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SARNEN: Bauern sollen in die Politik

An der Bauerntagung der CVP Obwalden kam auch das Ansehen der Landwirtschaft in der übrigen Bevölkerung zur Sprache. Es wurden auch konkrete Vorschläge vorgebracht – und Forderungen.
Richard Greuter
Ständerat Erich Ettlin, Markus Ritter, Präsident Schweizer Bauernverband, und Nationalrat Karl Vogler (von links) referierten bei den Obwaldner Bauern. (Bild: Richard Greuter (Sarnen, 14. November 2017))

Ständerat Erich Ettlin, Markus Ritter, Präsident Schweizer Bauernverband, und Nationalrat Karl Vogler (von links) referierten bei den Obwaldner Bauern. (Bild: Richard Greuter (Sarnen, 14. November 2017))

Richard Greuter

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Die Bauerntagung hat bei der CVP Tradition.» Dies sagte Parteipräsident Bruno von Rotz am Dienstag, als er die Referenten Nationalrat Karl Vogler, Ständerat Erich Ettlin und den Schweizer Bauernpräsidenten Markus Ritter begrüsste. In einem kurzen Abriss informierten die drei Parlamentarier über die Altersvorsorge in der Landwirtschaft, über das Bauen ausserhalb der Bauzonen sowie über die Agrarpolitik 2022 und den neuen Verfassungsartikel zur Ernährungs­sicherheit (siehe Kasten). Danach diskutierten Paula Burch, Thomas Schrackmann, Walter Furrer und Josef Infanger über die Zukunft der Obwaldner Landwirtschaft.

Laut einem kürzlich veröffentlichten Lagebericht beträgt der durchschnittliche Jahreslohn einer Bauernfamilie rund 30 000 Franken. Der ehemalige Obwaldner Bauernpräsident Walter Furrer zeichnete ein differenzierteres Bild: «In der Talzone bestehen lediglich 25 Prozent der Einnahmen aus Direktzahlungen. In der Bergzone vier ist es gerade umgekehrt.»

Geld für produzierende Landwirtschaft

Für die Bergzone sei wichtig, dass der Zahlungsrahmen erhalten bleibe, und für die Talzone seien produktabhängige Beiträge wie die Verkäsungszulage, aber auch die Erhaltung des sogenannten «Schoggi-Gesetzes» wichtig, meinte Furrer. Er forderte, weniger Geld an die Fläche zu binden zu Gunsten der produzierenden Landwirtschaft. Vom Kanton verlangte er ein verbessertes Engagement für die Landwirtschaft. Pro Betrieb zahlt Obwalden nur gerade 1500 Franken aus. Da wagte Gesprächsleiter Marcel Jöri einen Seitenhieb an die Bauern und Bäuerinnen, sie sollten sich vermehrt in der Kantonspolitik engagieren: «Im Moment sitzen zwei aktive Bauern im Kantonsrat. Das reicht nicht.»

Zurückhaltung beim Einsatz der lärmenden Heubläser

Die Bauern sind sich bewusst, dass auch sie einiges tun können. Diskussionsteilnehmerin Paula Burch sah Möglichkeiten in der Verbesserung der Zusammenarbeit unter den Bauern selber. «Die Bauern sollten vermehrt betriebliche Geräte gemeinsam anschaffen.»

Zur Sprache kam auch das Ansehen der Landwirtschaft gegenüber der übrigen Bevölkerung. «Wir geniessen in der Bevölkerung viel Goodwill für die Pflege der Landschaft», sagte der Engelberger Landwirt Josef Infanger. «Wir können der Bevölkerung auch etwas zurückgeben. Wenn wir beispielsweise Land für eine Langlaufloipe oder einen kulturellen Anlass zur Verfügung stellen oder uns selber daran beteiligen.» Dazu gehöre auch ein zurückhaltender Einsatz der lärmenden Heubläser.

Mehrere Generationen unter einem Dach

Für rote Köpfe bei den Bauern sorgt oft das Bauen ausserhalb der Bauzonen. Sorgen, dass sich beim Bauen ausserhalb der Bauzonen wenig bewegt, machte sich Thomas Schrackmann: «Viele Landwirte investieren ihre Mittel oft in ihre Häuser. Das gehört zu ihrer Altersvorsorge, dass sie keine teure Wohnung mieten müssen.» In Obwalden wohnen oft zwei, drei oder gar vier Generationen auf dem Betrieb. Dies benötige entsprechend Raum, und da seien landwirtschaftliche Wohnbauten oft eingeschränkt, bemängelte Schrackmann. «Wir fordern eine gute Baukultur.»

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