SARNEN: 3,6 Millionen für Blattibach und Mosgräbli

An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung geht es um dringende Massnahmen an Blattibach und Mosgräbli. Die Stimmberechtigten des Hauptorts befinden über Ausgaben von 3,6 Millionen Franken.

Romano Cuonz
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Gemeinderat Peter Seiler orientiert Parteien und Kantonsräte über die Hochwasserschutzprojekte. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 25. Januar 2017))

Gemeinderat Peter Seiler orientiert Parteien und Kantonsräte über die Hochwasserschutzprojekte. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 25. Januar 2017))

«Das Gewitterereignis vom Juni 2016 im Gebiet Obstalden mit Regenmengen von über 100 Litern in 90 Minuten hat massive Schäden im Siedlungsgebiet und an den Schutzbauten unserer Bäche angerichtet», erklärte der für Naturgefahren und Wasserbau zuständige Gemeinderat Peter Seiler (SVP) vor Vertretern der Sarner Ortsparteien. Und Gemeindepräsident Paul Küchler (CVP) betonte: «Es war in dieser Angelegenheit unumgänglich, eine ausserordentliche Gemeindeversammlung anzusetzen.» Alle Fachpersonen seien nämlich zum Schluss gekommen, dass Massnahmen zum Hochwasserschutz unbedingt vor der Gewittersaison im Sommer ausgeführt werden müssten. Und da laufe dann eben die Zeit beinahe davon. Der Rat wolle an der Versammlung im Februar für den Blattibach wie für das Mosgräbli «Nägel mit Köpfen» machen.

Schutzmassnahmen am Blattibach in drei Phasen

Gleich nach dem Ereignis stellten die Behörden mit Sofortmassnahmen für 185 000 Franken die Hochwassersicherheit am Blattibach mindestens provisorisch wieder her. Diese Summe wurde von Bund und Kanton ohne Volksentscheid im Rahmen des Grundangebots subventioniert. Am 7. November 2016 initiierte der Gemeinderat eine Vorstudie zur Gesamtsanierung des Blattibachs. Dabei kamen die Fachleute zum Schluss, dass bei einem nächsten starken Gewitter die verbliebenen Sperren versagen könnten und somit eine Gefährdung des Siedlungsgebiets wie auch der Schwanderstrasse bestehe. In der Phase 2 sollen denn mit berechneten Kosten von 2,55 Millionen Franken (Gemeindeanteil maximal 892 500 Franken) drei Kastensperren errichtet werden. All diese Arbeiten erfolgen zwischen Wiler- und Schwanderstrasse. Damit bezweckt man, die bestehenden Schutzbauten zu sichern und zu erhalten. Damit wird für 2017 die Hochwassersicherheit in den Siedlungsgebieten wiederhergestellt. Auch wird die Schwanderstrasse vor einem Abrutsch bewahrt.

System am Mosgräbli soll robuster werden

Die Subvention des Bundes und der Kantonskredit werden allerdings erst für die Gesamtsanierung (Phase 3) gesprochen. Bis zu diesem Zeitpunkt muss die Gemeinde die Kosten vorfinanzieren. Phase 3 kann man aber erst nach der Erstellung der drei Sperren im Sommer 2017 in Angriff nehmen. Sie beinhaltet die Gesamtsanierung des Blattibachs mit weiteren, noch nicht bekannten Kosten. In Phase 3 geht es unter anderem auch um den Unterlauf ab Brücke Wilerstrasse bis zum Seeeinfluss. «Phase 3 ist erst angedacht und muss noch vertieft geplant werden», sagte Seiler.

Auch beim Mosgräbli in der Schwendi sind am Ober- und Unterlauf beträchtliche Schäden am Gerinne und im Siedlungsgebiet entstanden. Für Sofortmassnahmen hat man hier 130 000 Franken investiert. «Jetzt soll das ganze System robuster werden als zuvor», verspricht Peter Seiler. Eine Furt im Oberlauf will man so sichern, dass sie als Geschiebesammler funktioniert. Dazu kommen punktuelle forstliche Massnahmen. Beim Übergang ins Siedlungsgebiet (Dati­schwand) ist ein Geschiebesammler geplant. Das Gerinne wird mit einem neuen «rauen» Bett ausgebaut, die Dämme werden stellenweise erhöht. Die Sanierung des Mosgräblis lässt Kosten von 1,050 Millionen Franken erwarten. Der Gemeinde dürfte ein Anteil von 315 000 Franken verbleiben.

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Hinweis
Ausserordentliche Einwohner­gemeindeversammlung am Mittwoch, 15. Februar 2017, 19.30 Uhr, in der Aula Cher, Sarnen.