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SARNEN: Die Sarner Pfadi jubiliert

85 Jahre Pfadi, 60 Jahre Wölfli, 50 Jahre Pfadiheim – wenn das kein Grund zum Feiern ist! Am Jahrestreffen tauschten Aktive und Ehemalige so manche Anekdote und Erinnerung aus – und verrieten die Entstehung ihres Pfadi-Namens.
Patricia Helfenstein-Burch
Gruppenbild der aktiven Pfadfinder, Wölfli und Mitglieder des Alt-Pfadi Vereins, die 85 Jahre Pfadi Sarnen feiern. (Bilder: Patricia Helfenstein-Burch (Sarnen, 28. April 2018))

Gruppenbild der aktiven Pfadfinder, Wölfli und Mitglieder des Alt-Pfadi Vereins, die 85 Jahre Pfadi Sarnen feiern. (Bilder: Patricia Helfenstein-Burch (Sarnen, 28. April 2018))

Patricia Helfenstein-Burch

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Es ist der Samstag vor dem Landsgemeinde-Sonntag. Dieser Samstag steht bei jedem Mitglied des Alt-Pfadi-Vereins Sarnen (APV) fett in der Agenda, denn dann trifft man sich zum Jahrestreffen. Man freut sich über das Wiedersehen mit alten Freunden. Und an Tagen wie diesen ist es auch völlig in Ordnung, wenn man Georges Burch «Gaggo» und Marquard Stockmann «Koks» nennt. Denn das sind ihre Pfadi-Namen. «Ja, wenn man Georges heisst, war es naheliegend, dass man mich in der Pfadi Gaggo getauft hat», meint Burch, lacht und schwärmt von alten Pfadi-Zeiten, ganz besonders vom Bundeslager 1956. «Durch die Pfadilager haben wir jungen Sarner die Schweiz so richtig kennen gelernt», erklärt Georges Burch, was nur einer der tollen Aspekte der Pfadi sei. «1960 im Pfadi Lager wurde ich auf den Namen Koks getauft», erklärt Marquard Stockmann. «Warum ich diesen Namen erhielt, weiss ich nicht genau. Es kam wohl von Kohle.»

Mista und Güly – ein (k)riechendes Erlebnis

Heidi Stockmann («Baghi») war Wölfli-Führerin. «Mein Mann, Oskar (‹Oha!›), und ich haben uns damals in der Pfadi kennen gelernt und sind seit 1964 verheiratet.» Der Obwaldner Künstler Franz Bucher hatte gar zwei Pfadi-Namen. «Ich war damals der Kleinste und der Leichteste, weshalb man mich ‹Fränzäli› nannte. Später, als ich bei den Rovers – Pfadfinder ab 16 Jahren – war, wurde ich auf ‹Rock› wegen der Rock-Musik umgetauft», erklärt Bucher.

Irène Blatter-Huwyler («Balu») und Cécile Joho-Reinhard («Raschka») haben vor 60 Jahren zusammen die Sarner Wölfli gegründet. Irene Blatter-Huwyler: «Im Ennetrieder Wald fanden unsere Wölfli-Anlässe statt. Wenn das Wetter ganz schlecht war, dann durften wir zum Beispiel in die Schreinerei meines Vaters, denn wir hatten ja damals kein Vereinslokal.» Und Cécile Joho-Reinhard ergänzt: «Manchmal gingen wir ins Schulzimmer, in welchem ich damals unterrichtete. Man musste halt einfach Alternativen suchen.»

Andrea Dillier Clavien («Mista») ist zu Wölfli-Zeiten mit Regina Halter («Güly») zusammen durch ein Maiskolbenfeld gerobbt, um sich jemanden anzuschleichen. Leider haben die beiden nicht bedacht, dass der Bauer im daneben liegenden Feld Gülle ausgebracht hatte. Dieses geruchsvolle Abenteuer bescherte den beiden Wölfli-Leiterinnen ihre Namen.

Florian Spichtig, der seinen Namen («Rapunzel») erhalten hat, weil er damals die Haare etwas länger trug, war eines der Wölfli von Andrea Dillier Clavien und Regina Halter. «Damals waren Frauen bei den Pfadfindern Sarnen noch nicht zugelassen. Wir durften lediglich als Führerinnen für die Wölfli Gruppe wirken. Ein Kollege von uns hatte dann eine Tochter, von der er fand, dass sie unbedingt in die Pfadi gehen sollte. Kurzerhand hat er darum die Mädchen-Pfadi gegründet», erklärt Regina Halter.

Dorfchilbi als Geldquelle fürs Pfadiheim

Nebst den zahlreichen Mitgliedern des Alt-Pfadi-Vereins sind auch aktive Pfadfinder und Wölfli zum Jubiläumsfest gekommen. Es versammeln sich rund 80 Personen um das Pfadiheim und lauschen der Musik von Solokünstler Elritschi (Richard Blatter), der Sohn von Wölfli-Gründungsmitglied Irène Blatter-Huwyler ist.

Beat von Moos «Vömi», Präsident des Heimvereins, begrüsst die Anwesenden mit den Worten: «Wir wollen feiern und uns daran erinnern, was hier für ein Grundstein gelegt wurde. Erinnern geht am besten mit vielen Ehemaligen, die vor und nach der Bauzeit als Aktive in diesem Jugendverein von Sarnen das kulturelle Bild mitgeprägt haben und es noch immer tun. Man denke zum Beispiel an die Sarner Dorfkilbi, die es heute noch gibt. Sie wurde ins Leben gerufen, um das Pfadiheim zu finanzieren.»

Gemeindepräsident Jürg Berlinger überbringt die Glückwünsche der Einwohnergemeinde zum 50-Jahr-Jubiläum des Pfadiheimes. «Das Pfadiheim Sarnen hat eine bewegte Geschichte erlebt. Eine Geschichte, welche vor allem durch Mut, Initiative und Weitblick der involvierten Personen geprägt ist», lobt Berlinger in seiner Ansprache.

Georges Burch, Gaggo (links) und Marquard Stockmann, Koks. (Bild: Patricia Helfenstein-Burch (Sarnen, 28. April 2018))

Georges Burch, Gaggo (links) und Marquard Stockmann, Koks. (Bild: Patricia Helfenstein-Burch (Sarnen, 28. April 2018))

Andrea Dillier Clavien, Mista und Florian Spichtig, Rapunzel. (Bild: Patricia Helfenstein-Burch (Sarnen, 28. April 2018))

Andrea Dillier Clavien, Mista und Florian Spichtig, Rapunzel. (Bild: Patricia Helfenstein-Burch (Sarnen, 28. April 2018))

Gemeindepräsident Jürg Berlinger (li) und Beat von Moos, Vömi (Bild: Patricia Helfenstein-Burch (Sarnen, 28. April 2018))

Gemeindepräsident Jürg Berlinger (li) und Beat von Moos, Vömi (Bild: Patricia Helfenstein-Burch (Sarnen, 28. April 2018))

Heidi Stockmann, Baghi und Franz Bucher, Rock (Bild: Patricia Helfenstein-Burch (Sarnen, 28. April 2018))

Heidi Stockmann, Baghi und Franz Bucher, Rock (Bild: Patricia Helfenstein-Burch (Sarnen, 28. April 2018))

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