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SARNEN: Dirigentensuche dauert zwei Jahre

Das Sommerkonzert der Feldmusik steht im Fokus des Dirigenten Ueli Kipfer (42). Genauer gesagt ist er einer von drei Kandidaten, welche sich als Chefdirigent bewerben.
Kurt Liembd
Der bisherige Dirigent Rolf Schumacher am Sommerkonzert 2010 in der Aula Cher. (Bild: Markus von Rotz)

Der bisherige Dirigent Rolf Schumacher am Sommerkonzert 2010 in der Aula Cher. (Bild: Markus von Rotz)

Kurt Liembd

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Bekanntlich ist es für Blasmusikvereine oft schwierig, geeignete Dirigenten zu finden, vor allem für Musikkorps der unteren Stärkeklassen. Anders bei der Feldmusik Sarnen, die am Samstag in der Aula Cher ihr Sommerkonzert gibt (siehe Kasten): Sie hat sozusagen die Qual der Wahl. Erstaunlich ist dies nicht, denn die Feldmusik Sarnen ist seit jeher eines der besten Blasorchester der ganzen Schweiz und findet selbst auf internationalem Parkett Beachtung.

Als Dirigent Rolf Schumacher (58) nach 18 Jahren seine Demission einreichte, haben die Verantwortlichen der Feldmusik die Dirigentenstelle öffentlich ausgeschrieben. Nicht weniger als 34 Bewerbungen trafen ein, darunter auch von drei Frauen. Von diesen 34 Kandidaten wurden zehn zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Von diesen wurden dann sechs zu einem Vordirigat mit der Feldmusik eingeladen. Die sechs Kandidaten erhielten die Möglichkeit, eine Stunde lang mit der Feldmusik zu proben und dabei ihre Qualitäten allen rund 90 Musikanten zu präsentieren.

Drei Kandidaten zur Auswahl

«Das ist eine sehr spannende Phase im Vereinsleben», sagt Cajus Läubli (48), Präsident der Feldmusik, über die vergangenen Monate. Nach den Probedirigaten der sechs Kandidaten waren alle Musikanten gefordert. Sie hatten die Aufgabe, in demokratischer Art drei der sechs Kandidaten für die engste Wahl zu erküren. Wer es in die ersten drei schaffte, darf nun ein ganzes Konzert mit der Feldmusik dirigieren. Erst danach wird einer der drei auf den musikalischen Olymp als Chefdirigent gehoben.

Kipfer macht den Anfang

Am Samstag findet das Sommerkonzert mit dem ersten der drei Kandidaten, dem 42- jährigen Ueli Kipfer (Bild links), statt. Bereits im Alter von 17 Jahren dirigierte er den Posaunenchor Langnau und absolvierte danach eine umfassende Ausbildung am Konservatorium Bern. Er wohnt in Affoltern im Emmental und dirigiert seit 1992 verschiedene Blasorchester und Brassbands aller Leistungsstufen im In- und Ausland. Ueli Kipfer ist auch ein gefragter Experte an Solowettbewerben und Musikfesten.

Feldmusik will mit neuem Dirigenten wachsen

Weiter geht es am Winterkonzert im Januar 2018 mit dem 31-jährigen Kandidaten Sandro Blank. Der Luzerner Musiker und Dirigent hat vor kurzem den Schweizerischen Dirigentenwettbewerb gewonnen. Der dritte Kandidat heisst David Engel, der dann das Sommerkonzert im Juni 2018 dirigieren wird. David Engel ist Schulmusiker, Dirigent, Posaunist und Schulleiter und dirigierte zuletzt die Musikgesellschaft Littau, ein Blasorchester der 1. Stärkeklasse.

So dauert das ganze Auswahlverfahren fast zwei Jahre, da jeder der drei Kandidaten fast ein halbes Jahr lang die Feldmusik Sarnen leiten darf. Ein so langes Auswahlverfahren scheint auf den ersten Blick etwas komplex und langatmig, bei näherer Betrachtung aber sinnvoll und vorteilhaft. «Unsere Feldmusik möchte mit dem neuen Dirigenten wachsen», sagt Cajus Läubli. «Da ist es wichtig, dass wir die Kandidaten gut kennen und sicher sind, dass wir den richtigen wählen.»

Andere Vereine der Höchstklasse wie etwa das Blasorchester Siebnen hätten mit diesem Auswahlverfahren sehr gute Erfahrungen gemacht, so Cajus Läubli. Der Input, dieses Verfahren auch in Sarnen anzuwenden, kam von Michael Schönbächler, selber Mitglied der Feldmusik, Musikschulleiter in Stans und seit neustem Dirigent der Musikgesellschaft Ennetbürgen.

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