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SARNEN: Die Lädeler kämpfen um mehr «Laufkundschaft»

Tempo 30 im Dorf soll das Einkaufserlebnis fördern, finden die Fachgeschäfte und rühren die Werbetrommel für die Pläne der Gemeinde. Gegenwind gibt es dabei besonders aus dem bürgerlichen Lager.
Christoph Riebli
Die Fachgeschäfte haben nichts dagegen, wenn im Dorf künftig Tempo 30 gelten würde. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 18. April 2017))

Die Fachgeschäfte haben nichts dagegen, wenn im Dorf künftig Tempo 30 gelten würde. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 18. April 2017))

Christoph Riebli

christoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch

Die Sarner Fachgeschäfte greifen in die Diskussion zur Abstimmung vom 21. Mai zum Thema Tempo 30 im Dorfkern ein: «Die meisten Mitglieder sind klar dafür», sagt Vorstandsmitglied Coni Ettlin auf Anfrage. Bis am Freitag lief bei den Mitgliedern eine Umfrage, ob der Verein mit Plakaten und Flyern für Tempo 30 werben soll. Resultat: 25 von 26 Teilnehmern sagen Ja. «Wir möchten so unsere Kundschaft sensibilisieren», sagt Ettlin zur geplanten Kampagne, «und wenn möglich gleich mit den Leuten ins Gespräch kommen.»

Coni Ettlin, die ein Reisebüro betreibt, sieht Tempo 30 als Chance: «Einerseits spielen ­Sicherheitsüberlegungen eine Rolle, andererseits sind wir überzeugt, dass dank der Verkehrsberuhigung mehr Leute zu Fuss im Dorf unterwegs sein werden. Genau dafür kämpfen wir: dass die Leute bei uns im Dorf bleiben.»

Zu lange nichts passiert

Den Stein ins Rollen gebracht hat Alban Dillier von der gleichnamigen Buchhandlung mit einem Aufruf an die übrigen Vereinsmitglieder: Das Thema werde schon zu lange diskutiert, nun sei es Zeit, um zu handeln, erklärt er sein Eingreifen. «Ich bin überzeugt, dass von Tempo 30 alle profitieren werden.» Und weiter: «Mit Tempo 50 fährt heute sowieso praktisch niemand durchs Dorf, von dem her gibt es keine grossen Veränderungen für die Autofahrer.» Bestimmt aber werde durch die Verkehrsberuhigung das Einkaufen im Dorf wieder attraktiver. Er will nun herausfinden, was seine Stammkundschaft davon hält: «Ich bin gespannt, wie sie reagieren, wenn ich ihnen einen Flyer in die Hand drücke.»

Ein «Nein» für Schikanen

Bereits die Nein-Parole beschlossen hat vergangene Woche die SVP Sarnen. «Grundsätzlich wehren wir uns gegen zusätzliche Schikanen und Einschränkungen», sagt Parteipräsidentin Susanne Burch. Im Dorf könne heute schon nicht schneller als 40 gefahren werden, deshalb brauche es keine zusätzliche Einschränkung. Die rund 25 Versammlungsteilnehmer lehnten das Verkehrskonzept des Gemeinderats ab. Nicht zuletzt deshalb, weil sie «keinen plausiblen Grund im Bereich der Verkehrssicherheit festgestellt hätten», wie die Partei in einer Mitteilung schreiben.

Im Vorstand der FDP Sarnen «halten sich Befürworter und Gegner die Waage», erklärt Parteipräsident Branko Balaban. Hinsichtlich der Abstimmung werde man daher wohl Stimmfreigabe beschliessen. Er persönlich empfindet die Temporeduktion im Dorf als «unnötig». Und er regt an: «Wenn schon, dann müsste man die Tempo-30-Zone gleich bis zum Schulhausareal durchziehen.»

Ein Plus für Attraktivität und Schulwegsicherheit

Der Vorstand der CVP Sarnen «begrüsst und unterstützt das Konzept des Gemeinderates», sagt Parteipräsident Jonas Wieland auf Anfrage. Für die Parolenfassung laufe bei den Parteimitgliedern derzeit noch eine Meinungsumfrage. «Zur Verkehrsberuhigung ist Tempo 30 sinnvoll. Gerade für Fussgänger wird das Dorf so attraktiver», ist Wieland überzeugt. Als Pluspunkt erachtet er, dass sich an der Parkplatzsituation im Dorf vorerst nichts ändert. «Ein Konzept, welches in unmittelbarer Nähe zum Dorfplatz keine Parkplätze vorsieht, wäre meines Erachtens chancenlos.»

Auch die CSP Sarnen ist dem Anliegen wohlgesinnt: «Wir werden unseren Mitgliedern die Ja-Parole vorschlagen», sagt Vizepräsident Harald Woermann im Vorfeld der Mitgliederversammlung vom 1. Mai. Er gewichtet dabei besonders «die von vielen Eltern stets geforderte Schulweg­sicherheit, die sich mit einer Tempo-30-Zone im Dorf verbessern lässt».

Eine Stellungnahme der SP Sarnen liegt wegen Ferienabwesenheiten nicht vor.

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