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SARNEN: Bartgeier-Film löst Riesenansturm aus

Jara Malevez’ Film «Wieder wild» zum Bartgeiereinsatz ist ein Hit. An der Kinopremiere hatten im Seefeld nicht alle Zuschauer Platz. Schon im Mai kommen die nächsten Bartgeier.
Sie haben gut lachen (von links): Filmerin Jara Malevez und die Vertreter der Stiftung Pro Bartgeier, Daniel Hegglin und Franziska Lörcher. (Bild Romano Cuonz)

Sie haben gut lachen (von links): Filmerin Jara Malevez und die Vertreter der Stiftung Pro Bartgeier, Daniel Hegglin und Franziska Lörcher. (Bild Romano Cuonz)

Romano Cuonz

«Ich bin überwältigt und freue mich einfach riesig, dass so viele Leute meinen Film zur Auswilderung der Bartgeier in Obwalden sehen wollen», sagte eine sichtlich überraschte Jara Malevez an der Filmpremiere von «Wieder wild» im Kino Seefeld. Die einheimische Filmerin hat in aufwendiger Arbeit einen Dokumentarfilm zur ersten Bartgeierauswilderung in der Innerschweiz nach der Ausrottung im 19. Jahrhundert gedreht. Orte des Geschehens waren unter anderen die Tannalp, der öffentliche Infostand und der Horst im Henglirain.

Spontane Zusatzaufführung nötig

«Die Arbeit für diesen eher kurzen, 40-minütigen Film war überaus aufwendig», erzählt Jara Malevez dem Premierenpublikum. «Ich habe mit sechs Kameramännern, drei Tontechnikern und zahlreichen weiteren Fachleuten und Logistikern zusammengearbeitet.» Jedoch: Dass zur Premiere mehr Besucher aus Obwalden und aus der ganzen Schweiz anreisen würden, als das Kino Seefeld fassen kann, hätten weder sie noch die Initianten erwartet. Dutzende Zuschauer mussten auf eine nicht geplante zusätzliche Aufführung am Nachmittag vertröstet werden.

Hauptdarsteller in diesem Film sind ohne jeden Zweifel die drei Bartgeier-Damen Ewolina, Sempach II und Trudi mit ihren geradezu wunderbaren Flugkünsten. Hoch gekonnte Aufnahmen stehen im Mittelpunkt. Die tierischen Flieger stellen selbst die quirligen Flugzeuge des wichtigsten Geldgebers und Naturfreundes Oskar Schwenk (PilatusFlugzeugwerke, Stans) in den Schatten. Als beste Nebendarsteller verdienen sich Dani Hegglin, Franziska Lörcher und Christine Jutz von der Stiftung Pro Bartgeier oder die massgeblich mitbeteiligten Peter Lienert (Initiant), Hans Spichtig (Wildhüter) und Martin Wehrle (Tierpark Goldau) ihre Lorbeeren.

Hautnah dabei

Indessen: Dass der Applaus am Ende kaum abbrechen will und das Lob gross ist (siehe Kasten), ist zweifellos das Verdienst der Filmerin Jara Malevez. Die Regisseurin weiss alle Register moderner Filmkunst zu ziehen. Und versteht es gleichzeitig, die Geschichte einfach, feinfühlig, spannend und wissenschaftlich korrekt zu erzählen. Der Film beginnt mit Bildern vom grossen Flugzeug, das die angehenden Flugkünstlerinnen aus Spanien oder Wien in die Schweiz bringt. Wir sind dabei, wenn Ewolina in Goldau abgeholt wird und wenn die drei Vögel unter den Augen zahlloser Begleiter auf der Tannalp ankommen und zu ihrer Felsnische getragen werden. Hautnah erleben wir, wie jeden Tag Hunderte grosser und kleiner Besucher zur Beobachtungsstation wandern und kluge und auch urkomische Fragen stellen. Etwa: «Was macht ihr mit den Vögeln nachts? Schliesst ihr sie dann in den Käfig ein?» Auch eine überaus interessante Episode hält der Film fest: Nämlich die Stippvisite eines Bartgeiers aus dem Calfeisental, der sich, wegen Fehlnavigation, bis nach Holland verirrt und dann halb verhungert nach Melchsee-Frutt zurückgebracht und ein zweites Mal ausgewildert wird.

Schon im Mai Bartgeier-Männchen

«Die drei Vögel machen sich wunderbar und haben auf langen Flügen Kontakt mit andern der rund 250 Bartgeier im Alpenraum aufgenommen», verrät Dani Hegglin Fragenden. Sempach II und Trudi seien im Moment im Wallis und in Hoch-Savoyen unterwegs. Ewolina meldet sich aus dem Freiburgerland. «Vor einer Woche aber wurde Trudi wieder auf Melchsee-Frutt beobachtet!», verblüfft Hegglin das Publikum. Biologin Franziska Lörcher kann die wichtigste Frage positiv beantworten. «Ja, wir haben genügend männliche Jungvögel im Auge, die wir derzeit genau auf ihre Eignung untersuchen», sagt sie. Und sie verspricht: «Im Monat Mai ist es dann wieder so weit. Die Bevölkerung darf bestimmt auch dieses Mal wieder dabei sein, wenn Bartgeier auf Melchsee-Frutt ankommen und fliegen lernen.»

Romano Cuonz

Hinweis

Der Film wird am Donnerstag, 28. April, 20.15 Uhr nochmals im Kino Sarnen gezeigt.

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