SARNEN: Diese Geschwister sind im Adonia-Fieber

Adonia-Musicals sind bekannt für die Begeisterung, mit der Jugendliche auf der Bühne singen. Dieses Jahr touren 19 Ad-hoc-­Chöre während der Ferien durch 78 Konzertorte in der Schweiz. In Sarnen stehen Timo, Nika und Gian Preisig aus Alpnach auf der Bühne.

Marion Wannemacher
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Timo (v. l.), Nika und Gian Preisig aus Alpnach singen schon bald in Sarnen. (Bild: PD)

Timo (v. l.), Nika und Gian Preisig aus Alpnach singen schon bald in Sarnen. (Bild: PD)

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@obwaldnerzeitung.ch

Timo Preisig aus Alpnach ist voller Vorfreude: Am Ostersonntag ging es los mit dem Adonia-Teens-Musical «Esther». Grosse Erwartungen hat der Zwölfjährige an die Musicalwoche: «Eine megacoole Gemeinschaft haben, coole Konzerte mit all den Leuten und wir erleben viel mit Gott.» Für Timo ist es das erste Teens-Musical, an dem er mitmacht. Bisher kennt er das Programm für die Jüngeren, die Juniormusicals.

Bruder Gian ist dagegen ein «Adonia-Profi»: «Ich war schon in drei Junior- und drei Teensmusicals», erzählt er. Warum geniesst er nicht die Osterferien mit Ausschlafen und Freunden? «Die meisten meiner Freunde sind auch da. Es ist ein Superklima im Camp», erzählt der 14-Jährige.

Acht Wochen zur Vorbereitung

«Sie haben einfach eine tolle Zeit miteinander: Über Gott und die Welt diskutieren und Musik machen» erklärt Eliane Breitenmoser, Projektleiterin von Adonia-Teens. Einsatz und Engagement werden bei den Teilnehmern vorausgesetzt. Diese erhalten acht Wochen vor der Musicalwoche eine CD mit den Liedern und müssen sich vorbereiten.

Insgesamt haben sie von Sonntag bis Dienstag nicht mehr als 20 Stunden Probe für den Adhoc-Chor. «Wenn man das so hört, meint man, das ist unmöglich, aber unser Konzept funktioniert, weil es ein kurz gestecktes Ziel ist. Jeder weiss, wenn er nicht voll mitmacht, hat er am Mittwoch beim ersten Auftritt ein Problem», sagt Eliane Breitenmoser. «Durch den positiven Druck entsteht sehr schnell ein starkes Gemeinschaftsgefühl.»

Auch die Ehrenamtlichen müssten sich dreingeben, von morgens um sieben bis abends um elf Uhr präsent sein. Und auch das gibt es: junge Eltern, die sich extra eine Woche frei nehmen, die Kinder zur Betreuung unterbringen und eine Woche mittouren, wie früher. Als Beispiel nennt Breitenmoser Beat und Simone Studer aus Horw. Beat Studer wird den Chor dirigieren, der auch in Sarnen auftritt. 19 Chöre mit jeweils über 65 Teilnehmern, mit allen Beteiligten sind das über 1300 Teilnehmer, touren in diesen Frühlingsferien durch die deutschsprachige Schweiz und die Romandie. Dieses Jahr wird das Musical «Esther» aufgeführt – nach der alttestamentarischen Geschichte der jüdischen Königin, die ihr Volk rettet.

«Die Gastgeber sind extrem freundlich»

Vor Ort fungieren katholische und reformierte Gemeinden und Freikirchen als Konzertveranstalter der Musicals. In Sarnen ist es die Freie Evangelische Gemeinde Obwalden (FEG). Sie sorgt vor Ort unter anderem für Gastgeber, um die 70 Sänger, Bandmitglieder und Leiter unterzubringen.

Gian Preisig aus Alpnach erzählt von seinen Erfahrungen: «Die Gastgeber sind extrem freundlich, die meisten kennen Adonia schon. Wir haben schon lustige Geschichten erlebt wie Mitternachtssnacks.» Für ihn steht fest, wenn er mit dem Chor in Sarnen singt, will er nicht zur eigenen, sondern lieber in eine Gastfamilie. «Ist doch cool, einen anderen Haushalt kennen zu lernen», findet er. Im Musical spielt er den Ausrufer, Bruder Timo ist ein Soldat. Und auch die ältere Schwester Nika (16 Jahre), sie ist bereits in der Ausbildung, wird auf der Bühne stehen. Auf ihren Auftritt in Sarnen zum Abschluss der Adonia-Woche freuen sich die Geschwister aus Alpnach besonders: «Kollegen kommen und natürlich unsere Familie», erzählt Gian.

Hinweis

Adonia-Musical «Esther» am Samstag, 7. April, um 20 Uhr in der Aula Cher, Sarnen, Kollekte.