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SARNEN: Der Jakobspilger und seine «Biene»

Bruder Klaus auf dem Brunnen blieb nur noch das Staunen: Zu seinen Füssen summten 70 bunte italienische Piaggio-Dreirad-Bienen.
Romano Cuonz
Ein bisschen verrückt ist völlig normal: Diese Devise gilt auch für die Piaggio-Besitzer Stefan und Chatkamol Heer aus Stansstad und Hans Frunz aus Kerns (von links). (Bild Romano Cuonz)

Ein bisschen verrückt ist völlig normal: Diese Devise gilt auch für die Piaggio-Besitzer Stefan und Chatkamol Heer aus Stansstad und Hans Frunz aus Kerns (von links). (Bild Romano Cuonz)

Romano Cuonz

Wenn auf dem Dorfplatz des Obwaldner Hauptorts italienische «Ape» auf ihren drei Rädern gleich scharenweise vorfahren und miteinander um die Wette summen und glänzen, muss schon ein besonderer Tag sein. «Unser Verein ‹3-Rad Piaggio Power› mit 36 Mitgliedern aus sieben Kantonen und insgesamt 34 Fahrzeugen feiert heute seinen 20. Geburtstag», bestätigte der strahlende Präsident Stefan Heer aus Stansstad. Seinerzeit – an der Gründungsversammlung in Sarnen – lautete ein Vereinsziel: «Die Hege und Pflege von italienischen ‹Ape›-Piaggio-Fahrzeugen.» Dass die Mitglieder diesen Auftrag mehr als nur ernst nehmen, bewies als Höhepunkt des Jubiläums die Geburtstagsfahrt durch Obwalden. Zusammen mit Gastfahrzeugen aus Deutschland und Italien summten schliesslich 70 blitzblank herausgeputzte «Ape» auf den Sarner Dorfplatz.

So viele Geschichten wie Fahrzeuge

Die «Ape» (auf Deutsch: Biene) wurde vom Motorroller-Hersteller Piaggio mit Sitz im italienischen Pontedera als eine Art emsiges Pendant zur Vespa produziert. Als Lastenschlepper benutzt heute dieses Dreirad kaum mehr jemand. Diesen hübschen Fahrzeugen, die nicht mehr als 65 Kilometer in der Stunde zurücklegen, haftet etwas Sagen-, wenn nicht sogar Märchenhaftes an. Jedenfalls hat jedes seine eigene Geschichte. Stefan Heer schaffte seine «Ape» vor 22 Jahren an. «Damals baute mein Bruder einen mobilen Pizzaofen», erzählt er. «Ich gab ihm gleich zu verstehen, dass da so ein ‹Tschingge-Dreirädchen› daruntergehört.» Nach einjähriger Suche wurde er fündig. «Später baute ich auf meine ‹Ape› eine Kabine. Der Motor ist ja nicht zu töten. Mittlerweile haben meine Frau Chatkamol und ich damit schon Italien, Sardinien und Amsterdam bereist!»

Geradezu witzig ist die Geschichte, die Valentin Eiholzer aus dem aargauischen Buchs erzählt: «Ich wanderte auf dem Jakobs-Pilgerweg von Einsiedeln bis Leon, dabei stellte ich fest, wie schön es ist, wenn man ganz langsam reist.» Kurz vor dem Ziel habe er eine «Ape» gesehen, erinnert sich Eiholzer. «Das ist doch genau, was ich haben möchte, ging mir durch den Kopf.» Zu Hause angekommen, bestellte er ein Gefährt. «Ich liebte dieses kleine Fahrzeug so sehr, dass ich sogar mein schnelles Auto verkaufte», bekennt er.

Polizisten halten «Ape» gerne an

Bruno Müller aus Thun hat seine «Biene» witzigerweise in der Zeitschrift «Tierwelt» entdeckt. Auf das Inserat hin fuhr er ins Puschlav, wo das gelbe, rechts-gesteuerte Dreirad als eines von 170 Postfahrzeugen im Dienst gewesen war. «Ich restaurierte das Fahrzeug in 18 Monaten von A bis Z», schwärmt Müller. Wenn immer die Polizei eine Kontrolle mache, werde er angehalten. «Aber nicht, weil ich zu schnell bin, sondern weil die Polizisten Freude haben.» Sein Arbeitseinsatz wird aber von zwei andern stolzen «Bienen»-Haltern noch getoppt: Hans Frunz aus Kerns bastelte fünf Jahre an seiner «Ape» herum, und Alex Gäster aus Wattach im Allgäu hat gar zwei «Ape» auseinandergenommen und aufs Treffen in Obwalden hin zu einer wahren Luxusbiene zusammengesetzt.

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