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SARNEN: Beni Thurnheer, der unberechenbare Rentner

Wo «Beni National» auftaucht, sind unterhaltsame Anekdoten nicht weit. So auch an der Gesprächsstunde bei den Supportern des FC Sarnen.
Primus Camenzind
SRF-Sportmoderatorin Michèle Schönbächler im Gespräch mit Beni Thurnheer. (Bild Primus Camenzind)

SRF-Sportmoderatorin Michèle Schönbächler im Gespräch mit Beni Thurnheer. (Bild Primus Camenzind)

«Wie soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage!?» Dieser tiefsinnige und zugleich witzige Satz, den der wohl berühmteste Sportreporter der Schweiz auch als Titel für eines seiner Bücher verwendete, war bezeichnend für die mehr als einstündige Gesprächsrunde vor rund 120 Personen im Seerestaurant Eleven in Sarnen. Manfred Iten, Vorstandsmitglied der Supporter-Vereinigung des FC Sarnen, hatte ein überaus goldenes Händchen, als er Beni Thurnheer als Gast zur Generalversammlung (siehe Kasten) einlud. Iten durfte dabei die Beziehungen von Michèle Schönbächler in Anspruch nehmen. Die in Sarnen lebende SRF-Sportmoderatorin hat «Beni National» schon an mehrere internationale Grossanlässe begleitet und war die ideale Besetzung für die Gesprächsstunde.

Fussball ist Glücksache

Der heute 67-jährige Jurist trat bereits 1975 in die Dienste des Schweizer Fernsehens ein. Seine Karriere als Sportjournalist, Reporter, Moderator und Showmaster war einmalig. Da er ab und zu immer noch am Bildschirm und bei einem Privatradio auftaucht, bezeichnet sich Thurnheer als «Erfinder der gleitenden Pensionierung» und verlieh sich selber den Titel «Junior-Rentner unberechenbar». Als solcher weiss er es zu schätzen, dass seine AHV-Rente und die Pension Monat für Monat pünktlich auf seinem Konto eintreffen. Fussball basiere zu einem grossen Teil auf Zufall, gab Thurnheer zu verstehen. «Man kann diesen Sport wissenschaftlich und taktisch analysieren so viel und so lange man will – das funktioniert kaum, denn das Spiel mit dem Ball ist eher Glücksache.»

Der Sohn einer Waadtländerin und eines Thurgauers hat sich beruflich schon in 88 Ländern aufgehalten. In Europa fehlen Thurnheer nur noch Lettland, Moldawien und Mazedonien. Die Arbeitsweise habe sich in all den Jahren gewaltig verändert: «Vor Ort war ich in meinen Anfängen der einzige TV-Reporter unseres Landes. Ich durfte dem Zuschauer alles erklären.» Heute würden in der Regel fünf Leute die Arbeit verrichten. «Wenn ein Spiel oder ein Wettkampf beginnt, haben die anderen vier bereits alles erzählt», gab er schmunzelnd zu verstehen.

Akribisch und doch locker

Schönbächler bat ihren Kollegen, die eine oder andere Episode zum Besten zu geben. Unter zahlreichen komischen Begebenheiten erinnerte sich Thurnheer an die Olympiade 2008 in Peking. «Ich moderierte die Schlussfeier. Die Übertragung in die Schweiz war plötzlich und endgültig unterbrochen, weil ein Eichhörnchen das Hauptkabel durchgebissen hatte.»

«Wie gehst du mit Kritik um, vor allem wenn diese unter der Gürtellinie ist?», wollte die Moderatorin wissen. «Du musst den Regen so lange auf dich prasseln lassen, bis er selber aufhört», meinte der prominente Gast dazu. «Gegen unpassende und unfaire Kritik kannst du nichts unternehmen – also ist sie irrelevant!» Schönbächler hat Beni Thurnheer als «akribisch in der Vorbereitung» kennen gelernt. «Umso lockerer ist er dann bei der Sendung», fügte sie bei. «Zuerst muss man halt schon etwas in den Ärmel tun, bevor man wieder etwas aus dem Ärmel schütteln kann», konterte der Kollege. «Meine Verbindung vom Hirn zum Mundwerk ist halt etwas kurz – deshalb würde eine Selektion auch mir ab und zu guttun.»

30 000 Franken an den FC Sarnen

Bei 379 Mitgliedern konnte der Bestand der Supporter-Vereinigung des FC Sarnen gehalten werden, wie es an der GV hiess. Die Jahresrechnung schloss bei Erträgen von 52 470 Franken und Aufwendungen von 51 170 Franken mit einem Reingewinn von 1300 Franken ab. Dem FC Sarnen konnten im vergangenen Jahr insgesamt 30 330 Franken an finanzieller Unterstützung überwiesen werden. Zudem finanzierte die Supporter-Vereinigung die Carfahrten zu den Auswärtsspielen der ersten Mannschaft ins Tessin. Sie leistete für junge Spieler auch Zuschüsse an die Kosten eines Trainingslagers auf den Kanarischen Inseln.

Primus Camenzind

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