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SARNEN: Das Grossprojekt ist auf Kurs

20 Millionen Franken investiert die Gemeinde in die Trinkwasserversorgung. Die neuen Reservoire werden auch sauberen Strom liefern.
Bauarbeiten an der Infrastruktur: Oberhalb Sarnen wird eine sogenannte Brunnstube im Erdreich installiert. Hier sammelt sich das Wasser aus einer Quelle, bevor es dann weiter in ein grosses Reservoir Richtung Tal fliesst. (Bild: PD)

Bauarbeiten an der Infrastruktur: Oberhalb Sarnen wird eine sogenannte Brunnstube im Erdreich installiert. Hier sammelt sich das Wasser aus einer Quelle, bevor es dann weiter in ein grosses Reservoir Richtung Tal fliesst. (Bild: PD)

Adrian Venetz

Im März 2010 hatten die Sarner Ja gesagt zu einem Kredit von über 20 Millionen Franken, um die Wasserversorgung der Gemeinde umfassend zu sanieren und auszubauen. «Rund ein Drittel aller Arbeiten ist heute abgeschlossen», zieht Leo Zberg, Leiter der Wasserversorgung Sarnen, eine Zwischenbilanz. Der sportliche Zeitplan hatte einen Abschluss des Grossprojekts innerhalb von 10 Jahren vorgesehen. Momentan sieht es danach aus, als ob die Arbeiten rund 2 Jahre länger in Anspruch nehmen werden. Geschuldet ist dieser Verzug den mitunter komplizierten Baubewilligungsverfahren (Moorschutzgebiet). Auch früher Schneefall hat gewisse Bauvorhaben etwas verzögert. Dass das Gesamtprojekt wohl etwas später als geplant abgeschlossen wird, sei aber kein Problem, betont Zberg. Es herrsche keine Zeitnot.

Hohe Investitionen auch 2016

Rund 6,5 Millionen Franken sind bislang investiert worden. Was die Kosten betreffe, sei man auf sehr guten Wegen, so Leo Zberg. Momentan liege man sogar leicht im Plus.

Ein Höhepunkt der bisherigen Arbeiten war im Sommer 2013 die Eröffnung und Inbetriebnahme des Reservoirs Talen in Oberwilen mit einem Fassungsvermögen von 500 Kubikmetern. Im kommenden Jahr soll der Bau des Reservoirs Gubermatt beginnen (500 Kubikmeter), anschliessend folgt der Ersatzbau für das grösste Reservoir Buechetsmatt (1500 Kubikmeter). Diese beiden Reservoire tauchen auch prominent in der kürzlich vorgestellten Investitionsrechnung 2016 der Gemeinde Sarnen auf. Doch auch unter dem Erdboden wurde bereits einiges saniert oder komplett erneuert – etwa Brunnstuben und Leitungen. Bislang sind 3 der insgesamt 11 Etappen komplett abgeschlossen. 5 Etappen sind derzeit in Planung oder in Ausführung.

Bessere Versorgungssicherheit

Nach Abschluss aller Arbeiten – voraussichtlich im Jahr 2022 – verfügt die Gemeinde Sarnen über 12 Trinkwasser-Reservoire und ein modernes Leitungssystem. Das sind zwar zwei Reservoire weniger als bisher. «Ein Kapazitätsproblem hatten wir nie», erklärt Leo Zberg diesen Umstand. Bei den Sanierungs- und Umbaumassnahmen gehe es vielmehr darum, die Wasserversorgung in Sarnen den modernen Anforderungen und gesetzlichen Vorgaben anzupassen sowie ein «in sich stimmendes System» in der Trinkwasserversorgung zu realisieren. «Die Versorgungssicherheit wird massiv verbessert.»

Zberg betont denn auch, dass man sich in Sarnen – wie auch generell in der Zentralschweiz – keine Sorgen um eine Trinkwasserknappheit machen müsse. «Es hat mehr als genug», meint Leo Zberg schmunzelnd. «Man kann für die Umwelt etwas tun, indem man weniger Warmwasser verbraucht und keine Chemikalien ins Abwasser lässt. Aber Trinkwasser sparen muss man bei uns wirklich nicht.»

Mit Turbinen und Solaranlagen

Ein willkommener «Nebeneffekt» bei der Wasserversorgung ist die Möglichkeit der Stromgewinnung (siehe Kasten). Wie viele andere Gemeinden in der Schweiz nutzt auch Sarnen dieses Potenzial. Im Reservoir Talen beispielsweise kommt eine Pelton-Turbine mit einer Leistung von 92 Kilowatt zum Einsatz. Das reicht, um 125 Haushalte mit Strom versorgen zu können. Auch in den Reservoiren Gubermatt und Buechetsmatt, die derzeit in Planung sind, werden Turbinen den (ohnehin vorhandenen) Wasserdruck aus den höher gelegenen Quellen in Strom umwandeln. Zusätzlich werden auf den neuen Reservoiren Solaranlagen installiert. Nach Abschluss aller Arbeiten liefert die Trinkwasserversorgung Sarnen Strom für rund 450 Haushalte – drei Mal mehr als bisher.

Stromgewinnung «sehr sinnvoll»

Der Strom wird ins Netz des Elektrizitätswerks Obwalden (EWO) eingespeist. Die verschiedenen Trinkwasserkraftwerke in den Obwaldner Gemeinden decken gemäss EWO-Geschäftsführer Thomas Baumgartner insgesamt knapp 1 Prozent des Stromverbrauchs im Kanton ab. Das ist zwar kein grosser Anteil, trotzdem aber seien Trinkwasserkraftwerke generell «sehr sinnvoll», sie bilden ein «wertvolles Puzzleteil» in der Energiegewinnung im Kanton, so Baumgartner.

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