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SARNEN: Biologische Invasion in der Hofmatt

Werden und Vergehen beschäftigen Paul Lussi. Dem lichten Panoramabild in der Sarner Hofmatt setzt er Waldbrand-Überreste gegenüber.
Romano Cuonz
«Nature Morte»: Im Panoramazimmer verwendet Paul Lussi Wandmalerei und Schwemmholz aus Giswiler Bächen. (Bild Romano Cuonz)

«Nature Morte»: Im Panoramazimmer verwendet Paul Lussi Wandmalerei und Schwemmholz aus Giswiler Bächen. (Bild Romano Cuonz)

«In den letzten Jahren beschäftigten mich die Veränderungen in der Natur mehr und mehr», sagt der in Stans geborene Künstler Paul Lussi. Einflüsse aus anderen Welten, welche Wissenschaftler als «biologische Invasion» von Neobioten im Pflanzen- und Neozoen im Tierreich bezeichnen würden, gäben ihm zu denken. Als nun die Sarner Galerie Hofmatt den heute in Luzern lebenden Künstler zum nunmehr dritten Male dazu einlud, die eigenwilligen Galerieräume und den Keller mit einer Ausstellung zu beleben, stand ein mögliches Thema für ihn fest. «Einfluss-Sphären» titelt er seine minutiöse Arbeit, bei der er auf jeden Raum einzeln eingeht.

Wie frappant und gefährlich Lussi sein Spiel mit kosmobiologischen Einflüssen treibt, hielt an der Vernissage eine faszinierte Pia Bürgi vom Galerieteam fest: «Hier im Galerieraum hat eine biologische Invasion stattgefunden, Alien Species wurden in die Hofmatt zur Etablierung und Ausbreitung eingeschleppt.» In der Tat: Auf 22 in Mischtechnik angefertigten Tafelbildern belauern einen unbekannte Wesen. Wieder andere schweben, fliegen oder fliessen scheinbar unbeteiligt in den Raum, schaffen sich dabei neue Sphären. Die Frage, ob sie sich bald schon mit heimischen Kreaturen vermischen, lässt der Künstler bedrohlich im Raum schweben – ohne Antwort. Auch die spiegelbildlichen, handschriftlichen Texte helfen da kaum weiter. Ebenso wenig urweltlich anmutende Namen wie «Anspruchsloser Ableger, Grüner Topfschwindler, Überflieger, Heimsucher oder Dicker Spreizer» etwa.

Gegenbild zum lieblichen Panorama

Schon fast schockiert reagiert der Besucher, wenn er das mit dem Wandbild einer friedlich blühenden Obwaldner Landschaft bemalte Panorama-Zimmer betritt. Unter dem Titel «Nature Morte» installiert Paul Lussi auf Aschengrund Überreste eines Waldbrandes im Obwaldner Forst. Die angesengten Äste bilden einen fast schon archaisch leblosen Kontrast zur lieblichen Landschaft im Hintergrund.

Pia Bürgi aber animierte die Besucher zu einer anderen Betrachtungsweise: «Die Brandstätte nimmt Licht und Farbe der Malerei im Hintergrund auf, so, als seien die verbrannten Hölzer kurz davor, wieder Knospen zu treiben», eröffnete sie. Und tatsächlich: Ein Blick durchs Gewirr von totem Holz auf seine Schattenzeichnungen im lichten Panorama gibt Hoffnung. Die Botschaft dahinter: «Natur brauchte und braucht Brände. Vergehen und Entstehen bildeten immer schon den Kreislauf, dank dem Neues entstehen kann», erklärt der Künstler. In seinem Werk vereinigt Lussi diese Gedanken wunderschön in einem Schwemmholz-Spross, den er symbolisch neben der Tür platziert.

Mondlicht im dunklen Keller

Überraschend, fremd und mystisch begegnet einem das dreiteilige Bild «Mondnacht» im Gewölbekeller. Paul Lussi hat es in Erinnerung an eine Reise nach Zypern gemalt. Die Geisterstadt Varosha zwischen den Fronten der geteilten Insel, einige Häuserzeilen vom Mond beleuchtet. «Unter Einfluss des Mondscheins stimuliert und verzaubert der Künstler die Wirklichkeit zum Traumhaften», sagte Pia Bürgi. Steht man da, schaut und schaut, mag man ahnen, dass Tiere und Pflanzen den irrealen Kosmos einst wieder zurückerobern könnten. Der Kreis schliesst sich.

HINWEIS

Galerie Hofmatt, Rütistrasse 23, Sarnen: Einfluss- Sphären von Paul Lussi. 15. März bis 13.April. Geöffnet: Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr.

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