Sammlerin in Sarnen besitzt Krippen, soweit das Auge reicht

Über zehn verschiedene Krippen zieren Haus und Eingang von Doris Bühlmann. Zu jeder hat die Sarnerin eine spezielle Beziehung.

Patricia Helfenstein-Burch
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Krippen und Figuren sind seit Jahrzehnten ihre Leidenschaft: die 85-jährige Doris Bühlmann. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 19. Dezember 2018))

Krippen und Figuren sind seit Jahrzehnten ihre Leidenschaft: die 85-jährige Doris Bühlmann. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 19. Dezember 2018))

Bereits vor dem Hauseingang am Spitalmattenweg in Sarnen trifft man auf die erste Krippe von Krippensammlerin Doris Bühlmann. Das Moos, das den Stall-Boden zieren sollte, ist allerdings auf dem Teppich vor der Haustüre verstreut. «Das machen die Vögel, die holen immer das Moos aus der Krippe», sagt Doris Bühlmann lachend und stört sich sichtlich wenig daran. Dann führt sie den Besuch in ihre Stube, wo die anderen zehn Krippen fein säuberlich aufgestellt sind. Jede Figur hat ihren Platz und jede Krippe hat ihre eigene Geschichte.

Aufgewachsen ist Doris Bühlmann, geborene Küchler, in Sarnen am Grundacherweg. Ihr Vater war Arzt und hatte seine Praxis im gleichen Haus, in dem die neunköpfige Familie wohnte. Von ihrem Vater habe sie die Freude an Kunst und Kunsthandwerk geerbt, sagt die stolze Tochter.

Die erste Krippe stand schon im Elternhaus

Ein weiteres Erbe ihrer Eltern ist die Lieblingskrippe der rüstigen Seniorin, die im November dieses Jahres ihren 85. Geburtstag feiern durfte. «Diese Krippe vom Lungerer Bildhauer Josef Gasser stand schon in meinem Elternhaus», sagt sie. Die Krippe müsse beinahe 80 Jahre alt sein. Irgendwann wollte Doris Bühlmann selber eine Krippe herstellen. Der erste Versuch war eine Schwarzenberger Krippe. Nach einer Woche Kurs merkte sie allerdings, dass dies nicht die richtigen Figuren für sie seien. Sie entschied sich, nochmals von vorne zu beginnen.

Einblick in eine Krippe im Hause Bühlmann. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 19. Dezember 2018))

Einblick in eine Krippe im Hause Bühlmann. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 19. Dezember 2018))

Nun sollte es eine Ilanzer Krippe werden. Zwei bis drei Mal pro Jahr fuhr sie jeweils für eine Woche nach Ilanz. Im dortigen Kloster erarbeitete sie sich über die Jahre unter Anleitung von Schwester Anita Derungs eine grosszügige Krippe mit vielen wunderschönen Figuren, welche die Hobbykünstlerin dann wirklich zufriedenstellten. «Als ich noch zwei Trinkler mit Obwaldner Wappen auf dem Hemd machen wollte, erlaubte mir dies Schwester Derungs.» Obwohl die Trinkler ja nicht gerade biblische Figuren seien, erklärt Doris Bühlmann lachend.

Krippen haben das Hochwasser überlebt

Doris Bühlmann schwärmt von der Krippenausstellung im Museum Sarnen, die 1997 stattgefunden hat. Über 300 Krippen seien dort gezeigt worden. Als ehemaliges Mitglied des Schweizerischen Krippenvereins war es für sie natürlich eine besondere Freude, dass diese spezielle Ausstellung in Sarnen zu besichtigen war. Angst um ihre eigenen Krippen hatte sie ein paar Jahre später. «Als 2005 das grosse Hochwasser Sarnen heimsuchte, stand auch mein Haus tief im Wasser», erinnert sich Doris Bühlmann und zeigt mit der Hand etwa einen halben Meter über Boden, wie hoch das Wasser in ihrem Wohnzimmer stand. Ihre geliebten Krippen konnte sie rechtzeitig ins Obergeschoss des Hauses bringen, wo diese unversehrt blieben. Freunde aus Basel, die wussten, wie sehr Doris Bühlmann Krippen liebt, schenkten ihr Zinn-Krippenfiguren aus Deutschland. Eine Gruppe Tonfiguren hat sich die Sammlerin vor Jahren mit «Silva»-Punkten erstanden. Letztes Jahr schenkte ihr eine ehemalige Schulkameradin ganz besondere Krippenfiguren aus Frankreich. Diese Santons (provenzalisch «santoun»: kleiner Heiliger) sind Figuren aus Ton, die in der Provence hergestellt werden.

Das Jesuskind im weissen Gewand. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 19. Dezember 2018))

Das Jesuskind im weissen Gewand. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 19. Dezember 2018))

Einen fast schon fürsorglichen Bezug hat sie zu einem Christkind aus Wachs. Eine Bekannte aus Sarnen hatte ihr dieses besondere Christkind mit der Bitte gegeben: «Nimm es um Himmels Willen, sonst wird es weggeworfen, wenn ich nicht mehr bin.» Die jungen Leute hätten heute wohl nicht mehr Freude an solchen Sachen, meinte die Frau, die ihr das Christkind überliess. Um so mehr Freude hat Doris Bühlmann an ihren Krippen und Figuren, die sie jedes Jahr vom ersten Advent bis zum 6. Januar, dem Dreikönigstag, aufstellt. Danach werden die Figuren und Ställe wieder feinsäuberlich versorgt, bis sie ein Jahr später erneut ihren Auftritt haben.

Verschiedene Krippenfiguren. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 19. Dezember 2018))

Verschiedene Krippenfiguren. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 19. Dezember 2018))

(Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 19. Dezember 2018))

(Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 19. Dezember 2018))