SARNEN: Das Brauchtum soll hochleben

Urknall am Samstag um 19.30 Uhr. Das Zeichen für Zunftmeister «Bäni I.», ins Dorf einzuziehen und die Regentschaft über die Fasnacht zu übernehmen.

Primus Camenzind
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Lälli-Zunftmeister Bäni I. schreitet in Richtung Dorfplatz (Bild oben links). Die Sarner ­Fasnachtshexe sitzt auf ihrem Thron, und die Alpnachstader Städerschränzer heizen tüchtig ein. (Bilder Primus Camenzind)

Lälli-Zunftmeister Bäni I. schreitet in Richtung Dorfplatz (Bild oben links). Die Sarner ­Fasnachtshexe sitzt auf ihrem Thron, und die Alpnachstader Städerschränzer heizen tüchtig ein. (Bilder Primus Camenzind)

Der Auftakt zur Fasnacht im Obwaldner Hauptort gehörte allerdings der Rätschbäsä-Hexe. Im Rahmen der «Häxuifätuätä» nahm sie schon um 18 Uhr auf dem kleinen Balkon des Zunfthauses zum Schlüssel Platz, um von dort aus in den kommenden Wochen das närrische Treiben auf dem Dorfplatz zu überwachen. Dieser traditionellen und von Klängen der gastgebenden Guugge Rätschbäsä umrahmten Zeremonie wohnten bereits einige hundert Besucherinnen und Besucher bei – unter ihnen viele staunende und fasnächtlich zurechtgemachte Kinder. Die Kleinsten wohnten nämlich schon um 17 Uhr einer Kinderfasnacht bei und durften sich bei dieser Gelegenheit schminken lassen. Der tragische Aspekt der Häxuifätuätä: Zum Ende der Fasnacht wird sie von ihrem Thron gestossen und unwiderruflich den Flammen geopfert werden.

Bruichtum läbe

Einem stattlichen Corso von einziehenden Guuggen schritt Zunftmeister Bäni I. (Bernhard Britschgi) mit seiner Gattin Marie-Louise, der närrischen Leibgarde, Vertretern der Sarner Lälli-Zunft und auswärtiger Zunft-Delegationen voran.

Als Bäni die närrischen Wochen eröffnete, hielt er die nicht unerhebliche Tatsache fest, dass mit seiner Person endlich der erste «Schwander» dieses Zepter übernehme. (Schwendi ist ein früherer Aussenbezirk von Sarnen). Sein Motto: «Bruichtum läbe».

In der Tat, der Lälli-Zunftmeister 2013 lebt Brauchtum auch in seinem zivilen Leben: «Ich liebe Schwingen, Jodeln, war schon Wildmann an der Älplerchilbi und stehe zum Brauchtum unserer Region», erklärte er uns.

Nachdem Bäni I. am Samstagabend seine Thronrede beendet hatte, schränzten die Guuggen auf dem Sarner Dorfplatz noch bis tief in die Nacht bzw. den sonntäglichen Morgen hinein. Das närrisch gestimmte Volk feierte auf dem Dorfplatz oder zog sich – zum Teil auf unbestimmte Zeit – in die umliegenden Bars und Wirtschaften zurück.