Sarnen
Aus einheimischem Holz: OKB-Gebäude wird mit Komplimenten überhäuft

Die Obwaldner Kantonalbank hat bei ihrem Neubau auf einheimische Baumaterialien gesetzt. Die Gäste der offiziellen Feier gaben sich schwer beeindruckt.

Florian Arnold
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Modern und trotzdem heimelig: Diese Beschreibung passt auf den neuen Hauptsitz der Obwaldner Kantonalbank im Feld in Sarnen. Dafür sorgen das viele Holz – 1200 Bäume wurden dafür in einheimischen Wäldern gefällt – sowie die kunstvoll gestalteten Bodenplatten mit Obwaldner Steinen. Die Gäste der offiziellen Eröffnungsfeier am Donnerstagabend zeigten sich allesamt begeistert. «Es riecht richtig gut», sagt Nationalrätin Monika Rüegger und spricht damit das Holz an. «Da wird man grad ein bisschen neidisch auf die Mitarbeiter, die in dieser Atmosphäre wirken dürfen.» Jemand, der davon nun profitieren kann, ist Sophie Gasser, die sich in Ausbildung zur Mediamatikerin befindet. «Ich finde das neue Gebäude sehr modern, es enthält viele Obwaldner Elemente. Das hat dem ganzen Team frische Energie verliehen.»

Geburt statt Jubiläum

Auch Kantonsratspräsident Christoph von Rotz ist begeistert: «Das Gebäude beweist, dass Bauen mit Holz möglich ist und das in Perfektion.» Welche Bedeutung dem Bau in Obwalden zugemessen wird, beweist auch die Gästeliste: Neben Nationalrätin Monika Rüegger gab sich auch Ständerat Erich Ettlin die Ehre. Und mit Ausnahme von Maya Büchi war der Regierungsrat in corpore versammelt. Landammann Daniel Wyler meinte, als Regierungsrat sei man sich eher gewöhnt, an Jubiläen teilzunehmen. Diesmal könne man «einer Geburt» beiwohnen. Herausgekommen sei ein «respektables und beeindruckendes Resultat».

Prominenz auf dem Rundgang

Prominenz auf dem Rundgang

Florian Arnold / Obwaldner Zeitung

Für CEO Bruno Thürig stellte die Eröffnung einen historischen Moment dar. Dieser markiere das Ende einer bewegten Geschichte. Verschiedene Hürden musste die Bank überwinden. Begonnen hatte alles mit dem Hochwasser 2005, als der Hauptsitz an der Bahnhofstrasse in Sarnen überflutet wurde. Geplant war ein Neubauprojekt an gleicher Stelle, der bis 2012 realisiert werden sollte. Doch es kam anders als geplant – unter anderem wegen Einsprachen. 2015 bot sich eine neue Möglichkeit, welche die OKB als Chance erkannt habe. Nach fast zehn Jahren im Provisorium an der Rütistrasse gehe es nun im Feld weiter. «Heute bin ich überzeugt, besser hätte es nicht kommen können», sagt Bruno Thürig. Bankratspräsident Daniel Dillier unterstreicht diese Aussage und ist sich sicher, dass die OKB mit diesem nachhaltigen Neubau nicht nur für die OKB ein Zeichen setzt, sondern auch für die nächsten Generationen: «Denn der Neubau ist der erste Meilenstein in der Entwicklung von Sarnen Nord.»

Aus Mut wird ein Pluspunkt

Patrik Seiler von den Seiler Linhart Architekten, Sarnen und Luzern.

Patrik Seiler von den Seiler Linhart Architekten, Sarnen und Luzern.

Florian Arnold / Obwaldner Zeitung

Grosses Lob sprachen die beiden Gastgeber den Seiler Linhart Architekten, Sarnen und Luzern aus. Patrik Seiler zeigte in seiner Ansprache auf, welche Denkarbeit hinter so einem Projekt steckt. Man habe sich auf eine simple Struktur festgelegt und zum Bauen viele verschiedene Materialien verwendet, die viele sichtbare Details preisgeben. Das Gebäude sei der Sparringpartner zu den umliegenden Industriegebäuden und gleichzeitig der grosse Bruder des benachbarten Wohnquartiers. Auf das Material Holz zu setzen, habe Mut gekostet, war aber letztlich der entscheidende Pluspunkt. Wichtig war den Architekten, dass das Gebäude von Anfang an eine Geschichte erzählt. Und davon gibt es reichlich: So stammt das Holz aus den sieben Obwaldner Gemeinden. Künstler haben sich mit Kunst am Bau beteiligt und das OKB-Emblem am Schalter der Eingangshalle wurde mit dem Holz eines Apfelbaums gestaltet, der dem Neubau weichen musste.

An der Eröffnungsfeier wurde nicht mit Symbolen gespart. Der Sarner Gemeindepräsident Jürg Berlinger enthüllte auf der Westseite des Gebäudes eine Holzbank für wartende Kunden. Das verdeutliche, dass die Bank den persönlichen Kontakt ins Zentrum rücke und Menschen in allen Lebenslagen begleite. Als Abschluss des offiziellen Teils erhielt der CEO von den Architekten ein Medaillon, das er zusammen mit der Lernenden Sophie Gasser in den Steinboden einlegte. Ein Symbol also für die zukünftige Generation der OKB.

CEO Bruno Thürig und Lernende Sophie Gasser bringen das Medaillon im Steinboden an.

CEO Bruno Thürig und Lernende Sophie Gasser bringen das Medaillon im Steinboden an.

Bild: Florian Arnold / Obwaldner Zeitung