der Feinstaub-Grenzwerte wird vor allem der Einbau von zusätzlichen Elektrofilteranlagen bei den Heizkesseln sein. Der wegen Lärmimmissionen besorgten Monika Gasser sicherte Fredy Rhein zu: «Bisher war der Lärm im grossen Kessel viel zu hoch. Das wird besser werden und der Norm entsprechen.» Damit es nicht bei leeren Versprechungen bleibe – so Florian Spichtig – unterziehe die Gemeinde die ganze Planung und Realisierung begleitend einem Qualitätsmanagement-System für Holzheizwerke. Deren Vertreter Patrik Küttel erklärte: «Wir haben Leitplanken gesetzt und können sagen, dass hier eine richtig gute Anlage entsteht. Auch werden wir sie noch ein ganzes Jahr lang begleiten.»

Der Gemeinde bleibt ein finanzieller Gewinn

Skeptikern erklärte Florian Spichtig, dass die Gemeinde nicht – wie behauptet wurde – mit dem Kredit von 1,7 Millionen Franken privaten Personen die Heizungen saniere. «Einnahmen und Ausgaben aus dem Fernwärmebetrieb beeinflussen das Jahresergebnis nicht», erläuterte er. Die Einwohnergemeinde übernehme die Projektfinanzierung, die verzinst wieder in die Gemeinde zurückfliesse. Die Einnahmen – von 2018 bis 2026 – würden 6,3 Millionen betragen, die Ausgaben 5,2 Millionen und das Fondsvermögen am Ende somit 1,1 Millionen. «Damit bleibt der Gemeinde aus den Zinsen gar noch ein kleiner Gewinn», rechnete Spichtig vor.

Zwei Themen dominierten dann bei der überaus lebhaften Fragerunde. Walter Rohrer monierte: «Die an sich gute Anlage ist in der Nähe von 400 Schulkindern und vielen privaten Wohnhäusern am völlig falschen Ort.» Und er plädierte erneut für den «Chalchofen» als Standort. Dass dies für die jetzt gerade dringend anstehende Sanierung unrentabel, unklug, ja gar unmöglich wäre, bekräftigten neben Florian Spichtig und Korporationspräsident Christian Rohrer auch alle im Saal anwesenden Fachleute.

Wärmebezüger würden selbst finanzieren

Offene Türen hingegen rannte der von der Anlage selber profitierende Eugen Anderhalden ein, als er Folgendes vorschlug: «Sollten die Stimmbürger den Kredit aller Vernunft zum Trotz ablehnen, wären wir Wärmebezüger bereit, die Finanzierung selber zu stemmen.» Florian Spichtig und der Sachsler Gemeinderat sind sich einig, dass der Wärmeverbund am 10. Februar wohl letztmals Gemeindesache sein wird. Spichtig dazu wörtlich: «Ich sehe einen Zeithorizont von fünf Jahren, dann wird die Anlage nicht mehr bei der Gemeinde sein, wenn im Dorf der Wille da ist, eine Genossenschaft oder AG dafür zu gründen.»

Urnenabstimmung über den Kredit für die technische Teilerneuerung der Heizzentrale des Holzschnitzel-Wärmeverbunds Sachseln am 10. Februar.

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