SARNEN: Der Abbruch der Villa Landenberg beginnt

Jahrelang ist um die Villa Landenberg gestritten worden. In einer guten Woche wird das Haus nun aber Geschichte sein, ab morgen fällt der Abbruchhammer.
Philipp Unterschütz
Der Schuppen vor der Villa Landenberg ist nun abgebrochen. (Bild: Philipp Unterschütz (Sarnen, 7. Februar 2018))

Der Schuppen vor der Villa Landenberg ist nun abgebrochen. (Bild: Philipp Unterschütz (Sarnen, 7. Februar 2018))

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@ obwaldnerzeitung.ch

159 Jahre lang hat das klassizistische Gebäude das Sarner Ortsbild mitgeprägt. In den letzten Jahren weniger als Schönheit denn als «Schandfleck», wie es ein Gemeinderat formulierte. Doch nun schlägt die letzte Stunde der Villa Landenberg. Bereits am Dienstag hat die beauftragte Tiefbaufirma Knüsel + Meier AG aus Sins den kleinen Schuppen vor der Villa abgebrochen. «Heute machen wir weitere Vorbereitungsarbeiten und bringen die Maschinen. Morgen Freitag beginnen wir mit dem Abbruch», sagt Harry Knüsel, der für den Abriss zuständig ist. Man werde bis zum Untergeschoss eine gute Woche brauchen.

Das Abbruchmaterial wird wegen Platzmangel vor dem Abtransport mit Container-Lastwagen nur grob vorsortiert. Die eigentliche Sortierung nimmt die Firma in ihrem eigenen Werkhof in Sins vor. «Weil das Haus einsturzgefährdet ist, können wir nicht schrittweise abbrechen, also beispielsweise zuerst die Ziegel runternehmen und dann gewisse Materialien aus dem Innern des Hauses entfernen», erklärt Knüsel, der selbst in Wilen wohnt.

Archäologisch interessanter Baugrund

Da das Haus, der Baugrund und die Umgebung auch archäologisch interessant sind, wurden bereits vergangene Wochen diesbezügliche Vorarbeiten gemacht. «Die Archäologen haben den Baugrund genau angeschaut, bevor sie die Genehmigung erteilt haben, dass wir da mit einem 30-Tonnen-Bagger fahren dürfen», erzählt Harry Knüsel. Bis ins Untergeschoss dürften die Arbeiter nun abbrechen. «Dann kommen die Archäologen erneut und begleiten uns, wenn wir das Untergeschoss und die Bodenplatte rausnehmen.»

Die Kosten für die archäologischen Massnahmen gehen zu Lasten des Kantons. Um die Villa Landenberg hatte jahrelang ein erbitterter Streit zwischen der Besitzerin und den Behörden getobt. Im Dezember entliess die Regierung das denkmalgeschützte Gebäude schliesslich aus dem Schutzplan. Die Villa Landenberg war schon seit Jahren unbewohnt und verfiel zusehends.

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