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SARNEN: DNA-Spur überführt den Einbrecher

Zweimal innert zweier Monate wurde im Sommer 2013 ins Hotel Krone eingebrochen. Zwei junge Männer wollten sich so Geld beschaffen. Die Hauptverantwortung schoben sie sich dann gegenseitig zu.
Robert Hess
Ein Einbrecher bei der Arbeit. (Symbolbild) (Bild: Keystone / Walter Bieri)

Ein Einbrecher bei der Arbeit. (Symbolbild) (Bild: Keystone / Walter Bieri)

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Knapp vier Jahre nach ihrer Straftat sind die beiden Beschuldigten vergangene Woche vor dem Kantonsgericht Obwalden gestanden (Urteile siehe Kasten). Beim Beschuldigten A. handelt es sich um einen 26-jährigen Staatsangehörigen aus dem Kosovo, beim Beschuldigten B. um einen 27-Jährigen aus der russischen Republik Dagestan. Beide (nicht Eingebürgerten) sind im Kanton Obwalden wohnhaft.

«Nur Schmiere gestanden»

Zum Sachverhalt: Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft brach der Beschuldigte A. in der Nacht auf den 20. Juli 2013 mit einem Brecheisen ein Fenster auf der Westseite des Hotels Krone auf. Während sein Komplize, der Beschuldigte B., vor dem Fenster Schmiere stand, brach A. im Restaurant-/Officebereich mehrere Schubladen auf und stahl ein Serviceportemonnaie und drei Geldcouverts, die er durch das aufgebrochene Fenster seinem Komplizen B. übergab. Nachdem A. ein weiteres Geldcouvert geholt hatte, verliess er das Gebäude durch das aufgebrochene Fenster. Zu diesem Zeitpunkt tauchten drei junge Männer auf, deshalb ergriffen A. und B. die Flucht. Der Beschuldigte A. wurde von einem der drei Männer verfolgt, worauf er den Plastiksack mit 1900 Franken und das Brecheisen fallen liess. A. und B wurden festgenommen und in Untersuchungshaft gesetzt.

Sie gaben zu, beim Einbruch beteiligt gewesen zu sein, doch beschuldigten sie sich gegenseitig, die Idee zum Einbruch ausgeheckt und das Brecheisen besorgt zu haben. B. sagte, er sei «nur Schmiere» gestanden und habe von der Beute nicht die Hälfte, sondern nur 400 bis 500 Franken beanspruchen wollen, den Betrag, den ihm A. geschuldet habe. Demgegenüber erklärte A. laut Staatsanwaltschaft: «Ich habe im Hotel gezielt nach Geld gesucht, und ich wusste aufgrund der Informationen von B., wo ich suchen musste.»

Ehemalige Küchenhilfe hatte Insiderwissen

Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen nach dem Einbruch vom 20. Juli 2013 (u. a. mit DNA-Analyse) kam Überraschendes ans Licht. Dem Beschuldigten B. konnte eine DNA-Spur zugeordnet werden, die bei einem früheren, noch nicht aufgeklärten ­Einbruch ins Hotel Krone vom Pfingstsonntag, 19. Mai 2013, sichergestellt worden war. Auch damals waren ein Fenster sowie bei der Bar mehrere Schubladen aufgebrochen worden. Aus einem Korpus, dem sogenannten Briefkasten, entwendete die Täterschaft die Tageseinnahmen und weitere Gegenstände im Wert von 17 700 Franken – wegen des Anlasses «Oldtimer in Obwalden» war relativ viel Geld im Haus.

Wie Staatsanwalt Bernhard Schöni in seinem Plädoyer erklärte, konnte die beim früheren Einbruch gesicherte DNA-Spur nach dem zweiten Einbruch dem Beschuldigten B. zugeordnet werden. Trotz des «klaren Sachbeweises», so Schöni weiter, streite der Beschuldigte jedoch ab, den Einbruch vom 19. Mai verübt zu ­haben. «Ich habe das nicht gemacht», sagte der Beschuldigte B. auch bei der persönlichen Befragung durch Kantonsgerichtspräsident Roland Infanger.

Laut Staatsanwalt Schöni hatte der Beschuldigte B. rund ein Jahr vor den beiden Einbrüchen, vom 1. März bis zum 31. Juli 2012, im Hotel Krone als Küchenhilfe gearbeitet. Damals habe er gesehen, wo die Serviceportemonnaies und Tageseinnahmen aufbewahrt würden. Der Beschuldigte sagte hingegen, die nach dem Einbruch festgestellte DNA-Spur müsse bei Reinigungsarbeiten in den «Briefkasten» gekommen sein, als er noch in der «Krone» gearbeitet hatte.

«Das kann nicht sein», entgegnete der Staatsanwalt, «denn nur bei aufgebrochenem Deckel konnte die DNA des Beschuldigten unter die Abdeckung des Korpus gelangen.»

Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B. beantragte für den ersten Einbruch Freispruch nach dem Grundsatz «Im Zweifel für den Angeklagten». Bei der DNA-Spur am Korpus handle es sich um ein Mischprofil von mehreren Personen. Die Staatsanwaltschaft stütze sich «einzig und allein» auf diese DNA-Spur. Es gebe keine weiteren Beweismittel wie andere Spuren, Zeugen und Verbleib der Beute.

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