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SARNEN: Ein Märchen für die ganze Familie

Mit der feinen, poetischen Geschichte von Sun-Li entführt das Märlitheater Obwalden kleine und grosse Zuschauer in ein fernes asiatisches Königreich. Dort sorgen neben dem Bühnenbild auch Kostüme und Musik für zauberhafte Stimmung.
Romano Cuonz
König (Jan Durrer) und Königin (Rosa Brand) freuen sich samt ihrem ganzen Hofstaat, dass Prinz Tië (Lorenzo Nanculaf) mit Sun-Li (Elin Strahberger) trotz vielen Schwierigkeiten eine ebenso hübsche wie liebenswürdige Gemahlin gefunden hat. (Bild: Ingo Höhn/PD)

König (Jan Durrer) und Königin (Rosa Brand) freuen sich samt ihrem ganzen Hofstaat, dass Prinz Tië (Lorenzo Nanculaf) mit Sun-Li (Elin Strahberger) trotz vielen Schwierigkeiten eine ebenso hübsche wie liebenswürdige Gemahlin gefunden hat. (Bild: Ingo Höhn/PD)

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Ach herrje! Da will doch der überaus liebenswerte Prinz Tië anstelle seiner mitfühlenden und geliebten Sun-Li deren garstige Stiefschwester Sri als Braut in den Königspalast führen. Alles nur, weil Sun-Lis intrigante Stiefmutter diese falsche Braut mit einem Schleier getarnt hat. Bemerkt jetzt der Prinz diese Verwechslung nicht rechtzeitig, wird er wohl ein Königsleben lang unglücklich sein! Im Saal ist es mucksmäuschenstill. Da ruft ein kleines Mädchen in der zweitvordersten Reihe so laut, dass der Prinz es hören müsste: «Nein, nein, das ist doch nicht Sun-Li!» Ja, vielleicht hat das Kind mit dem mutigen Ruf den Prinzen (ihn mimt sehr schön Lorenzo Nanculaf) samt Happy End gerettet!

Jedenfalls wendet sich nun das Blatt. Kurz nach dieser Warnung verrät sich die falsche Geliebte doch noch. Zum Glück! Nun kehrt der Prinz flugs ins kleine Haus mitten im märchenhaft beleuchteten Bambuswald zurück. Gibt sich dort seiner wirklichen Geliebten zu erkennen. Damit ist das Königreich gerettet. Dem Glück des fernöstlichen Aschenbrödels samt seinem Prinzen steht nichts mehr im Weg.

Märchen auf feine Art erzählt

Die beiden Regisseurinnen Martina Fähndrich und Michelle Gsteiger inszenieren das von Lisa Bachmann neu erzählte und dramatisierte Märchen auf eine wohltuend andere Weise: Kindertümlich, ja. Aber auch einfühlsam! Dies, weil es über ganze Strecken sehr ruhig und poetisch daherkommt. Im digitalen Zeitalter, in dem Kinder am Bildschirm oder Tablet oft hektische, von Trubel beinahe überschwappende Geschichten zu sehen bekommen, tut ein so ruhig, schön gestaltetes Märchentheater einfach gut. Auf der alten Gymnasiumbühne glaubt man den Nebel zu spüren. Die Blume zu riechen. Und auch das muntere Plätschern im Teich, wenn der Goldfisch aufspringt, wird hörbar. Dass Kinder bei diesem Stück voll dabei sind, liegt nicht zuletzt am fernöstlichen Zauber des traumhaften Bühnenbildes von Martina Ehleiter. So muss die Märchenwelt sein! Nicht weniger tragen das magische Licht (Simon Kathriner und Claudia Widmer) oder die fremd angehauchte, aber gerade deswegen so beruhigende Musik von Jul Dillier dazu bei. Eine Pracht sind die von Silvana Arnold entworfenen fantasievollen Kostüme.

Da wird man wieder zum Kind

Die Obwaldner Märchenbühne spielt die asiatische Cinderella-Version auch schauspielerisch sehr gekonnt. Gleich 15 Spielerinnen und Spieler erobern die Kinderherzen. Die kleine Zuschauerin Yuma etwa lobt: «Mir hat ­gefallen, dass sich das liebe Mädchen gegen die Bösen durchsetzen konnte.» In der Tat: Sun-Li (Elin Strahberger) trotzt der Stiefmutter (Petra Lütolf) und der Schwester (Corinne Huwyler) sehr tapfer. Der kleinen Mia haben es die komischen Wesen aus der Götterwelt (Cyrill Hutter und Dunia Martin) angetan. «Die hatten so lustige Augen auf der Hand, aber gerade schlau waren sie nicht», erzählt sie. Und Joschua hätte am liebsten selber eingegriffen, als die Stiefmutter Sun-Lis sprechenden Goldfisch tötete! «Doch glücklicherweise verwandelte der Fisch sich dann in einen starken Blumenbaum», schwärmte er, «den konnte nicht einmal der Elefant ausreissen!»

Ja, wenn Königin und König (Rosa Brand und Jan Durrer) samt Diener und Elefanten auftraten, konnten die Kinder herzhaft lachen. Auf den Punkt brachte es Svenja: «Das war ein rich­tiges Märchen, und dass das Mami von Sun-Li ein Fisch war, hat auch meinem Mami gefallen!» In der Tat: Im Märchentheater wird zurzeit so manch Erwachsener wieder zum Kind.

Hinweis

Märchentheater Obwalden: Sun-Li und das Geheimnis des Goldfisches. Noch 17 Aufführungen im Theater Altes Gymnasium bis 24. Dezember. Weitere Informationen: www.maerlitheater.ch.

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